wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

26.12.2013

Der Kunsthistoriker und seine Entdeckungsreisen

Hans-Peter Wipplinger und die Kunsthalle Krems


Andy Warhol, Untitled, 1953
Sammlung Klüser, München
© 2013 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Bildrecht, Wien
Foto: Mario Gastinger

Seit 5 Jahren bestimmt Hans-Peter Wipplinger als Direktor der Kunsthalle Krems das Kulturgeschehen der Stadt mit. Meiner Meinung nach hat er das Gesicht der mittelalterlichen Stadt aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht. Mit Ausstellungen wie Yoko Ono Half-A-Wind-Show. Eine Retrospektive spricht das Museum - aufgrund des großen Bekanntheitsgrades - einerseits eine breite Bevölkerungsschicht an, andererseits zeigt Hans-Peter Wipplinger eine große zeitgenössische Künstlerin zum ersten Mal in einer Retrospektive in Österreich. 


Auch in der österreichischen Kunst nimmt das Team rund um Hans-Peter Wipplinger immense Forschungsarbeit in Kauf, besser gesagt: die Leidenschaft etwas Neues zu entdecken, Archive zu durchforsten: "wenn wir uns solche Ausstellungen vornehmen, dann graben wir uns durch jede Mappe und stoßen auf Dinge, die noch niemand gesehen hat." Im Bezug auf das nächste Ausstellungsjahr 2014, in dem Martha Jungwirth und Dominik Steiger jeweils eine große Personale gewidmet wird, haben Wipplinger und sein Team genau das gemacht: gesichtet, gegraben, geforscht, archiviert, geschrieben, gedacht.
Mit dieser Passion Neues zu entdecken, denke ich ganz unwillkürlich an jemanden, der aufs Feld hinaus geht und forscht.


"Die große Aufgabe der Kunsthalle Krems ist es, nicht die ewig ausgetretenen Pfade wieder zu beschreiten, sondern Lücken internationalen wie österreichischen Kunstgeschichte zu erforschen und neue Aspekte ans Tageslicht zu bringen, denn wir haben neben dem Bildungsauftrag einen Forschungsauftrag ."  


"Keine Frage des Ortes"


Bei meiner Frage nach dem Standort Krems, hat Hans-Peter Wipplinger keine 30 Sekunden überlegt. Nein, Bedenken oder gar Ängste hatte er keine als er sich vor 5 Jahren entschloss in die Kleinstadt Krems zu kommen, um ein Ausstellungshaus mit internationalem Namen zu etablieren. In der heutigen Zeit, meint er, sei es keine Frage des Ortes mehr. Er sieht im regionalen Standtort sogar einen großen Vorteil der Großstadt gegenüber: "man sticht in der Region mit international anspruchsvollen Ausstellungen heraus" und Journalist_innen sowie kunstaffine Besucher_innen setzen sich in die Bahn oder ins Auto, um - etwa aus Wien kommend - in 50 Minuten in Krems zu sein.

Mit internationalen und epochenübergreifenden Ausstellungen sowie dem Fokus auf österreichische Kunst gibt Hans-Peter Wipplinger auch uns Kremser_innen genug Grund endlich den kurzen (Fuß)-Weg in die Kunsthalle anzutreten. Sonst müsste ich doch ins Guggenheim nach Bilbao - der nächste Stopp der Ausstellung -  fliegen um die Retrospektive von Yoko Ono zu sehen. Und das käme bei weitem teurer als ein Ticket in Krems zu lösen.

"Die Kunstgeschichte muss immer neu gelesen werden, immer neu betrachtet werden."


Die Eckpfeiler einer zeitgenössischen Institution 


Dominik Steiger
Letterfälle PEINTRE, 1996
© Dominik Steiger, 2013

In der Kunsthalle zählt Hans-Peter Wipplinger neben dem Forschungs- und Bildungsauftrag 4 wichtige Eckpfeiler zu seiner Strategie :
1. Epochenüberschreitende Ausstellungen: "Denn ich möchte nicht nur Fragmente der Kunstgeschichte präsentieren, sondern Entwicklungslinien aufzeigen, wie zum Beispiel heuer die Schau "Große Gefühle", vor drei Jahren, "Lebenslust und Totentanz", oder nächstes Jahr das Projekt mit der Zeichnung. Es geht also um die inhaltliche Vernetzung von Altem und Neuem, wobei wir stets den Brückenschlag in die zeitgenössische Kunst suchen."

2. Retrospektiven internationaler Postionen - wie Francis Picabia, Paula Modersohn-Becker oder noch bis Februar 2014, Yoko Ono  - die in Österreich noch nicht gezeigt wurden.
3. Monographien, bedeutender österreichischer Künstler_innen - von Padhi Frieberger, Franz Graf, Anna Jermoleva oder Kiki Kogelnik bis hin zu Martha Jungwirth oder Dominik Steiger. Hans-Peter Wipplinger legt Wert darauf,  Positionen  zu zeigen, die bisher im Abseits standen oder übersehen wurden und mit Personalen neu- bzw. wiederentdeckt werden.
4. Junge, zeitgenössische Positionen präsentieren
"Wir haben uns hier ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet, weil es sonst anscheinend kaum jemand macht. Warum machen das die Institutionen nicht?, frage ich mich selbst auch immer wieder. Besucherzahlen sind da natürlich ausschlaggebend. Aber würden wir diese Aktionen nicht setzen, gäbe es heute viele etablierte Positionen nicht, die auch irgendwann angefangen haben, ihr Werk zur Diskussion zu stellen. Neuland zu beschreiten mache ich aus einer Haltung bzw. aus totaler Überzeugung heraus. Es ist darüber hinaus viel spannender und herausfordernder, als die 20. Ausstellung von des/der Künstlers/in xy zu machen."


"Es geht mir nicht um ein Geschlecht, sondern um gute Kunst"

Die hohe Dichte von österreichischen und internationalen Künstlerinnen im Ausstellungsprogramm bietet sich, laut Hans-Peter Wipplinger, einfach an. Er prognostiziert, dass in der Zukunft noch einiges an Entdeckungen von Künstlerinnen gemacht werden. Erklärt hat er sich die hohe Frauendichte im Programm der Kunsthalle aufgrund der generellen, Jahrzehntelangen Benachteiligung von Künstlerinnen. Oft waren sie zwar schmückendes Beiwerk in den Künstlervereinigungen, aber die vorwiegend männlichen Institutionsleiter und Galeristen hatten sie selten bis nie präsentiert. Insofern gibt es einen unglaublichen Nachholbedarf von bedeutenden Künstlerinnen-Positionen nach 1945.

Krems & Hans-Peter Wipplinger?

"Wenn ich aus dem Büro heraus komme - was selten genug der Fall ist - dann ist der Anlass meist, dass ich internationale Gäste wie Künstler_innen oder Sammler_innen herumführe und ihnen Krems und die Region zeige. Viel zu selten leider, besuche ich Gasthäuser oder Heurige. Das Leben, egal wo ich wohnen würde, ist besetzt mit Dingen, die mich arbeitstechnisch beschäftigen und erfüllen. Ich bin sehr dankbar, dass ich in diesem Bereich tätig sein kann."
Krems ist für ihn also ein Ort, in dem er Menschen und Künstler_innen begegnet, ein Netzwerk wie zum Beispiel "Art in our City" initiiert, ein Format der Begegnung mit jüngeren Menschen, die sich für Kunst interessieren. Die Plattform der Vernetzung findet am 18. Februar um 19.00 Uhr das nächste Mal statt.


3 Wünsche fürs kommende Jahr

"Wie Sloterdijk so schön sagte: "Kapital synchronisiert die Welt" - das stimmt, denn wenn das Budget nicht vorhanden wäre, könnten wir unsere Visionen nicht umsetzen. Ein Wunsch zur Weihnachtszeit wäre, dass die gegenwärtige budgetäre Situation so erhalten bleibt und sich die Kulturpolitik weiterhin für kulturelle Aktivitäten engagiert.

Das ist eine gute Basis, denn für alles andere ist man selbst verantwortlich.

Ich wünsche mir, dass die anvisierten Projekte und Konzepte so aufgehen, wie sie jetzt noch im Kopf oder auf Hängeplänen markiert sind, dass die Leihgaben zugesagt werden, die wir uns wünschen.


Hinsichtlich Krems wünsche ich mir, dass wir es zunehmend schaffen den Kremsern und Kremserinnen klar zu machen, dass das Gute so nahe liegt und wir einzigartige Ausstellungsprojekte machen, für die man ansonsten weit reisen müsste. Mein Wunsch an die regionale Bevölkerung wäre, die Neugierig zu sein und sich auf die spannenden Ausstellungserlebnisse einzulassen."


Das anregende Gespräch hat mir viele, neue Einblicke in die Kunsthalle gegeben und ich trage die Wünsche weiter, sodass sie 2014 in Erfüllung gehen. Es gibt noch viel zu entdecken und ich freue mich auf die kommenden Ausstellungen!




18.12.2013

newsletter #5

diekremserin.kulturtipps

16.12. - 23.12.


Montag, 16.12. Schlüsselamtlicher Advent

Weihnachtliche Ausstellung
Dominikanerplatz 11
11.00 - 18.00 Uhr

Dienstag, 17.12. Mahler kennen lernen

Nicolas Mahler - "Wer alles liest, hat nichts begriffen" (T. Bernhard)
Karikaturmuseum Krems
10.00 - 17.00 Uhr

Mittwoch, 18.12. musikalisch besinnlich

Adventkonzert im Dom der Wachau
Stadtkapelle Krems
19.00 Uhr 

Donnerstag, 19.12. Original 

"Frozen - die Eiskönigin"
in Originalfassung
Cinemaplexx Krems
18.15 Uhr

Freitag, 20.12. Woody Allen in Höchstform

"Blue Jasmine"
Kino im Kesselhaus
Dr.-Karl-Dorrek-Str.
20.15 Uhr 

Samstag, 21.12. Vorweihnachtsbrunch

Christmas Dixie Brunch auf dem Schiff
Donaustation 24
10.00 Uhr

Sonntag, 22.12. Sonntägliches Kinderkino

Kino im Kesselhaus
"Die Legende vom Weihnachtsstern"
15.30 Uhr

Montag, 23.12. Come to see the Factory

Ausstellung
Florian Schmidt
Steiner Landstraße 3
EINTRITT FREI!
10.00 - 17.00 Uhr


Adventliche Atmosphäre, die dritte Kerze brennt schon und wir sind alle gespannt auf die weihnachtlichen Familienfeiern. Dabei entsteht in den Vorbereitungen oft die Frage: wie soll ich in der sehr kurzen Zeit (plötzlich sind es nur mehr ein paar Tage bis Weihnachten) Geschenke besorgen, einkaufen und Christbaum aufputzen, womöglich auch noch die letzten Arbeiten erledigen, die sich vor den "großen Ferien" der Erwachsenen im Büro ansammeln…. Wie geht sich das aus? Und wohin gebe ich mein Kind, wenn Oma und Opa weit weg, selbst im Stress oä. sind? Am besten aus der kleinen aber feinen Liste auswählen und mit gutem Gewissen und beruhigt die letzten Einkäufe erledigen.
Neben den gestressten Menschen hoffe ich doch, dass es einige nach Plan geschafft haben und sich nun schon beruhigt zurück lehnen, oder Weihnachten dieses Jahr ganz ausfallen lassen und den vielen Feiertagen entgegen lächeln…
Zwischen Kino und Ausstellung hin und her pendeln oder sich dem Trubel hingeben - das sind meine ganz persönlichen Tipps!

Wenn ein Philosoph einem antwortet, versteht man überhaupt nicht mehr, was man ihn gefragt hat. (André Gide)

diekremserin
Lucia Täubler

15.12.2013

Die Qual der Wahl oder Wohin mit dem Kind?


© diekremserin
Gerade vor Weihnachten und ganz besonders am 24. Dezember fragen sich viele Eltern: wohin mit dem Kind? 




Dass bei der Vorbereitung für die abendliche Bescherung die Kinder aus dem Haus sollen ist meist gewünscht. Die letzten Geschenke müssen noch verpackt werden, der Baum aufgeputzt und das festliche Essen kocht sich nicht von allein. Gut, wer eine verständnisvolle Oma und einen ausgeruhten Opa in der Nähe hat, noch besser, wenn die Kinder für den 24. Dezember unterkommen können und man zu zweit dem optimalen Festabend entgegenarbeitet. Aber meist fällt die Entscheidung zwischen Mama und Papa - wer bleibt, wer geht? Wer hat alles für den Abend unter Kontrolle? Wer verbringt den Tag außerhalb mit den Kids?

Und vor allem: wohin geht man mit den Kids?


 diekremserin hat gegrübelt und sich  zum Glück einiges überlegt. Denn der 24. Dezember soll für die Kids und Eltern so angenehm wie möglich ablaufen:

KinderKino im Kesselhaus
13.00 Uhr 'Morgen Findus wird's was geben' 
15.00 Uhr 'Die Legende vom Weihnachtsstern' 

Weihnachtsmann auf Eis
9.00-13.00 Uhr

Weihnachtsführung durch die Gozzoburg
11.00 Uhr "Ritter Bertl"
14.00 Uhr "Ritter Bertl"
mit Kinderpunsch und Punsch
(Voranmeldung: 0699 888 091 92)

Weihnachtszirkus
14.00 Uhr
Karteninfo: 0664 320 9663

Weihnachtskino im Cinemaplexx
14.00 und 14.30 Uhr "Die Eiskönigin"
14.15 Uhr "Das kleine Gespenst"
14.15 Uhr "Tom Turbo"
14.45 Uhr "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 2"
14.45 Uhr "Dinosaurier - im Reich der Giganten 2D"

Einheitspreis 6,90,-
Kartenvorverkauf an der Kinokassa

Kre:Art Kreativwerkstatt für Kinder
15.00 Uhr Offenes Malatelier (3-10 Jahre)
16.00 Uhr Theaterwerkstatt (5-12 Jahre)

Weihnachtliche Weisen
16.15 Uhr Kremser Friedhof
17.00 Uhr Steiner Friedhof
Kremser Bläsersextett

Individueller Stadtspaziergang durch die Steiner Altstadt und durch die Kellergasse mit Besichtigung der Stadtmauern

Kurz-Wanderung über den Pulverturm zum Wachtberg

© diekremseirn

Tipps für den 24.12. und danach nehme ich gerne an, meldet euch gerne bei mir, wenn ich noch Termine nachtragen darf.


12.12.2013

Kulturwissenschaften entdecken digitale Medien

Der heutige Seminartag ging spurlos an mir vorüber, da ich erst um 9.45 entdeckt habe, dass das Symposium überhaupt stattfindet. Noch dazu in Krems. Das Programm ist dicht, aber aufregend.

Thema des Round Table lautet:

Digitale Medien – internetgestützte Forschung – Web 2.0. Herausforderungen und Potenziale für die Kulturwissenschaften

Morgen, am 2. spannenden Diskussionstag, wird folgendes mit Gerhard Budin (Wien), Georg Vogeler (Graz), Ralf Plate (Trier), Klaus M. Schmidt (Salzburg) und Ingrid Matschinegg (Krems) besprochen:

9.15-10.00: Gerhard Budin (Wien), Austrian Center for Digital Humanities (ACDH) - "Vernetzung, Forschungsinfrastrukturen, Entwicklungsperspektiven"

10.00-11.00: Diskussion über Vernetzungspotentiale, Kooperationsmöglichkeiten und Zukunftsstrategien kulturwissenschaftlicher Forschungsdatenbanken

11.15-12.00: Georg Vogeler (Graz), Monasterium.net - "Erfahrungen aus der Kollaboration zwischen Archiv und historischer Forschung im Web"

13.15-14.00: Ralf Plate (Trier) - "Verknüpfung von Sprachwörterbuch, Quellentexten und Bilddatenbank. Am Beispiel des Online-Angebots des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs"

14.00-14.45: Klaus M. Schmidt (Salzburg) - "Die Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank. Vernetzung und tiefere Analysen"

14.45-15.15: Ingrid Matschinegg (Krems), REALonline connected - "Verlinkungen im WWW"

15.30-16.15: Abschlussdiskussion

Internationales Round Table Gespräch

Rathaus Krems, Sitzungszimmer 1, Pfarrplatz 5

In Kooperation mit dem Institut für Realdenkende, Universität Salzburg

10.12.2013

Sado Maso Gitarren in Havanna

Kino + Konzert + Karten

© Kino im Kesselhaus
Wenn ich Havanna höre, denke ich an Sommer. Und Sommer könnte ich (schon wieder) gebrauchen, oder Schnee. Da mir beides verwehrt bleibt, kann ich nichts anderes tun, als ins Kino zu gehen um mir den Sommer näher zu holen. Umso besser wenn "7 Tage in Havanna" begleitet wird von einem Gitarren-sicheren Konzert des Sado Maso Guitar Club.







Gewinnt 2 x 2 Karten für die Veranstaltung am Donnerstag, 12. Dezember! Ab in die Sonne! 

mit einer Facebooknachricht oder einem Email bist du dabei. Verständigt wirst du am Tag der Veranstaltung via Email.



7 Tage In Havanna Trailer: Mehr Videos

09.12.2013

Newsletter #4


diekremserin.kulturtipps


09.12. - 16.12.


Montag, 09.12. rauf nach Gneixendorf

Weihnachtliche Ausstellung
Familie Binder
Limbergstr. 99, Krems-Gneixendorf
14.00 - 18.00 Uhr


Dienstag, 10.12. Zuhause fühlen

Lesung mit Barbara Coudenhove-Kalergi
"Zuhause ist überall"
Salzstadl
Donaulände 32
20.00 Uhr

Mittwoch, 11.12. Zuhören und Regeln schaffen

Kamingespräche
mit Dr. Barbara Kolm und Mag. Dr. Stephan Schulmeister
Haus der Regionen
Donaulände 56
Eintritt frei!
18.00 Uhr 

Donnerstag, 12.12. Kino + Konzert

"7 Tage in Havanna" + Sado Maso Guitar Club
Kino im Kesselhaus
Dr.-Karl-Dorrek-Straße
18.30 Uhr

Freitag, 13.12. Spanische Eröffnung

El Gozo
Untere Landstraße 37
16.00 Uhr 

Samstag, 14.12. gute Taten

Bühne am Hohen Markt
"Die gute Tat"
Pfarrsaal St. Veit, Pfarrplatz 5
18.00 Uhr

Sonntag, 15.12. Sonntägliches Kinderkino

Kino im Kesselhaus
"Die Legende vom Weihnachtsstern"
15.30 Uhr

Montag, 16.12. Schlüsselamtlicher Advent

Weihnachtliche Ausstellung
Dominikanerplatz 11
11.00 - 18.00 Uhr
Diese Woche freue ich mich besonders auf die Eröffnung des spanischen Tapas-Lokals in der Landstraße, und auf die Aktivitäten im Kino im  Kesselhaus! 




Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.
(André Gide)


diekremserin
Lucia Täubler


07.12.2013

bau:kunst:geschichten - ein Gastbeitrag

Spätmittelalterliches aus Krems


Für meinen Gastbeitrag auf bau:kunst:geschichten habe ich lange überlegt wie ich die Stadt Krems möglichst prägnant und spannend vorstellen möchte.


 Nach langem hin und her beschränke ich mich auf eine relativ eingeschränkte Zeitspanne: dem Spätmittelalter.
Die Stadt existierte lange davor; sogar eine römische Siedlung, die dem heutigen Ort Mautern gegenüberstand wird angenommen. Trotzdem steige ich zu dem Zeitpunkt ein als Krems von Kriegen gebeutelt war und die Stadtbefestigung überarbeitet werden musste, nach dem Einfall von Hadmar von Kuenring 1231.

weiterlesen auf bau:kunst:geschichten

05.12.2013

Rocking monks


...oder so ähnlich


Die Donau-Uni in Krems habe ich eigentlich nicht unbedingt mit zeitgenössischer Musik in Verbindung gebracht, bis ich auf die Veranstaltungsreihe gestoßen bin, die eben diese der Öffentlichkeit, und v.a. den Studierenden und Absolvent_innen des MA Musikmanagement präsentiert.
Forum Campus Krems mit Neubau der Donau-Universität Krems
 und Kino im Kesselhaus im Hintergrund (Foto: Suzy Stöckl)

Gestern fand dazu ein weiterer Teil der Reihe statt, bei dem Pater Karl Wallner vor Ort war, auch um „seine“ neue CD zu promoten. Die singenden Mönche aus Heiligenkreuz sind es nämlich eigentlich die ganze CD produzieren. Mit ihrem Debut, 2008, erreichten die Mönche Popstar-Status – Gold in England, d.h. 100.000 verkaufte CDs innerhalb von fünf Wochen. Dass ich mit „seiner“ CD aber dann trotzdem nicht so falsch gelegen bin, liegt daran das Pater Karl Wallner Manager und Produzent der, nun ja, Boyband, ist und gründete 2011 das Label Obsculta Music. 3 CDs sind unter diesem Label bereits erschienen.

Die rockenden Mönche machen Musik aus dem Paradies – ob sie wissen wie es dort zu geht? Wahrscheinlich meinen sie dem paradiesischen Zustand näher zu sein als das normale Volk.
Die Heiligenkreuzer Mönche sind Zisterzienser, ein Orden der prinzipiell ein kontemplatives Leben führen, d.h. zweckfrei, auf der Suche nach Gott. Die Mönche arbeiten aber auch neben ihrer Suche nach Gott, im kulturellen und sozialen Sektor - also das Music-Biz passt da gut.

Hören wir doch einfach einmal via Youtube rein, es geht ja doch immer um die Musik. Pater Karl Wallner, der 1999 für die Öffentlichkeitsarbeit des Stiftes verantwortlich ist, hat seinen Job bisher sehr gut gemacht. In aller Munde zu sein, und das mit einem positiven Thema, schaffen in Zeiten wie diesen nur die wenigsten kirchlichen Einrichtungen. Dass Mönch sein deshalb „cool“ wird, bezweifle ich, v.a. wenn ich den Hintergrund der „reichen“ Zisterzienser betrachte. Aber der Fokus wird tatsächlich auf die menschliche Seite der Mönche gelegt. Allen voran sind sie nämlich Menschen, die dem Paradies oder dem Tod, um es drastisch zu formulieren, genauso nahe sind wie du und ich.


03.12.2013

alles neu, macht 2014

ein Programm, das ich nicht ablehnen kann

Die Kunsthalle Krems präsentiert die Geheimnisse von 2014

In Wien präsentiert Hans-Peter Wipplinger, Direktor der Kunsthalle Krems, das neue, bis zum heutigen Tage unter Verschluss gehaltene Programm für 2014. Der Saal im Kunstraum Niederösterreich in der Herrengasse war voll, nur ab und zu hört man jemanden geräuschvoll mit dem Löffel in der Kaffeetasse umrühren. 

Mit den Programmen in den Händen setze ich mich fast ehrfurchtsvoll in die letzte Reihe - ich rase immerhin von Termin zu Termin und muss früher los - und Hans-Peter Wipplinger beginnt über die Sonderstellung der Kunsthalle Krems zu sprechen, über die österreichischen Positionen, die in den vergangenen Jahren präsentiert wurden - eine Einzigartigkeit des Museums der Provinz, wie Krems so schön genannt wird.


Dabei ist Krems ganz und gar nicht provinziell, zumindest nicht was die zeitgenössische Kunst betrifft. Und das Programm für 2014 übertrifft sich selbst (nachdem Yoko Ono Ende Februar abgebaut wird!):


  • Zurück in die Zukunft. Von Tiepolo bis Warhol. Die Sammlung Klüser ab 16. März
  • Constantin Luser ab 16. März
  • William Kentridge. Drawings for Projection ab 16. März
  • Martha Jungwirth. Retrospektive ab 13. Juli
  • Gregor Schmoll. Orbis Pictus ab 13. Juli
  • Dominik Steiger ab 13. Juli


Die Katze ist aus dem Sack und die Freude groß. Besonders gespannt bin ich auf die Retrospektive der Künstlerin Martha Jungwirth (* 1940), die meiner Meinung nach schon viel früher eine Ausstellung dieser Größe verdient hatte-aber es ist wie es ist und besser jetzt als gar nicht. 

Ein großer Themenblock im April/Mai bezieht das etablierte donaufestival ein, das  jenseits von einer Einteilung in typische Genres seit 2005 national und international erfolgreich ist. Mit der Kooperation zeigt Wipplinger und 'seine' Kunsthalle abermals wie Musik, Kunst, Theater etc in allen Spielarten im musealen Raum verwirklicht werden können. Mit dabei ist u.a. Santiago Sierra aus Spanien, in seiner Arbeit die kapitalistische Gesellschaft und ihre positive Bewertung anprangert.

Das Jahr 2013 kann getrost zu Ende gehen, denn im nächsten sind schon wieder unzählige Punkte auf meiner to-do-Liste !  

01.12.2013

Geräuschvolles

Die Beatpoets geben Gas:


© diekremserin
gestern war ein hervorragender Abend für mich (und eine kleine Runde an Menschen). Ich saß mitten in der großen Halle der Kunsthalle Krems, hinter mir Yoko Ono's Fäden, vor mir ein Tischtennistisch auf dem Michael Ostrowski, Ursula Strauss, Ma_riot & Alfred Schwarzbauer die Bälle hin und her fetzen. 

Aber da geht's auch schon los. Die Geräusche werden aufgenommen, verdichten sich, ein Rhythmus entwickelt sich, schwächt ab. Michael Ostrowski steht auf und die Poesie zwischen Sound und Stimme beginnt. Dass Gedichte von Allen Ginsberg, William S. Burroughs und Charles Bukowski vermischt mit der geräuschvollen, sich entwickelnden Klanginstallation treffen, hat etwas meditatives.

© diekremserin
Die Reaktionen im Publikum waren gemischt, aber durchaus positiv, von lächelnden Gesichtern bis  geschlossenen Augen. Und ganz zum Schluss, als leTAMTAM und Michael Ostrowski sich verbeugen, das Publikum klatscht, bricht kein Aufstehen-und-Gehen-Sturm aus, sondern alle bleiben. Andächtig sitzen die Menschen am Boden und auf den kleinen Museumsstühlen und warten auf mehr.

Ich hoffe auch, dass sich die Performance zwischen Lesung und Konzert wiederholt. Another time. Another place. I'll be there.









die beiden glücklichen Gewinner © diekremserin

In diesem Sinne schicke ich ein Bukowski-Gedicht in die Sonntagabend-Welt hinaus:

Mal relaxen können wie eine Maus in der Falle

In den meisten Fällen
enden wir als senile
gutmütige Narren, hin
und her geschoben von
einer rosigen Kranken-
schwester, die uns an-
blafft, weil die
Bettpfanne wieder rand-
voll ist.
Es sei denn, es nimmt
ein gewaltsames Ende -
ein Finish, in dem
noch einmal alles an uns
vorüberzuckt: Mahagoni-
farbene Sonnenstrahlen,
Girls am Strand, Platt-
füße, Haarschnitte,
rasselnde Wecker, ein
rasender Puls.
Egal wie, es kommt nie
richtig zusammen.
Ich gehe in Bars, durch
leere schmale Seiten-
straßen, ins Wettbüro,
frage mich, was ich
eigentlich will, und
denke wehmütig an
Urwälder voll Kletter-
pflanzen und ähnliche
Dinge, z.B. an Mäuse,
die sich mit den Vorder-
pfoten die Nase putzen.
Ich sehe mir die Leute an,   
aber sie sind alle
beschäftigt mit Dingen,
die ein Spinner wie ich
für Unfug hält: Ein Haus
abstottern, von da nach
dort kommen, Geld verdienen
und darüber reden.
Das einzige wovon man
etwas hat, ist wahrscheinlich
rücksichtslos zu schlafen,
aber auch das geht nicht
lange genug gut - überall
werfen sie Preßlufthämmer an,
die Kirchenglocken juckt der
Schweiß der Beter, die Bienen
stechen, die Fenster gleißen,
Boote kentern und verfüttern
ihren Inhalt an die Haie, nur
Kanonen schlafen ungestört
in Museen. Ich gehe weg von
allem, habe nichts gelernt,
weiß jeden Tag weniger, meine
Hände werden magnetisch ange-
zogen von meiner Kehle,
meine Füße tragen mich voran
wie bewußtlose tierische
Extremitäten, in Gegenden
hinein, wo es schimmelt und
gärt, in eine behagliche
Hölle, voll von Grünzeug,
Ranken und Lianen, und dafür
danke ich ihnen auf den Knien.
Charles Bukowski



28.11.2013

Verena & Nicolas im Gespräch

Ausstellungseröffnung im Karikaturmuseum 

Dass das Karikaturmuseum das einzige Museum seiner Art in Österreich ist, hat positive sowie negative Seiten: positiv ist, dass die besten der besten Zeichner_innen, Graphiker_innen, Illustrator_innen und Karikaturist_innen aus dem österreichischen, europäischen und internationalem Raum ausgestellt werden. Eine negative Seite stellt die stiefmütterliche Behandlung des Comics und der Karikatur in der sonst so offenen Kunstwelt dar. 
© diekremserin

Heute eröffnete Direktor Gottfried Gusenbauer gemeinsam mit einem ganzen Podium die zwei neuen Ausstellungen "Lesen macht Spaß! Der Maulwurf Grabowski und die 22 Heinzelmännchen" und "Nicolas Mahler. Wer alles liest hat nichts begriffen" (Zitat Thomas Bernhard). Die Moderation hatte Michael Freund inne, der sein Handwerk zwar mit viel Humor beherrschte, aber dennoch nicht ganz die richtig spannenden Fragen stellte (er hätte aufhören sollen, als Nicolas Mahler meinte Zeit-Füller zu sein…). Trotzdem, kurzweilig mit Christine Nöstlinger, Verena Hochleitner, Nicolas Mahler und Raimund Fellinger vom Suhrkamp Verlag. 

Kinderbuch - Kinderliteratur - Bücher, die wir alle gerne lesen

Genossen habe ich in jedem Fall die Ausführungen von Christine Nöstlinger, die als 1936er Jahrgang zu den Koryphäen der österreichischen Literaturlandschaft zählt. Die Frage nach der Zielgruppe, nach der Altersklasse der Kinder oder Jugendlichen, an die sie sich richtet, hat sie beantwortet indem sie die Frage nach dem Unterschied zwischen Kinderbuch und Kinderliteratur in den Raum gestellt hat. Egal, meinen die einen, wichtig, die anderen. Ich beziehe Stellung: ich lese unglaublich gerne sogenannte Kinderbücher. Ja, diese Geschichten sind vorwiegend für eine andere Altersklasse geschrieben, aber dennoch liebe ich die Geschichten, in denen Kinder die Hauptrollen spielen (wie z.B. Geschichten vom Franz, der kleine Tiger, Kasper Mütze, usw.). 

Deshalb empfehle ich auch wärmstens einen Blick ins Karikaturmuseum zu werfen und die Illustratorin Verena Hochleitner kennen zu lernen. Mit ihrem Kinderbuch "Jakob und das rote Buch" nimmt die gebürtige Oberösterreicherin einen Text über die Problematik eines Pflegekindes auf und seine Suche nach der eigenen Geschichte. Hochleitner illustriert mit Gefühl und Geschick - die Bilder erzählen eine weitere Geschichte, geben einen breiteren Einblick in die Emotionen und Gedanken des Pflegekindes Jakob. 

Wer es nicht erwarten kann, schaut sich Verena Hochleitners Weblog an!




27.11.2013

Als ich von der Kremser Skyline in den Bann gezogen wurde

Von der Mauterner Brücke zum Hafen


TEIL II - WHO IS WHO DER (KIRCHEN-)ARCHITEKTUR STEINS

Mit dem Blick von der Mauterner Brücke habe ich mich letztes Mal verabschiedet. Nachdem ich bemerkt habe, dass ich selbst sehr wenig Ahnung von den Gebäuden der Stadt Krems-Stein habe, stiefelte ich in die Bibliothek (die einen Besuch wert ist!) am Körnermarkt.
Blick vom Minoritenplatz auf die Frauenbergkirche
© diekremserin

Krems-Stein. Auf der Suche nach den architektonische Highlights der Skyline, bin ich auf die Niederschrift der Stadtgeschichte der Doppelstadt gestoßen. „Zauber der Architektur“ von Rupert Schweiger, einem Lokalhistoriker. Das Buch erschien allerdings schon 1995 und ist zu adaptieren.

Grundsätzliches im Bild der Steiner Architekturlandschaft hat sich nicht verändert (mit Abzug der Kunstmeile, die doch einen entscheidenden Einschnitt in die Kulturlandschaft von Krems machte).

Anfangen möchte ich ausgehend von meinem letzten Ausblick – der Mauterner Brücke – wo ich links den Förthof, angeblich von Karl dem Großen gegründet, liegen lasse und rechts abbiege auf die Steiner Landstraße.

BRÜCKEN-ALTSTADT-KLOSTER

Nach dem Linzer Tor ist Stein in drei Viertel gegliedert: in die Brückensiedlung, in das Altstadtviertel und ins Klosterviertel ganz im Osten. Für die Skyline sind die Türme wichtig, also welche Türme fallen da ins Gewicht?

Blick auf die beiden Türme: St. Nikolaus &
Frauenbergkirche © diekremserin
Der, der Frauenbergkirche zum Beispiel, den ich von der Hinteren Fahrstraße besonders schön sehe. Der Turm stammt aus einem früheren Bau, wahrscheinlich einer Michaelskirche, die 1081 das erste Mal erwähnt wurde. Spannend: dem unteren Teil des Gebäudes sieht man heute noch seine Nutzung als Beinhaus an.


Was ich erschreckend finde, aber anscheinend Teil der Stadtentwicklung Steins war, ist, dass die Kirche im 13. Jahrhundert heruntergekommen war. Das bedeutet, dass die Kirche kaum oder gar nicht genutzt wurde – die Siedlung hatte sich weiter hinunter zum Ufer verlegt, wo sich das Leben abspielte. Der Bau der Minoritenkirche und des Klosters dürfte seinen Beitrag dazu geleistet haben.

Blick in die Frauenbergkirche
© diekremserin
Die Frauenbergkirche, wie wir sie heute sehen, als Saalkirche entstand im 14. Jahrhundert und wurde auf Grund der steigenenden Marienverehrung der „lieben Frau“ geweiht. Während der Herrschaft von Joseph II wurde die Kirche entweiht, bis sie ein Steiner Bürger im 18. Jahrhundert kaufte, instand setzte und der Stadt Stein schenkte. Es konnten aufgrund der erhöhten Position während der Zeit von Hochwasser und Eisstößen Gottesdienste abgehalten werden.

Ein spannendes Detail zum Turm: er wurde nicht nur als Glockenturm erbaut, sondern als „Lueg ins Land“ – denn ein Rundblick ins Donautal und die Landschaft schadet nicht.
Heute dient die Kirche als Gedenkstätte für Gefallene beider Weltkriege.


Die Glasfenster spielen mit dem Seitenaltarbild
© diekremserin


20 Meter von der Frauenkirche entfernt, gen Ufer hinunter (über einige steile Stufen), schließt die heutige Pfarrkirche Steins an: St. Nikolaus (bald ist der 6.12. – da werde ich mehr über die Kirche schreiben).
Außenansicht, Mauerwerk, St. Nikolaus
© diekremserin
St. Nikolaus ist der Patron der Schifffahrt und hat so seinen legitimen Standort näher am Wasser – die Kirche wurde auch von Hochwasser regelmäßig heimgesucht. Auch der Turm der Stadtpfarrkirche ist weithin zu sehen.

Wiederum sehen wir heute eine adaptierte Form, 1. sieht die Kirche nicht aus wie in der Erbauungszeit ab 1263, sondern stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der Super-Architekt der Barockzeit, Jakob Prandauer hatte auch seine Finger im Spiel, im 18. Jahrhundert wurde nämlich einiges umgestaltet. Ab 1901 wurde wieder gewerkt: denn man passte die Kirche an den Zeitgeschmack an und es wurde regotisiert – also vor allem barocke Ausstattung (und etwaige Wandmalereien geschliffen) entfernt.


Zu guter Letzt für den heutigen (kirchen-)geschichtlichen Rundgang in der Steiner Altstadt, gehe ich weiter zum Minoritenkloster, das mit seinem Turm das östliche Stadtbild Steins prägt . Das Kloster hat eine fast kriminalgeschichtlich angehauchte Vergangenheit: erst seit 1951 kann die Kirche wieder für Gottesdienste genutzt werden. Davor waren Holzetagen eingezogen und der hohe Raum diente als Lager für Tabak. Möglich war dies, da die Kirche von Joseph II. 1796 entweiht wurde.
Minoritenkirche vom Minoritenplatz
© diekremserin


Entstanden ist das Bauwerk des Bettelordens ursprünglich außerhalb der Stadt. Aber rund um das Kloster hat sich schnell eine eigene Siedlung gegründet. 1224 kamen die Minoriten nach Stein – in Konkurrenz zu ihnen die Dominikaner um 1236 nach Krems. Dass die Kirche heute mit einem Turm (aus dem 14. Jahrhundert) ausgestattet ist, erklärt die lange Bauphase der eigentlichen Stadtpfarrkirche St. Nikolaus: man verlegte Gottesdienste in die Klosterkirche der Minoriten – und da braucht man auf jeden Fall einen Turm...

3 TÜRME FÜR EIN HALLELUJA!

Die drei Türme bestimmen das Stadtbild von Stein. Die Kirchen bestimmten über die Jahrhunderte hinweg, wo sich das Leben abspielte und wo sich die Menschen ansiedelten. Auf jeden Fall blicke ich jetzt mit anderen Gedanken auf das Stadtbild, denn ich sehe wie umfangreich die Geschichte der kleinen Stadt ist. Und das, obwohl ich nur auf drei Kirchen eingegangen bin.


25.11.2013

We love Krems

Stella Jones heizt ein

Nicht die Kälte sondern der Wind machte mir beim Stella Jones Konzert vor dem Wellen.Spiel das Leben schwer. Die Soulstimme und ihre Band heizte dem Publikum (das sich zumeist im Windschatten des Restaurants befand) aber ein und übertrug ihre Motivation auf die Menge. 


The stage is on fire… oder fast. Mir hat das Konzert Spaß gemacht, bin angesteckt worden hin und her zu schunkeln, zu klatschen und vor allem mit zu singen. Ein gelungener Abend.

Ich freue mich aufs nächste Jahr!



24.11.2013

5 Filme die das Leben verändern

Rückblick auf die CineZone

Cinema Next war mir ehrlich gesagt nicht geläufig. Ich bin keine regelmäßige Kinobesucherin, und wenn, dann schaue ich Filme, die nicht experimentieren. Junge Filmemacher wie Thomas Gänzel, Florian Pochlatko, Benjamin Swiczinsky, Mike Kren und Christine Moderbacher haben aber gutes Recht auszuprobieren und das eine oder andere Experiment zu wagen.


Mit der Initiative von Cinema Next wird bei halbjährlich stattfindenden Filmnächten der Fokus auf junges Kino aus Österreich gelegt. Krems pickte sich im heurigen Jahr ein Best-of heraus und die Wahl fiel auf die oben genannten fünf Nachwuchsfilmemacher. Dass die fünf jung sind, heißt nicht, dass sie unerfahren sind.

WERBUNG, 2013

Thomas Gänzle, 2 min.

Thomas Gänzles 2-minütiger Film schneidet Trailer und Werbungen von Filmen auf eine neue Erlebnisebene zusammen. Er arbeitet mit Codes, die Zusehende sofort erkennen und entziffern können - somit stellt er die Frage was uns Menschen geläufig ist und wie wir darauf reagieren?

"Erdbeerland" © Kino im Kesselhaus

ERDBEERLAND, 2012

Florian Pochlatko, 32 min.

Das Teenie-Leben ist eine harte Nuss. Für einen selbst und für alle rundherum. Florian Pochlatko fühlt sich ein in die Themen des Alltags junger Menschen, die mit sich selbst und ihrer Umwelt kämpfen: oft laut, manchmal leise und mit sehr viel Gefühl. Ich gratuliere zum Preis für Kurzspielfilme der Diagonale 2013!

TELEFONBUCHPOLKA, 2013

Benjamin Swiczinsky, 5 min.

Arte verfilmte 15 Lieder des Dichters Georg Kreisler und eine Mini-Serie entstand: "Kreislers musikalische Stolpersteine" . Benjamin Swiczinsky nahm sich die "Telefonbuchpolka" vor und verfilmte das Stück in ironisch-witziger Weise als Trickfilm. Zu sehen ist die Folge der Serie noch online! Unbedingt reinschauen (der Text von der wahnwitzigen Telefonbuchpolka steht auch online!):



EIN BRIEF AN MOHAMED, 2013

Christine Moderbacher, 30 min.

"Ein Brief an Mohamed" © Kino im Kesselhaus
Christine Moderbacher schaut in ihrem Dokument mit einem sehr unvoreingenommenen Blick auf die tunesische Revolution. Sie schockt nicht, sie gibt kein politisches Statement ab, sie greift die Poesie auf, die Aufbrüche dieser Art mit sich bringen. "Ein Brief an Mohamed" ist Dokument und Geschichte, Literatur und Musik. Die Genres gehen ineinander über.

ALBATROSSE, 2013

Mike Kren, 15 min.

Was müssen wir zurücklassen? Wovon müssen wir uns trennen? Was ist uns wichtig? Mike Kren erzählt in 13 Minuten vom Blick zurück. Der Erwachsene erinnert sich an sein Kind-sein, an die Zeit in der damaligen Tschechoslowakei, in den 1970er Jahren, als er weg musste. Die Bilder, die Mike Kren, seinem Leo sehen lässt sind verschwommene Erinnerungen, die aber klar wirken - manchmal unrealistisch und märchenhaft, surreal. Als Leo gehen musste - was ließ er zurück? 


Ich lege diese österreichischen Produktionen uns allen ans Herz. Junge, frische Filme, die einen anderen Blick aufs Leben werfen, machen mich immer nachdenklich, aber dennoch freue ich mich über neue Inspiration… 
Am besten das PDF durchlesen von Cinema Next und versuchen das nächste Mal dabei zu sein! 

20.11.2013

Reggae aus der Steiermark

cinezone: FILM + KONZERT


Cinema Next Filmnacht trifft auf österreichischen Reggae von Millions of Dreads

© diekremserin
Das sind schon zwei gute Gründe um am Donnerstag, 21. November ins Kino im Kesselhaus zu gehen. Ab 19.00 Uhr wird Nachwuchskino aus Österreich gezeigt. Mit Filmen von Thomas Gänzel, Benjamin Swiczinsky, Christine Moderbacher, Mike Kren und Florian Pochlatko.

Millions of Dreads sind drei steirische Musiker, die Reggae in verschiedenen Sprachen und in unterschiedliche Richtungen produzieren - Dancefloor bis Drum'n'Bass sind im Kontingent des Trios zu finden. 



Für deinen guten Grund vergebe ich 1 x 2 Tickets für Filme & Konzert! 

Einfach hier ein Kommentar hinterlassen und der/die Schnellste erhält die Tickets an der Abendkassa hinterlegt. 






Essen, Essen, Essen


Mein sonntäglicher Besuch im Forum Frohner/ernst krenek forum/Kunstraum Stein zahlte sich voll aus. Ich hab 1. das Minoritenkloster näher kennen gelernt und 2. drei spannende Ausstellungen zum Preis von einer gesehen.


Von der Hand in den Mund…


Essen in der Kunst“ lässt mich jetzt noch schmunzeln, wenn ich an Daniel Spoerris „Faux tablaeu- piège“ denke – diese gedeckten Tische, mit benutzten Gläsern und Tellern, mit schmutzigen Tischtüchern: das Fest ist zu Ende, die Gäste sind gegangen, und anstatt abzuräumen, abzuwaschen und die Reste zu beseitigen, nimmt sich Spoerri der Erinnerung an.
Er bohrt die Teller an, klebt sie auf die Tischplatte, mit all den Essensresten und Bröseln und Flecken, und was bleibt ist die Erinnerung an einen vergangenen Abend mit Freunden.

Erwin Wurm, Untitled (Nr. 8), 2008
Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg/Paris
Foto: Studio Wurm
© Bildrecht, Wien, 2013
Historisch gesehen geht das Darstellen von Essen als Stillleben in die Malerei der Niederlanden des 17. Jahrhunderts zurück. Eine vierteilige Arbeit eines unbekannten Malers nimmt im Forum Frohner Bezug darauf. Die Leihgabe aus Stift Admont hängt präsent im Frontalfokus des Betrachters. Während die Tischgelage von Spoerri erst nicht ins Auge springen, hatte ich die vier massiven Ölbilder sofort im Auge.

Bei Erwin Wurms Gurkerl wollte ich dann fast zugreifen. Aber lieber doch nicht...

Restaurieren, hallo?


Die Vitrinen beschäftigen sich vorwiegend mit Lebensmittel in veränderter Form: Zuckerwürfel karamelisiert und als architektonisches Bauwerk verewigt oder Schokolade neu gegossen (sieht übrigens aus wie Lehm).
Aus Sicht von Restauratoren gesehen, bringen diese Objekte aus vergänglichem Material viele Probleme mit sich. Neben den üblichen Fragen kommt eine ganz wichtige hinzu: was tut man restauratorisch gegen den Verfall?

Ich schlage vor: nichts. Immerhin hat der Künstler, die Künstlerin absichtlich ein vergängliches Lebensmittel gewählt. Dass es sich verändert, altert und verdirbt war meist von vornherein Mittel zum Zweck.


Ästhetik wider Gestank


Klaus Pichler
Serie "One Third": Strawberries, 2011
© Klaus Pichler/Anzenberger Gallery, Wien
Die Ausstellung stellt diese Frage nicht, sie steht dennoch mit den drei Fotografien von Klaus Pichler im Raum: verdorbene Speisen ästhetisch gekonnt in Szene gesetzt.
Wäre der Geruch nicht (und das Ungeziefer) würde ich mir eine solche Ananas tatsächlich als Objekt im Raum vorstellen können. Gut, dass die Fotografie nicht stinkt.

Die Ausstellung ist noch bis 23. März 2014 im Forum Frohner am Minoritenplatz in Stein zu sehen.






Empfehlung: 

Donnerstag, 28. November 2013, 16.00


19.11.2013

Gewinnspiel für Aktionsgeladene

bring your own…

…stuff and join the klanginstallation!


© David Ruehm/Thimfilm M. Ostrowksi in DIE WERKSTÜRMER


Michael Ostrowski und leTAMTAM wagen eine Kooperation der besonderen Art im Rahmen des Festivals Wachau in Echtzeit. Ostrowski, der aus Produktionen wie Nacktschnecken, Same Same but Different, Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott oder der ORF-Krimikomödie 4 Frauen und ein Todesfall als Schauspieler und Drehbuchautor bekannt wurde, legt sich mit dem Elektroduo leTAMTAM erneut ins Zeug. 

Eine Performance in der Kunsthalle Krems - zwischen Lesung, Sound(-installation), Konzert und Happening: BEATPOETS 


Für dich sind 1 x 2 Karten für Samstag, 30. November, 19.30, hinterlegt, wenn du folgende Frage richtig beantworten kannst und der/die Schnellste bist:

Aus welchem österreichischen Bundesland kommen leTAMTAM und Michael Ostrowski? 

Das Gewinnspiel läuft bis 27. November, 23.00 Uhr in Kooperation mit Wachau in Echtzeit. 

Tickets bestellen

Online Ticketvorverkauf
Ticket VVK: 20.00
Ermäßigt VVKt: 18.00
Ticket AK: 22.00
Ermäßigt AK: 20.00



18.11.2013

Herr und Frau Österreicher sagen "Hallo!"

Dick, dicker - Österreich!



Wie zwei Rotznasen lachen einem die zwei dicken Figuren aus Bronze vor dem Karikaturmuseum entgegen. Richtig angewidert bin ich, wenn ich die zwei ansehe. 
© diekremserin


Manfred Deix, der das Museum mitinitiiert hatte, entblößt uns Einwohner der Alpenrepublik Österreich ganz schön. Dick sind wir, mit runden, fleischigen Köpfen und hässlichen Schweinsaugen. Beide ruhen ganz gemütlich auf jeweils einem Podest. Ungleich den sonstigen Beschreibungen der österreichischen Laune, lachen die zwei. Aus vollem Halse. Fast wirkt es ein bisschen falsch - so als würde ihnen das Lachen im Hals stecken bleiben.
© diekremserin

Obwohl ich teils angeekelt bin von den beiden Kreaturen, die mir Herr Deix als Herr Österreicher und Frau Österreicher vorstellt, schmunzle ich auf der anderen Seite. Er hat ja recht. Schamlose Darstellung von überschätzten Persönlichkeiten, die in dem Fall dem Durchschnitt eines jeden Einwohners entsprechen, kratzt am Selbstbewusstsein. Und vor allem tut der krasse Naturalismus in den Augen weh. 

Deix polarisiert. Obwohl die beiden Statuen vorm Museum nicht mehr anecken. Sie sind Begrüßungsfiguren für Besuchende, die eintreten um mehr zu sehen: FÜR IMMER DEIX! Die laufende Ausstellung mit vielen Grafiken und Aquarellen aus dem Privatbesitz des Künstlers - noch nie gezeigte Arbeiten - gibt einen Einblick und einen guten Überblick in die Tabus, in die sich Deix vorwagt. Er hat keine Scheu davor, Themen in den Vordergrund zu rücken, die mit vorgehaltener Hand besprochen werden. Kein Thema bleibt im Dunkeln. Kirche, Staat, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und letztendlich wir alle - jeden Menschen nimmt sich Manfred Deix vor. 

Wöchentlich können die Zeichnungen des Niederösterreichers, der 1949 geboren wurde, im Magazin NEWS aufgeblättert werden. Hier rollt er tagespolitische Themen auf und stellt sie vor die Zerreissprobe. Mit Humor. Denn der muss laut Manfred Deix bissig und drastisch sein um zu wirken. 


Empfehlung

FÜR IMMER DEIX!
Karikaturmuseum Krems
Steiner Landstr. 3a
3500 Krems-Stein

Öffnungszeiten
täglich 10-17 Uhr

Information unter 02732 90 80 20


16.11.2013

Sonntäglicher Kunstgenuss


Heut lass ich mich vermitteln...


Die Kunstmeile Krems lädt am Sonntag zum Verweilen ein. Wo Kunstvermittlung Spaß macht:

YOKO ONO: HALF-A-WIND-SHOW Eine Retrospektive
10.00 - 17.00 Uhr

Um 14.00 Uhr findet eine Führung durch die fantastische Ausstellung statt. Vergesst nicht ein Zettelchen zu schreiben! Denn ihr seid alle Teil der Ausstellung ...

Florian Schmidt: Correspondance
10.00 - 17.00 Uhr

FREIER EINTRITT

Lucky Luke
Karl Arnold: Zeichner des Simplicissimus 
FÜR IMMER DEIX!
10.00 - 17.00 Uhr

Um 15.00 Uhr gibt das Karikaturmuseum Einblick in die stattfindenden Ausstellungen… zu Herr und Frau Österreicher bitte von mir "Guten Tag!" sagen - ein Beitrag über die Fettsäcke folgt :-)

Essen in der Kunst!
11.00 - 17.00 Uhr

Kunstraum Stein
Raffael Rheinsberg: Die Seele der Dinge
11.00 - 17.00 Uhr

Die Ausstellungsfläche im ehemaligen Minoritenkloster Stein hat eine ganz besondere Ausstrahlung! Unbedingt hineinschauen!






TIPP:


Kombiticket für folgende Museen um 15,-
Kunsthalle Krems | Karikaturmuseum Krems | Kunstraum Stein | Forum Frohner | ernst krenek forum | Klangraum Krems



Viel Spaß!

15.11.2013

Wohin am Samstag?

16. November 2013


© diekremserin


Am heutigen Samstag fällt die Entscheidung schwer. Wohin soll's gehen? Wie wird das Wetter? Habe ich schon Lust auf vor-weihnachtliche Punschgerüche? Am besten entscheidest du selbst, ob du einen Ausflug nach Lerchenfeld machst, oder eher einen Spaziergang durch die Stadt vom Hohen Markt in die Landstraße und zum Stadtsaal….





Kunstmeile Krems - eine Auswahl der Ausstellungen

YOKO ONO: HALF-A-WIND-SHOW Eine Retrospektive
10.00 - 17.00 Uhr

Florian Schmidt: Correspondance
10.00 - 17.00 Uhr

Lucky Luke
Karl Arnold: Zeichner des Simplicissimus 
FÜR IMMER DEIX!
10.00 - 17.00 Uhr

Essen in der Kunst!
11.00 - 17.00 Uhr

Kunstraum Stein
Raffael Rheinsberg: Die Seele der Dinge
11.00 - 17.00 Uhr



Vorweihnachtlicher Kunsthandwerksmarkt

Richard-Harrer-Weg 13
3500 Krems/Egelsee

13.00 - 18.00 Uhr


Interkulturelles Fest "Die ganze Welt in Lerchenfeld"

Pfarrheim
Lößgasse 2
3500 Krems-Lerchenfeld

15.00 - 16.00 Uhr


Kino im Kesselhaus

Dr.-Karl-Dorrek-Str. 30
3500 Krems

18.15 Uhr "Sein letztes Rennen"


Kre:Art Vernissage "la mémoire textile" - Agnes Czifra

Felsen.Raum.Galerie
Kre:Art 
Wegscheid 7
3500 Krems

19.00 Uhr 

Agnes Czifra wird bis 31. Dezember in der Felsen.Raum.Galerie ihre textilen Kunstobjekte ausstellen, die mit dem Erinnerungswert spielen. Am 16. November findet ein eintägiger Workshop mit der Künstlerin statt. 


Haus der Regionen "Junge Meister"

Donaulände 56
3500 Krems-Stein

Infos unter 02732 850 15

19.00 Uhr

Im Vordergrund steht die Förderung junger Talente und ihrer volksmusikalischen Interessen. 


Volkshaus Lerchenfeld Theater "Déjà-vu um 4 Uhr Früh"

Hofrat-Erben-Str. 1
3500 Krems-Lerchenfeld

Kartenreservierung: 0676 6204306

19.30 Uhr

Vorletzte Vorstellung der Komödie in 3 Akten. Der Reinerlös der Theaterprojekts kommt dem Kindertreff Lerchenfeld zu Gute sowie den Feriencamps und weiterer Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche und außerdem zur Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter_innen der Kinderfreunde.


Stadtsaal Kabarett "Hader spielt Hader"

Stadtsaal Krems
Edmund-Hofbauer-Str. 19
3500 Krems

20.00 Uhr


Schon entschieden?



14.11.2013

Mittendrin

nicht nur nebenbei


Die Galerie Kopriva bespielt die neue Ausstellungsfläche mit fast vergessenen Künstlerinnen der 1950er, 1960er und 1970er Jahren noch bis 30. November. 

Heute spazierte ich an der Galerie Kopriva vorbei - mitten in der Stadt, gegenüber des Schlüsselamtes - und warf einen Blick hinein. Positionen von Künstlerinnen von 1950-1970 zeigen Manfred Kopriva jun. und sen. in ihrer Ausstellung "nicht nur nebenbei". 

Genau diese Jahre sind es, in denen Frauen in aller Welt begannen aufzubegehren gegen das vorherrschende Patriarchat. In der Kunst wurde den Frauen die passive Seite des Schaffens zugewiesen, sie waren Objekte, Musen, Begleiterinnen, standen bei und fühlten mit. Zum Glück dürfen wir heute in die Fußstapfen dieser mutigen Frauen treten. Zum Beispiel in die, der 1933 geborenen Gerlinde Wurth, die bis 1983 als Künstlerin präsent war, in Wien, Graz und Schweden, und sich danach zur Ruhe setzte. Erst seit 2003 stellt sie wieder aktiv aus. 

Die "Zellenbilder", die sie schon in frühen Jahren entwickelte - als sie Algen im Mikroskop beobachtete und ihre Zellstruktur in Farben festhielt - faszinieren mich besonders. Dem entgegen stehen die "Materialbilder", die nicht feingliedrig und fast filigran wirken, sondern wuchtig, dunkel und dick aufgetragen. 

© diekremserin 


Diese Art von Vielschichtigkeit ist es, die die Kunst von Gerlinde Wurth ausmacht. Sie probierte viel aus, experimentierte und ließ die Wissenschaft in ihr Oeuvre mit einfließen. Ich würde sie als weltoffene und interessierte Persönlichkeit beschreiben, die Wissbegier und Entdeckungsfreude im Blut hat. Sie ist hier um still und heimlich zu verändern, auf ihre Art. 

bis 30. November sind Gerlinde Wurths Arbeiten noch bei Galerie Kopriva zu sehen.
Die von Dr. Elisabeth Voggeneder kuratierte Ausstellung beinhaltet Werke von Fria Elfen, Gerda Fassel, Christine Heuer, Lore Heuermann, Franka Lechner, Franziska Mikl-Wibmer, Uta Prantl-Peyrer, Gerlinde Wurth, Christa Hauer, Elfriede Mejchar und Grete Yppen.

13.11.2013

Norwegische Eleganz

Musik aus einer anderen Welt


Djønne&Børsheim

Im November möchte ich es ab und zu schon richtig kalt haben. Draußen. Momentan lässt das richtig kalt-grausige Wetter noch auf sich warten, aber ich nehme an bis 21.11. schafft der Spätherbst seinen Einzug. 

© Knut Utler


Dabei liebe ich im Inneren ein flackerndes Kaminfeuer und gute, neue Musik, die entspannt und gleichzeitig Flair mit sich bringt. Djønne&Børsheim ist ein Duo aus Norwegen, die am 21. November im Haus der Regionen Krems-Stein mit Violine aus Hardanger, wo die beiden herkommen, und Ziehharmonika ihr bestes geben.

The two girls writes melodies that goes straight to your heart.  schreibt Hordaland, 2012. 
Die zwei Frauen setzen auf schwungvolle, neuinterpretierte Volksmusik ihres Landes Norwegen, schreiben ihre eigenen Kompositionen und spielen schon über 100 Konzerte zusammen. 
Die beiden sind auf sind unter Annlaug Børsheim und Rannveig Djønne  zu erreichen und ihre Musik anzuhören.

Am liebsten aber höre ich sie live:

Ticket Information: 02732/85015

Tickets:

KAT I: VVK: EUR 16,00, AK: EUR 18,00
KAT II: VVK: EUR 14,00, AK: EUR 16,00

© Knut Utler



12.11.2013

Geschichte auf Beinen

Wir erleben dauernd Geschichten.


In der eigenen Stadt bewege ich mich meist wie mit Scheuklappen. Da schaue ich weder nach links, noch nach rechts, vergesse auf Gebäude zu achten und interessiere mich nur wenig für die tatsächliche Geschichte. Dabei birgt Krems wunderbare Anekdoten, die rein gar nichts mit Geschichte-Unterricht zu tun haben –leider wurden viele abgeschreckt und „Geschichte“ gilt als fad („Da hab ich nur Jahreszahlen auswendig gelernt“)


Während die Donautouristen an der Schiffstation Krems-Stein anlegen und dort durch die aufgestellten Geschichts-Tafeln spazieren können, sich da und dort eine kleine Geschichte zu Gemüte führen, kommt unser eins selten auf den Gedanken diese Tafeln tatsächlich durchzulesen. Dabei erhält man einen speziellen Einblick in kulturgeschichtliche Entwicklungen, die uns jetzt noch beschäftigen: Wie wurde die Wachau zu dem was sie jetzt ist? Was hat es mit der Venus von Willendorf auf sich? Welchen Beitrag hat Richard Löwenherz zur Aufwertung unserer Kulturlandschaft geleistet? Welchen Rang hat Krems z.B. in der Weinerzeugung? Und... ich höre schon auf.


Worauf will ich hinaus?

Ich schlage euch vor an die Lände zu gehen, wenn ihr etwas Neues über eure Stadt und ihre nähere Umgebung erfahren wollt. Oder etwas zu wiederholen, was ihr schon wisst. Stolz war ich auch, als Freunde aus Südafrika zu Besuch waren und ich einen kleinen geschichtlichen Einblick geben konnte, mit dem Erfolg, dass sie begeistert waren von den Geschichten, die Krems so bekannt machen.


Und weil ich euch nicht verdonnern will, habe ich einen kleinen Krems-relevanten Auszug aus den Tafeln vorbereitet:


http://www.flickr.com/lucietae

Krems UND Stein

Drei Städte wachsen zu einer Doppelstadt zusammen. Krems, 995 das erste Mal urkundlich genannt, Stein und die Vorstadt Und (inkl. Kapuzinerkloster). Die Story beginnt aber viel früher, in einer Zeit aus der wir auf keine Schriften zurückgreifen können... 2005 hob ein Team von Archäologen das Zwillingsgrab am Wachtberg aus, das ca. 30.000 Jahre alt sein soll. Darüber werde ich in Kürze ausführlich berichten – ein Ausflug auf den Wachtberg bahnt sich an!


Krems hat Rang und Namen

Unvorstellbar, aber wahr! Krems zählte zu den wichtigsten Städten an der Donau, die neben Wien, Passau und Regensburg, 1154 in der „Weltkarte“ des Gelehrten Al Idrisi genannt wurden.

Mit meiner Kollegin bau:kunst:geschichten, die Mittelalterexpertin und Niederösterreichliebhaberin ist, werde ich die mittelalterliche Siedlung beim Hohen Markt erforschen.


Auf und ab – 1700 bis heute

Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich im 16./17. Jahrhundert rasant, aufgrund der Gegenreformation (die Kremser waren vorwiegend Protestanten) und dem Druck der auf die Stadt ausgeübt wurde. Schuld war aber auch ein Großbrand, der verheerende Folgen hatte.
Da Krems-Stein (ab 1305 wurde die Verwaltung vereinheitlicht) der Rezession entkam, verdankt die Stadt auch ihrer Lage: Verkehrsknotenpunkt für Nord-Süd und Ost-West-Verkehr, sowie die Donau als wichtigen wirtschaftlichen Angelpunkt. Der Ausbau zum Schul- und Gerichtssitz bestärkte die Stadt und bis heute wird sie als Bildungszentrum in Niederösterreich gesehen.

Während des Nationalsozialismus von 1938-1945 wurde Krems zur Gau-Stadt erhoben. Dies hatte die Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Bürger und Deportationen zur Folge. In der Justizanstalt Stein kam es zu einem Massaker an politischen Häftlingen und die Stadt wurde heftig bombardiert (s. Mauterner Brücke).


„Heute ist die Doppelstadt ein international anerkanntest Kultur- und Bildungszentrum. 1994, mit der Gründung der Donauuniversität, wurde Krems Universitätsstadt. Im Jahr darauf wurde die Kunstmeile Krems inkl. Kunsthalle eröffnet.“


Den Bildungsstatus hat Krems sich bis heute erhalten können, hinzu kam der starke Fokus auf die Kultur – ein Theater würde noch fehlen ... – und der Schwerpunkt als Verwaltungsmittelpunkt hat sich nach St. Pölten und Wien verlegt.



Wir sind Teil dieser Geschichten.



Meist gelesen

Vergangenes

Copyright © ✈️ diekremserin on the go | Powered by Blogger
Design by Viva Themes | Blogger Theme by NewBloggerThemes.com