wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

28.11.2013

Verena & Nicolas im Gespräch

Ausstellungseröffnung im Karikaturmuseum 

Dass das Karikaturmuseum das einzige Museum seiner Art in Österreich ist, hat positive sowie negative Seiten: positiv ist, dass die besten der besten Zeichner_innen, Graphiker_innen, Illustrator_innen und Karikaturist_innen aus dem österreichischen, europäischen und internationalem Raum ausgestellt werden. Eine negative Seite stellt die stiefmütterliche Behandlung des Comics und der Karikatur in der sonst so offenen Kunstwelt dar. 
© diekremserin

Heute eröffnete Direktor Gottfried Gusenbauer gemeinsam mit einem ganzen Podium die zwei neuen Ausstellungen "Lesen macht Spaß! Der Maulwurf Grabowski und die 22 Heinzelmännchen" und "Nicolas Mahler. Wer alles liest hat nichts begriffen" (Zitat Thomas Bernhard). Die Moderation hatte Michael Freund inne, der sein Handwerk zwar mit viel Humor beherrschte, aber dennoch nicht ganz die richtig spannenden Fragen stellte (er hätte aufhören sollen, als Nicolas Mahler meinte Zeit-Füller zu sein…). Trotzdem, kurzweilig mit Christine Nöstlinger, Verena Hochleitner, Nicolas Mahler und Raimund Fellinger vom Suhrkamp Verlag. 

Kinderbuch - Kinderliteratur - Bücher, die wir alle gerne lesen

Genossen habe ich in jedem Fall die Ausführungen von Christine Nöstlinger, die als 1936er Jahrgang zu den Koryphäen der österreichischen Literaturlandschaft zählt. Die Frage nach der Zielgruppe, nach der Altersklasse der Kinder oder Jugendlichen, an die sie sich richtet, hat sie beantwortet indem sie die Frage nach dem Unterschied zwischen Kinderbuch und Kinderliteratur in den Raum gestellt hat. Egal, meinen die einen, wichtig, die anderen. Ich beziehe Stellung: ich lese unglaublich gerne sogenannte Kinderbücher. Ja, diese Geschichten sind vorwiegend für eine andere Altersklasse geschrieben, aber dennoch liebe ich die Geschichten, in denen Kinder die Hauptrollen spielen (wie z.B. Geschichten vom Franz, der kleine Tiger, Kasper Mütze, usw.). 

Deshalb empfehle ich auch wärmstens einen Blick ins Karikaturmuseum zu werfen und die Illustratorin Verena Hochleitner kennen zu lernen. Mit ihrem Kinderbuch "Jakob und das rote Buch" nimmt die gebürtige Oberösterreicherin einen Text über die Problematik eines Pflegekindes auf und seine Suche nach der eigenen Geschichte. Hochleitner illustriert mit Gefühl und Geschick - die Bilder erzählen eine weitere Geschichte, geben einen breiteren Einblick in die Emotionen und Gedanken des Pflegekindes Jakob. 

Wer es nicht erwarten kann, schaut sich Verena Hochleitners Weblog an!




27.11.2013

Als ich von der Kremser Skyline in den Bann gezogen wurde

Von der Mauterner Brücke zum Hafen


TEIL II - WHO IS WHO DER (KIRCHEN-)ARCHITEKTUR STEINS

Mit dem Blick von der Mauterner Brücke habe ich mich letztes Mal verabschiedet. Nachdem ich bemerkt habe, dass ich selbst sehr wenig Ahnung von den Gebäuden der Stadt Krems-Stein habe, stiefelte ich in die Bibliothek (die einen Besuch wert ist!) am Körnermarkt.
Blick vom Minoritenplatz auf die Frauenbergkirche
© diekremserin

Krems-Stein. Auf der Suche nach den architektonische Highlights der Skyline, bin ich auf die Niederschrift der Stadtgeschichte der Doppelstadt gestoßen. „Zauber der Architektur“ von Rupert Schweiger, einem Lokalhistoriker. Das Buch erschien allerdings schon 1995 und ist zu adaptieren.

Grundsätzliches im Bild der Steiner Architekturlandschaft hat sich nicht verändert (mit Abzug der Kunstmeile, die doch einen entscheidenden Einschnitt in die Kulturlandschaft von Krems machte).

Anfangen möchte ich ausgehend von meinem letzten Ausblick – der Mauterner Brücke – wo ich links den Förthof, angeblich von Karl dem Großen gegründet, liegen lasse und rechts abbiege auf die Steiner Landstraße.

BRÜCKEN-ALTSTADT-KLOSTER

Nach dem Linzer Tor ist Stein in drei Viertel gegliedert: in die Brückensiedlung, in das Altstadtviertel und ins Klosterviertel ganz im Osten. Für die Skyline sind die Türme wichtig, also welche Türme fallen da ins Gewicht?

Blick auf die beiden Türme: St. Nikolaus &
Frauenbergkirche © diekremserin
Der, der Frauenbergkirche zum Beispiel, den ich von der Hinteren Fahrstraße besonders schön sehe. Der Turm stammt aus einem früheren Bau, wahrscheinlich einer Michaelskirche, die 1081 das erste Mal erwähnt wurde. Spannend: dem unteren Teil des Gebäudes sieht man heute noch seine Nutzung als Beinhaus an.


Was ich erschreckend finde, aber anscheinend Teil der Stadtentwicklung Steins war, ist, dass die Kirche im 13. Jahrhundert heruntergekommen war. Das bedeutet, dass die Kirche kaum oder gar nicht genutzt wurde – die Siedlung hatte sich weiter hinunter zum Ufer verlegt, wo sich das Leben abspielte. Der Bau der Minoritenkirche und des Klosters dürfte seinen Beitrag dazu geleistet haben.

Blick in die Frauenbergkirche
© diekremserin
Die Frauenbergkirche, wie wir sie heute sehen, als Saalkirche entstand im 14. Jahrhundert und wurde auf Grund der steigenenden Marienverehrung der „lieben Frau“ geweiht. Während der Herrschaft von Joseph II wurde die Kirche entweiht, bis sie ein Steiner Bürger im 18. Jahrhundert kaufte, instand setzte und der Stadt Stein schenkte. Es konnten aufgrund der erhöhten Position während der Zeit von Hochwasser und Eisstößen Gottesdienste abgehalten werden.

Ein spannendes Detail zum Turm: er wurde nicht nur als Glockenturm erbaut, sondern als „Lueg ins Land“ – denn ein Rundblick ins Donautal und die Landschaft schadet nicht.
Heute dient die Kirche als Gedenkstätte für Gefallene beider Weltkriege.


Die Glasfenster spielen mit dem Seitenaltarbild
© diekremserin


20 Meter von der Frauenkirche entfernt, gen Ufer hinunter (über einige steile Stufen), schließt die heutige Pfarrkirche Steins an: St. Nikolaus (bald ist der 6.12. – da werde ich mehr über die Kirche schreiben).
Außenansicht, Mauerwerk, St. Nikolaus
© diekremserin
St. Nikolaus ist der Patron der Schifffahrt und hat so seinen legitimen Standort näher am Wasser – die Kirche wurde auch von Hochwasser regelmäßig heimgesucht. Auch der Turm der Stadtpfarrkirche ist weithin zu sehen.

Wiederum sehen wir heute eine adaptierte Form, 1. sieht die Kirche nicht aus wie in der Erbauungszeit ab 1263, sondern stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der Super-Architekt der Barockzeit, Jakob Prandauer hatte auch seine Finger im Spiel, im 18. Jahrhundert wurde nämlich einiges umgestaltet. Ab 1901 wurde wieder gewerkt: denn man passte die Kirche an den Zeitgeschmack an und es wurde regotisiert – also vor allem barocke Ausstattung (und etwaige Wandmalereien geschliffen) entfernt.


Zu guter Letzt für den heutigen (kirchen-)geschichtlichen Rundgang in der Steiner Altstadt, gehe ich weiter zum Minoritenkloster, das mit seinem Turm das östliche Stadtbild Steins prägt . Das Kloster hat eine fast kriminalgeschichtlich angehauchte Vergangenheit: erst seit 1951 kann die Kirche wieder für Gottesdienste genutzt werden. Davor waren Holzetagen eingezogen und der hohe Raum diente als Lager für Tabak. Möglich war dies, da die Kirche von Joseph II. 1796 entweiht wurde.
Minoritenkirche vom Minoritenplatz
© diekremserin


Entstanden ist das Bauwerk des Bettelordens ursprünglich außerhalb der Stadt. Aber rund um das Kloster hat sich schnell eine eigene Siedlung gegründet. 1224 kamen die Minoriten nach Stein – in Konkurrenz zu ihnen die Dominikaner um 1236 nach Krems. Dass die Kirche heute mit einem Turm (aus dem 14. Jahrhundert) ausgestattet ist, erklärt die lange Bauphase der eigentlichen Stadtpfarrkirche St. Nikolaus: man verlegte Gottesdienste in die Klosterkirche der Minoriten – und da braucht man auf jeden Fall einen Turm...

3 TÜRME FÜR EIN HALLELUJA!

Die drei Türme bestimmen das Stadtbild von Stein. Die Kirchen bestimmten über die Jahrhunderte hinweg, wo sich das Leben abspielte und wo sich die Menschen ansiedelten. Auf jeden Fall blicke ich jetzt mit anderen Gedanken auf das Stadtbild, denn ich sehe wie umfangreich die Geschichte der kleinen Stadt ist. Und das, obwohl ich nur auf drei Kirchen eingegangen bin.


25.11.2013

We love Krems

Stella Jones heizt ein

Nicht die Kälte sondern der Wind machte mir beim Stella Jones Konzert vor dem Wellen.Spiel das Leben schwer. Die Soulstimme und ihre Band heizte dem Publikum (das sich zumeist im Windschatten des Restaurants befand) aber ein und übertrug ihre Motivation auf die Menge. 


The stage is on fire… oder fast. Mir hat das Konzert Spaß gemacht, bin angesteckt worden hin und her zu schunkeln, zu klatschen und vor allem mit zu singen. Ein gelungener Abend.

Ich freue mich aufs nächste Jahr!



24.11.2013

5 Filme die das Leben verändern

Rückblick auf die CineZone

Cinema Next war mir ehrlich gesagt nicht geläufig. Ich bin keine regelmäßige Kinobesucherin, und wenn, dann schaue ich Filme, die nicht experimentieren. Junge Filmemacher wie Thomas Gänzel, Florian Pochlatko, Benjamin Swiczinsky, Mike Kren und Christine Moderbacher haben aber gutes Recht auszuprobieren und das eine oder andere Experiment zu wagen.


Mit der Initiative von Cinema Next wird bei halbjährlich stattfindenden Filmnächten der Fokus auf junges Kino aus Österreich gelegt. Krems pickte sich im heurigen Jahr ein Best-of heraus und die Wahl fiel auf die oben genannten fünf Nachwuchsfilmemacher. Dass die fünf jung sind, heißt nicht, dass sie unerfahren sind.

WERBUNG, 2013

Thomas Gänzle, 2 min.

Thomas Gänzles 2-minütiger Film schneidet Trailer und Werbungen von Filmen auf eine neue Erlebnisebene zusammen. Er arbeitet mit Codes, die Zusehende sofort erkennen und entziffern können - somit stellt er die Frage was uns Menschen geläufig ist und wie wir darauf reagieren?

"Erdbeerland" © Kino im Kesselhaus

ERDBEERLAND, 2012

Florian Pochlatko, 32 min.

Das Teenie-Leben ist eine harte Nuss. Für einen selbst und für alle rundherum. Florian Pochlatko fühlt sich ein in die Themen des Alltags junger Menschen, die mit sich selbst und ihrer Umwelt kämpfen: oft laut, manchmal leise und mit sehr viel Gefühl. Ich gratuliere zum Preis für Kurzspielfilme der Diagonale 2013!

TELEFONBUCHPOLKA, 2013

Benjamin Swiczinsky, 5 min.

Arte verfilmte 15 Lieder des Dichters Georg Kreisler und eine Mini-Serie entstand: "Kreislers musikalische Stolpersteine" . Benjamin Swiczinsky nahm sich die "Telefonbuchpolka" vor und verfilmte das Stück in ironisch-witziger Weise als Trickfilm. Zu sehen ist die Folge der Serie noch online! Unbedingt reinschauen (der Text von der wahnwitzigen Telefonbuchpolka steht auch online!):



EIN BRIEF AN MOHAMED, 2013

Christine Moderbacher, 30 min.

"Ein Brief an Mohamed" © Kino im Kesselhaus
Christine Moderbacher schaut in ihrem Dokument mit einem sehr unvoreingenommenen Blick auf die tunesische Revolution. Sie schockt nicht, sie gibt kein politisches Statement ab, sie greift die Poesie auf, die Aufbrüche dieser Art mit sich bringen. "Ein Brief an Mohamed" ist Dokument und Geschichte, Literatur und Musik. Die Genres gehen ineinander über.

ALBATROSSE, 2013

Mike Kren, 15 min.

Was müssen wir zurücklassen? Wovon müssen wir uns trennen? Was ist uns wichtig? Mike Kren erzählt in 13 Minuten vom Blick zurück. Der Erwachsene erinnert sich an sein Kind-sein, an die Zeit in der damaligen Tschechoslowakei, in den 1970er Jahren, als er weg musste. Die Bilder, die Mike Kren, seinem Leo sehen lässt sind verschwommene Erinnerungen, die aber klar wirken - manchmal unrealistisch und märchenhaft, surreal. Als Leo gehen musste - was ließ er zurück? 


Ich lege diese österreichischen Produktionen uns allen ans Herz. Junge, frische Filme, die einen anderen Blick aufs Leben werfen, machen mich immer nachdenklich, aber dennoch freue ich mich über neue Inspiration… 
Am besten das PDF durchlesen von Cinema Next und versuchen das nächste Mal dabei zu sein! 

20.11.2013

Reggae aus der Steiermark

cinezone: FILM + KONZERT


Cinema Next Filmnacht trifft auf österreichischen Reggae von Millions of Dreads

© diekremserin
Das sind schon zwei gute Gründe um am Donnerstag, 21. November ins Kino im Kesselhaus zu gehen. Ab 19.00 Uhr wird Nachwuchskino aus Österreich gezeigt. Mit Filmen von Thomas Gänzel, Benjamin Swiczinsky, Christine Moderbacher, Mike Kren und Florian Pochlatko.

Millions of Dreads sind drei steirische Musiker, die Reggae in verschiedenen Sprachen und in unterschiedliche Richtungen produzieren - Dancefloor bis Drum'n'Bass sind im Kontingent des Trios zu finden. 



Für deinen guten Grund vergebe ich 1 x 2 Tickets für Filme & Konzert! 

Einfach hier ein Kommentar hinterlassen und der/die Schnellste erhält die Tickets an der Abendkassa hinterlegt. 






Essen, Essen, Essen


Mein sonntäglicher Besuch im Forum Frohner/ernst krenek forum/Kunstraum Stein zahlte sich voll aus. Ich hab 1. das Minoritenkloster näher kennen gelernt und 2. drei spannende Ausstellungen zum Preis von einer gesehen.


Von der Hand in den Mund…


Essen in der Kunst“ lässt mich jetzt noch schmunzeln, wenn ich an Daniel Spoerris „Faux tablaeu- piège“ denke – diese gedeckten Tische, mit benutzten Gläsern und Tellern, mit schmutzigen Tischtüchern: das Fest ist zu Ende, die Gäste sind gegangen, und anstatt abzuräumen, abzuwaschen und die Reste zu beseitigen, nimmt sich Spoerri der Erinnerung an.
Er bohrt die Teller an, klebt sie auf die Tischplatte, mit all den Essensresten und Bröseln und Flecken, und was bleibt ist die Erinnerung an einen vergangenen Abend mit Freunden.

Erwin Wurm, Untitled (Nr. 8), 2008
Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg/Paris
Foto: Studio Wurm
© Bildrecht, Wien, 2013
Historisch gesehen geht das Darstellen von Essen als Stillleben in die Malerei der Niederlanden des 17. Jahrhunderts zurück. Eine vierteilige Arbeit eines unbekannten Malers nimmt im Forum Frohner Bezug darauf. Die Leihgabe aus Stift Admont hängt präsent im Frontalfokus des Betrachters. Während die Tischgelage von Spoerri erst nicht ins Auge springen, hatte ich die vier massiven Ölbilder sofort im Auge.

Bei Erwin Wurms Gurkerl wollte ich dann fast zugreifen. Aber lieber doch nicht...

Restaurieren, hallo?


Die Vitrinen beschäftigen sich vorwiegend mit Lebensmittel in veränderter Form: Zuckerwürfel karamelisiert und als architektonisches Bauwerk verewigt oder Schokolade neu gegossen (sieht übrigens aus wie Lehm).
Aus Sicht von Restauratoren gesehen, bringen diese Objekte aus vergänglichem Material viele Probleme mit sich. Neben den üblichen Fragen kommt eine ganz wichtige hinzu: was tut man restauratorisch gegen den Verfall?

Ich schlage vor: nichts. Immerhin hat der Künstler, die Künstlerin absichtlich ein vergängliches Lebensmittel gewählt. Dass es sich verändert, altert und verdirbt war meist von vornherein Mittel zum Zweck.


Ästhetik wider Gestank


Klaus Pichler
Serie "One Third": Strawberries, 2011
© Klaus Pichler/Anzenberger Gallery, Wien
Die Ausstellung stellt diese Frage nicht, sie steht dennoch mit den drei Fotografien von Klaus Pichler im Raum: verdorbene Speisen ästhetisch gekonnt in Szene gesetzt.
Wäre der Geruch nicht (und das Ungeziefer) würde ich mir eine solche Ananas tatsächlich als Objekt im Raum vorstellen können. Gut, dass die Fotografie nicht stinkt.

Die Ausstellung ist noch bis 23. März 2014 im Forum Frohner am Minoritenplatz in Stein zu sehen.






Empfehlung: 

Donnerstag, 28. November 2013, 16.00


19.11.2013

Gewinnspiel für Aktionsgeladene

bring your own…

…stuff and join the klanginstallation!


© David Ruehm/Thimfilm M. Ostrowksi in DIE WERKSTÜRMER


Michael Ostrowski und leTAMTAM wagen eine Kooperation der besonderen Art im Rahmen des Festivals Wachau in Echtzeit. Ostrowski, der aus Produktionen wie Nacktschnecken, Same Same but Different, Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott oder der ORF-Krimikomödie 4 Frauen und ein Todesfall als Schauspieler und Drehbuchautor bekannt wurde, legt sich mit dem Elektroduo leTAMTAM erneut ins Zeug. 

Eine Performance in der Kunsthalle Krems - zwischen Lesung, Sound(-installation), Konzert und Happening: BEATPOETS 


Für dich sind 1 x 2 Karten für Samstag, 30. November, 19.30, hinterlegt, wenn du folgende Frage richtig beantworten kannst und der/die Schnellste bist:

Aus welchem österreichischen Bundesland kommen leTAMTAM und Michael Ostrowski? 

Das Gewinnspiel läuft bis 27. November, 23.00 Uhr in Kooperation mit Wachau in Echtzeit. 

Tickets bestellen

Online Ticketvorverkauf
Ticket VVK: 20.00
Ermäßigt VVKt: 18.00
Ticket AK: 22.00
Ermäßigt AK: 20.00



18.11.2013

Herr und Frau Österreicher sagen "Hallo!"

Dick, dicker - Österreich!



Wie zwei Rotznasen lachen einem die zwei dicken Figuren aus Bronze vor dem Karikaturmuseum entgegen. Richtig angewidert bin ich, wenn ich die zwei ansehe. 
© diekremserin


Manfred Deix, der das Museum mitinitiiert hatte, entblößt uns Einwohner der Alpenrepublik Österreich ganz schön. Dick sind wir, mit runden, fleischigen Köpfen und hässlichen Schweinsaugen. Beide ruhen ganz gemütlich auf jeweils einem Podest. Ungleich den sonstigen Beschreibungen der österreichischen Laune, lachen die zwei. Aus vollem Halse. Fast wirkt es ein bisschen falsch - so als würde ihnen das Lachen im Hals stecken bleiben.
© diekremserin

Obwohl ich teils angeekelt bin von den beiden Kreaturen, die mir Herr Deix als Herr Österreicher und Frau Österreicher vorstellt, schmunzle ich auf der anderen Seite. Er hat ja recht. Schamlose Darstellung von überschätzten Persönlichkeiten, die in dem Fall dem Durchschnitt eines jeden Einwohners entsprechen, kratzt am Selbstbewusstsein. Und vor allem tut der krasse Naturalismus in den Augen weh. 

Deix polarisiert. Obwohl die beiden Statuen vorm Museum nicht mehr anecken. Sie sind Begrüßungsfiguren für Besuchende, die eintreten um mehr zu sehen: FÜR IMMER DEIX! Die laufende Ausstellung mit vielen Grafiken und Aquarellen aus dem Privatbesitz des Künstlers - noch nie gezeigte Arbeiten - gibt einen Einblick und einen guten Überblick in die Tabus, in die sich Deix vorwagt. Er hat keine Scheu davor, Themen in den Vordergrund zu rücken, die mit vorgehaltener Hand besprochen werden. Kein Thema bleibt im Dunkeln. Kirche, Staat, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und letztendlich wir alle - jeden Menschen nimmt sich Manfred Deix vor. 

Wöchentlich können die Zeichnungen des Niederösterreichers, der 1949 geboren wurde, im Magazin NEWS aufgeblättert werden. Hier rollt er tagespolitische Themen auf und stellt sie vor die Zerreissprobe. Mit Humor. Denn der muss laut Manfred Deix bissig und drastisch sein um zu wirken. 


Empfehlung

FÜR IMMER DEIX!
Karikaturmuseum Krems
Steiner Landstr. 3a
3500 Krems-Stein

Öffnungszeiten
täglich 10-17 Uhr

Information unter 02732 90 80 20


16.11.2013

Sonntäglicher Kunstgenuss


Heut lass ich mich vermitteln...


Die Kunstmeile Krems lädt am Sonntag zum Verweilen ein. Wo Kunstvermittlung Spaß macht:

YOKO ONO: HALF-A-WIND-SHOW Eine Retrospektive
10.00 - 17.00 Uhr

Um 14.00 Uhr findet eine Führung durch die fantastische Ausstellung statt. Vergesst nicht ein Zettelchen zu schreiben! Denn ihr seid alle Teil der Ausstellung ...

Florian Schmidt: Correspondance
10.00 - 17.00 Uhr

FREIER EINTRITT

Lucky Luke
Karl Arnold: Zeichner des Simplicissimus 
FÜR IMMER DEIX!
10.00 - 17.00 Uhr

Um 15.00 Uhr gibt das Karikaturmuseum Einblick in die stattfindenden Ausstellungen… zu Herr und Frau Österreicher bitte von mir "Guten Tag!" sagen - ein Beitrag über die Fettsäcke folgt :-)

Essen in der Kunst!
11.00 - 17.00 Uhr

Kunstraum Stein
Raffael Rheinsberg: Die Seele der Dinge
11.00 - 17.00 Uhr

Die Ausstellungsfläche im ehemaligen Minoritenkloster Stein hat eine ganz besondere Ausstrahlung! Unbedingt hineinschauen!






TIPP:


Kombiticket für folgende Museen um 15,-
Kunsthalle Krems | Karikaturmuseum Krems | Kunstraum Stein | Forum Frohner | ernst krenek forum | Klangraum Krems



Viel Spaß!

15.11.2013

Wohin am Samstag?

16. November 2013


© diekremserin


Am heutigen Samstag fällt die Entscheidung schwer. Wohin soll's gehen? Wie wird das Wetter? Habe ich schon Lust auf vor-weihnachtliche Punschgerüche? Am besten entscheidest du selbst, ob du einen Ausflug nach Lerchenfeld machst, oder eher einen Spaziergang durch die Stadt vom Hohen Markt in die Landstraße und zum Stadtsaal….





Kunstmeile Krems - eine Auswahl der Ausstellungen

YOKO ONO: HALF-A-WIND-SHOW Eine Retrospektive
10.00 - 17.00 Uhr

Florian Schmidt: Correspondance
10.00 - 17.00 Uhr

Lucky Luke
Karl Arnold: Zeichner des Simplicissimus 
FÜR IMMER DEIX!
10.00 - 17.00 Uhr

Essen in der Kunst!
11.00 - 17.00 Uhr

Kunstraum Stein
Raffael Rheinsberg: Die Seele der Dinge
11.00 - 17.00 Uhr



Vorweihnachtlicher Kunsthandwerksmarkt

Richard-Harrer-Weg 13
3500 Krems/Egelsee

13.00 - 18.00 Uhr


Interkulturelles Fest "Die ganze Welt in Lerchenfeld"

Pfarrheim
Lößgasse 2
3500 Krems-Lerchenfeld

15.00 - 16.00 Uhr


Kino im Kesselhaus

Dr.-Karl-Dorrek-Str. 30
3500 Krems

18.15 Uhr "Sein letztes Rennen"


Kre:Art Vernissage "la mémoire textile" - Agnes Czifra

Felsen.Raum.Galerie
Kre:Art 
Wegscheid 7
3500 Krems

19.00 Uhr 

Agnes Czifra wird bis 31. Dezember in der Felsen.Raum.Galerie ihre textilen Kunstobjekte ausstellen, die mit dem Erinnerungswert spielen. Am 16. November findet ein eintägiger Workshop mit der Künstlerin statt. 


Haus der Regionen "Junge Meister"

Donaulände 56
3500 Krems-Stein

Infos unter 02732 850 15

19.00 Uhr

Im Vordergrund steht die Förderung junger Talente und ihrer volksmusikalischen Interessen. 


Volkshaus Lerchenfeld Theater "Déjà-vu um 4 Uhr Früh"

Hofrat-Erben-Str. 1
3500 Krems-Lerchenfeld

Kartenreservierung: 0676 6204306

19.30 Uhr

Vorletzte Vorstellung der Komödie in 3 Akten. Der Reinerlös der Theaterprojekts kommt dem Kindertreff Lerchenfeld zu Gute sowie den Feriencamps und weiterer Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche und außerdem zur Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter_innen der Kinderfreunde.


Stadtsaal Kabarett "Hader spielt Hader"

Stadtsaal Krems
Edmund-Hofbauer-Str. 19
3500 Krems

20.00 Uhr


Schon entschieden?



14.11.2013

Mittendrin

nicht nur nebenbei


Die Galerie Kopriva bespielt die neue Ausstellungsfläche mit fast vergessenen Künstlerinnen der 1950er, 1960er und 1970er Jahren noch bis 30. November. 

Heute spazierte ich an der Galerie Kopriva vorbei - mitten in der Stadt, gegenüber des Schlüsselamtes - und warf einen Blick hinein. Positionen von Künstlerinnen von 1950-1970 zeigen Manfred Kopriva jun. und sen. in ihrer Ausstellung "nicht nur nebenbei". 

Genau diese Jahre sind es, in denen Frauen in aller Welt begannen aufzubegehren gegen das vorherrschende Patriarchat. In der Kunst wurde den Frauen die passive Seite des Schaffens zugewiesen, sie waren Objekte, Musen, Begleiterinnen, standen bei und fühlten mit. Zum Glück dürfen wir heute in die Fußstapfen dieser mutigen Frauen treten. Zum Beispiel in die, der 1933 geborenen Gerlinde Wurth, die bis 1983 als Künstlerin präsent war, in Wien, Graz und Schweden, und sich danach zur Ruhe setzte. Erst seit 2003 stellt sie wieder aktiv aus. 

Die "Zellenbilder", die sie schon in frühen Jahren entwickelte - als sie Algen im Mikroskop beobachtete und ihre Zellstruktur in Farben festhielt - faszinieren mich besonders. Dem entgegen stehen die "Materialbilder", die nicht feingliedrig und fast filigran wirken, sondern wuchtig, dunkel und dick aufgetragen. 

© diekremserin 


Diese Art von Vielschichtigkeit ist es, die die Kunst von Gerlinde Wurth ausmacht. Sie probierte viel aus, experimentierte und ließ die Wissenschaft in ihr Oeuvre mit einfließen. Ich würde sie als weltoffene und interessierte Persönlichkeit beschreiben, die Wissbegier und Entdeckungsfreude im Blut hat. Sie ist hier um still und heimlich zu verändern, auf ihre Art. 

bis 30. November sind Gerlinde Wurths Arbeiten noch bei Galerie Kopriva zu sehen.
Die von Dr. Elisabeth Voggeneder kuratierte Ausstellung beinhaltet Werke von Fria Elfen, Gerda Fassel, Christine Heuer, Lore Heuermann, Franka Lechner, Franziska Mikl-Wibmer, Uta Prantl-Peyrer, Gerlinde Wurth, Christa Hauer, Elfriede Mejchar und Grete Yppen.

13.11.2013

Norwegische Eleganz

Musik aus einer anderen Welt


Djønne&Børsheim

Im November möchte ich es ab und zu schon richtig kalt haben. Draußen. Momentan lässt das richtig kalt-grausige Wetter noch auf sich warten, aber ich nehme an bis 21.11. schafft der Spätherbst seinen Einzug. 

© Knut Utler


Dabei liebe ich im Inneren ein flackerndes Kaminfeuer und gute, neue Musik, die entspannt und gleichzeitig Flair mit sich bringt. Djønne&Børsheim ist ein Duo aus Norwegen, die am 21. November im Haus der Regionen Krems-Stein mit Violine aus Hardanger, wo die beiden herkommen, und Ziehharmonika ihr bestes geben.

The two girls writes melodies that goes straight to your heart.  schreibt Hordaland, 2012. 
Die zwei Frauen setzen auf schwungvolle, neuinterpretierte Volksmusik ihres Landes Norwegen, schreiben ihre eigenen Kompositionen und spielen schon über 100 Konzerte zusammen. 
Die beiden sind auf sind unter Annlaug Børsheim und Rannveig Djønne  zu erreichen und ihre Musik anzuhören.

Am liebsten aber höre ich sie live:

Ticket Information: 02732/85015

Tickets:

KAT I: VVK: EUR 16,00, AK: EUR 18,00
KAT II: VVK: EUR 14,00, AK: EUR 16,00

© Knut Utler



12.11.2013

Geschichte auf Beinen

Wir erleben dauernd Geschichten.


In der eigenen Stadt bewege ich mich meist wie mit Scheuklappen. Da schaue ich weder nach links, noch nach rechts, vergesse auf Gebäude zu achten und interessiere mich nur wenig für die tatsächliche Geschichte. Dabei birgt Krems wunderbare Anekdoten, die rein gar nichts mit Geschichte-Unterricht zu tun haben –leider wurden viele abgeschreckt und „Geschichte“ gilt als fad („Da hab ich nur Jahreszahlen auswendig gelernt“)


Während die Donautouristen an der Schiffstation Krems-Stein anlegen und dort durch die aufgestellten Geschichts-Tafeln spazieren können, sich da und dort eine kleine Geschichte zu Gemüte führen, kommt unser eins selten auf den Gedanken diese Tafeln tatsächlich durchzulesen. Dabei erhält man einen speziellen Einblick in kulturgeschichtliche Entwicklungen, die uns jetzt noch beschäftigen: Wie wurde die Wachau zu dem was sie jetzt ist? Was hat es mit der Venus von Willendorf auf sich? Welchen Beitrag hat Richard Löwenherz zur Aufwertung unserer Kulturlandschaft geleistet? Welchen Rang hat Krems z.B. in der Weinerzeugung? Und... ich höre schon auf.


Worauf will ich hinaus?

Ich schlage euch vor an die Lände zu gehen, wenn ihr etwas Neues über eure Stadt und ihre nähere Umgebung erfahren wollt. Oder etwas zu wiederholen, was ihr schon wisst. Stolz war ich auch, als Freunde aus Südafrika zu Besuch waren und ich einen kleinen geschichtlichen Einblick geben konnte, mit dem Erfolg, dass sie begeistert waren von den Geschichten, die Krems so bekannt machen.


Und weil ich euch nicht verdonnern will, habe ich einen kleinen Krems-relevanten Auszug aus den Tafeln vorbereitet:


http://www.flickr.com/lucietae

Krems UND Stein

Drei Städte wachsen zu einer Doppelstadt zusammen. Krems, 995 das erste Mal urkundlich genannt, Stein und die Vorstadt Und (inkl. Kapuzinerkloster). Die Story beginnt aber viel früher, in einer Zeit aus der wir auf keine Schriften zurückgreifen können... 2005 hob ein Team von Archäologen das Zwillingsgrab am Wachtberg aus, das ca. 30.000 Jahre alt sein soll. Darüber werde ich in Kürze ausführlich berichten – ein Ausflug auf den Wachtberg bahnt sich an!


Krems hat Rang und Namen

Unvorstellbar, aber wahr! Krems zählte zu den wichtigsten Städten an der Donau, die neben Wien, Passau und Regensburg, 1154 in der „Weltkarte“ des Gelehrten Al Idrisi genannt wurden.

Mit meiner Kollegin bau:kunst:geschichten, die Mittelalterexpertin und Niederösterreichliebhaberin ist, werde ich die mittelalterliche Siedlung beim Hohen Markt erforschen.


Auf und ab – 1700 bis heute

Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich im 16./17. Jahrhundert rasant, aufgrund der Gegenreformation (die Kremser waren vorwiegend Protestanten) und dem Druck der auf die Stadt ausgeübt wurde. Schuld war aber auch ein Großbrand, der verheerende Folgen hatte.
Da Krems-Stein (ab 1305 wurde die Verwaltung vereinheitlicht) der Rezession entkam, verdankt die Stadt auch ihrer Lage: Verkehrsknotenpunkt für Nord-Süd und Ost-West-Verkehr, sowie die Donau als wichtigen wirtschaftlichen Angelpunkt. Der Ausbau zum Schul- und Gerichtssitz bestärkte die Stadt und bis heute wird sie als Bildungszentrum in Niederösterreich gesehen.

Während des Nationalsozialismus von 1938-1945 wurde Krems zur Gau-Stadt erhoben. Dies hatte die Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Bürger und Deportationen zur Folge. In der Justizanstalt Stein kam es zu einem Massaker an politischen Häftlingen und die Stadt wurde heftig bombardiert (s. Mauterner Brücke).


„Heute ist die Doppelstadt ein international anerkanntest Kultur- und Bildungszentrum. 1994, mit der Gründung der Donauuniversität, wurde Krems Universitätsstadt. Im Jahr darauf wurde die Kunstmeile Krems inkl. Kunsthalle eröffnet.“


Den Bildungsstatus hat Krems sich bis heute erhalten können, hinzu kam der starke Fokus auf die Kultur – ein Theater würde noch fehlen ... – und der Schwerpunkt als Verwaltungsmittelpunkt hat sich nach St. Pölten und Wien verlegt.



Wir sind Teil dieser Geschichten.



11.11.2013

Als ich von der Kremser Skyline in den Bann gezogen wurde

Von der Mauterner Brücke zum Hafen


TEIL I - AUSSICHT UND BRÜCKE

Wenn ich mir eine Stadt anschaue, dann bin ich generell mittendrin. In Krems bedeutet das: ich gehe in die Landstraße, auf den Hohen Markt und zur Kunstmeile. Wäre ich Bootstouristin, läge ich an der Schiffsstation Krems-Stein an, würde mich am Anblick Stift Göttweigs erfreuen und bliebe für ein kurzes Stell-Dich-Ein im Wellenspiel. 

Das genügt ja an und für sich. An und für sich. 
Dass allein die Architektur die ich von der Donaupromenade aus sehen kann über die Stadt erzählt - oder besser, die beiden Städte - darauf machen wohl auch nur die wenigsten Kapitäne aufmerksam. 

Fangen wir im Westen an - hinauf auf die Mauterner Brücke, die erst vor kurzem für Furore sorgte. Ich schaue gerne flussauf oder flussabwärts, also 1. in die Wachauer Richtung, wo je nach Wetterlage und Witterung entweder tiefer Nebel im Donautal hängt, oder die Sonne strahlend auf die grüne (nicht wirklich blaue) Donau blickt. Oder ich schaue in die Wiener Richtung, dorthin wo sich das Wasser begibt, nach Bratislava und Budapest und irgendwann letztendlich ins Schwarze Meer. 

Wenn ich Richtung Wien - also auch Richtung Krems-Stein schaue, habe ich einen ausgezeichneten Blick auf die Stadt. Und auf ihre mittelalterliche Skyline. Ein Kirchturm neben dem anderen, ein kleines Haustürmchen, ein Verteidigungsturm und ganz in der Ferne, der Hafen, an dem das Gebäude von Friedensreich Hundertwasser steht. 

VERBINDUNG ZWISCHEN D'RENTER UND D'RÜBER

Wikipedia lässt mich einiges über die Brücke erfahren, was ich noch nicht wusste: 1895 freigegeben, 11m breit, 435m lang. Verglichen mit der Nordbrücke in Wien, die deutlich jünger ist - mit 1962 ein in Menschenjahren gemessen "mittleres" Alter, ist die Mauterner Stahlfachwerkbrücke fast unbedeutend: etwa 100.000 Autos queren die Verbindungsautobahn zwischen Brigittenau, Döbling und Floridsdorf täglich. Wenn ich dabei bedenke, dass Mautern die erste Verbindungsstelle zwischen Norden und Süden ist, und Melk die nächste in der Wachau, frage ich mich zunächst: wann wurde die Kremser Donaubrücke erbaut? 1971, erhalte ich als Antwort. 

Sind die Kremser davor rübergeschwommen? Die Frage ist rein rhetorisch und natürlich ironisch gemeint. Als 1989-Jahrgang bin ich doch ab und zu erstaunt über die wenigen Verbindungen, und gleichzeitig über den großen Aufwand, der betrieben wurde, um Verbindungen herzustellen. 
Im Mai 1945 als die Brücke von der Wehrmacht teilgesprengt wurde, hat sich wahrscheinlich die Idee zu einer zweiten Verbindung zum anderen Ufer ergeben. Oder zumindest ist der Wunsch entstanden, nicht auf eine Brücke angewiesen zu sein, die erst im November 1945 wiedereröffnet wurde.

Ich freue mich jedes Mal auf die Ansicht auf Krems-Stein - wie weit seh' ich diesmal und entdeck ich etwas neues...?

Die Mauterner Brücke macht für mich den Anfang der Kremser Skyline zu verfallen. Es folgen Beschreibungen über Türme aller Art und letztendlich den Hafen am anderen Ende der Stadt. 

10.11.2013

Ein Meisterwerk der Filmgeschichte

Metropolis

ein Film von Fritz Lang 

Ehrlich gesagt, Science-Fiction Filme sind nicht meine Spezialität. Entweder ich muss mir die Augen zuhalten oder verneine gleich im Vorfeld: nein, danke. 
Die historische Filmgeschichte finde ich im Gegensatz dazu wieder sehr spannend und auch aufregend: wie haben sich die Menschen vor 50 Jahren die Zukunft vorgestellt? Wie ist im speziellen Fall von Metropolis, Regisseur Fritz Lang mit der Zukunft umgesprungen? 

Der Trailer des 2010 restaurierten Klassikers (einer Fassung von 1927!!), gibt einen Einblick wie es heute Abend im Kino im Kesselhaus zugehen wird: 



Fritz Lang erzählt von einer wunderschönen neuen Ära, die gleichzeitig erschreckend ist. Wolkenkratzer, für uns heute kein Novum mehr, waren in den 1920ern eine Sensation - Architektur die gen Himmel wächst. Technologie, die uns heute wie schlechte Special Effects entgegenkommen, dürften die Menschen verunsichert haben: sieht unsere Zukunft tatsächlich so aus?

Ein Meisterwerk der Vorstellungskraft, ein Klassiker der Filmgeschichte und ein historisches Kulturgut an die Menschheit: das Kino im Kesselhaus zeigt The Complete Metropolis in Zusammenarbeit mit dem "Divine Musical Bureau" - experimentell, modern und zeitgenössisch.

Wachau in Echtzeit
Kino im Kesselhaus
Ein Filmkonzert zum Meisterwerk von Fritz Lang
D 1927, 152 Min., 35mm
http://www.kulthit.de
Maria Dorn – Flöte, Blockflöte, Stimme, Clemens Geist – Saxophon
Klaus Hainzl –Trompete, Hermann Niklas –Wörter, Stimme
Michael Obernberger –Gitarre, Julia Schwendinger –Cello
Olga Shevtsova – (präpariertes) Klavier, Stimme
Benno Sterzer – Perkussion, Balafon, Goni
Michael Strauß – Elektronisches, Dirigent, Klaus Zalud – Schlagzeug

09.11.2013

Cut - Yoko Ono in a - Piece

© http://onoverse.com

Yoko Ono - zwischen den Zeilen

Mit Künstlerinnen wie Yoko Ono, die auf jahrzehntelanges Schaffen zurückschauen können, beschäftige ich mich sehr gerne. Die mittlerweile 80-Jährige hat viele Schritte in unterschiedlichste Richtungen gemacht, und ich bin froh, dass sie in Krems nun im großen Rahmen gewürdigt wird. 

Was macht ihre Arbeit so speziell? 

Ganz einfach geantwortet: die Teilhabe. Das Publikum, das im musealen Bereich sonst angehalten wird nichts zu berühren, ist aufgefordert, Teil des Ganzen zu werden. Gleichzeitig - wie am Eröffnungstag in der Kunsthalle Krems - soll jeder, jede etwas mitnehmen. Nicht nur Gedanken und Überlegungen oder Eindrücke, sondern ein Stück Scherbe, ein Stück Tuch, ein Stück Kunst? 
Yoko Ono hinterfragt den herkömmlichen Kunstbegriff, reibt mit ihren Arbeiten wie dem "Cut Piece" (1965) oder "A Hole" (2010) an gesellschaftlichen Gepflogenheiten.

NO, NO, NO (1981)


Wer ist Yoko Ono? 

Den Namen kenne ich seit meiner Kindheit, jedoch habe ich ihn mit den Beatles in Verbindung gebracht. Yoko Ono und John Lennon und natürlich das berühmte Hotel, in dem ihre tagelang dauernde Bed-In Performance stattfand. Yoko Ono war für mich Musikerin, die an die Grenzen ging - sowohl an ihre eigenen als auch an die des Publikums. Die experimentelle Erfahrung ist es, die sie auch in ihrem künstlerischen Schaffen sucht. Manchmal nicht leicht zu verstehen oder gar nachzuvollziehen. Biografisch, Yoko Ono ist 1933 in Tokio, Japan geboren, wo sie in einer Bankierfamilie und trotz der Krisen der 1930er Jahre im Wohlstand aufwuchs - sie nahm schon im frühen Alter Klavierunterricht und komponierte selbst. Yoko Ono erlebte den Krieg aus nächster Nähe mit - vielleicht mit ein Grund wieso sie sich stark für Frieden und Menschenrechte einsetzt. Studiert hat die Japanerin in den USA, wo auch ihre ersten Kompositionen entstanden, etwa 1955.

Was ist Fluxus?

Yoko Ono wird als Vertreterin des Fluxus genannt. Die Bewegung entstand rund um Nick Cage, Nam June Paik, George Maciunas uvm. - die Idee selbst sei Kunst. Bzw. steht die enge Verflechtung von Leben und Kunst, Kunst und Leben im Vordergrund. Fluxus bedeutet "fließend" - das Kunstwerk als fließender Übergang zwischen Kunst und Leben. Stilistisch bedient sich Fluxus der Aktionskunst, die auf alle Medien zurückgreift: Film, Musik, Objektkunst, Performance,… 


http://onoverse.com

Yoko Ono in der Kunsthalle Krems

Die Ausstellung in Krems, die am 19. Oktober in Anwesenheit der Künstlerin eröffnet wurde, läuft bis 23. Februar 2014. Über 200 Werke hat Kurator und Direktor der Kunsthalle Hans-Peter Wipplinger mit seinem Team zusammengetragen, um einen Einblick und Überblick in das differenzierte Werk Yoko Onos geben zu können. "Yoko Ono HALF-A-WIND SHOW. Eine Retrospektive" gibt uns die Möglichkeit näher an eine ganz große Künstlerin der Gegenwart heranzutreten und uns ein Stück mitzunehmen. 


Empfehlung 

ab 17.00 Kuratorenführung durch die Ausstellung "YOKO ONO. Half-A-Wind Show. Eine Retrospektive"
ab 18.00 Filmvorführung von "Imagine, Imagine" (2003) in Anwesenheit von Regisseur Frederick Baker

08.11.2013

Filme für die Seele

das Wochenende im Kesselhaus

Erwin Wagenhofer und Marion Vernoux führen Regie. 

Alphabet und Die schönen Tage nehmen Bezug auf ganz unterschiedliche Lebensrealitäten und sind dennoch Studien der Gesellschaft. 
Wunderschöne, aber naturalistische Darstellungen des menschlichen Daseins. 





Alphabet
Fr. 08.11.2013 ausverkauft - Restkarten an der Kinokassa
Sa. 09.11.2013 18.30
So. 10.11.2013 12.00 Filmfrühstück

Die schönen Tage
Fr. 08.11.2013 20.30
Sa. 09.11.2013 20.30




07.11.2013

Woher diekremserin kommt

Lucia Täubler, Kunsthistorikerin
& Teil von diekremserin

...sollen Fragen klären: Wer ist diekremserin? Was ist ihr wichtig und wohin führt all das?



Ist gerade die beste Zeit deines Lebens?
Schwierige Frage, denn ich bin der Meinung, dass das Hier und Jetzt wichtig ist. Für mich ist die beste Zeit immer dann, wenn ich mich zurücklehne und durchatme. Oder wenn ich in die Sterne schaue. Oder genau jetzt: ich konzentriere mich auf den Moment. Ist doch schön sagen zu können, dass die beste Zeit des Lebens nie aufhört.

Welches Bild hast du vor Augen, wenn du an die große Liebe denkst?
Die große Liebe hat verschiedene Formen und Gesichter für mich. Rot ist eindeutig die Farbe der Liebe für mich, da reihe ich mich in die klassische Linie ein.
Aber ich denke nicht an Herzchen und Schmetterlinge – Verliebt sein und die große Liebe unterscheiden sich eklatant – eher schon ein Fels in der Brandung, eine Hand, die da ist, wenn ich sie brauche. Und der besagte Blick der mir auch in komplizierten Umständen und Situationen ein Lachen abringt. Das ist die große Liebe.

Wovor hast du Angst?
Leider vor vielen Dingen. Ich bin pedantisch pünktlich. Für mich ist Zuspätkommen ein Unding, ich kann es nicht. Angst ist vielleicht der falsche Ausdruck, aber es ähnelt dem Gefühl schon sehr.
Spinnen und Unwetter faszinieren mich eher. Allerdings stehe ich dem Meer und seinem Getier respektvoll gegenüber. Respekt und Angst trennen nur eine zarte Linie.

Was sind die zwei dringlichsten politischen Themen für dich?
Bildungs- und Entwicklungspolitik. Zwei Themen, die mich rasend machen können und über die ich neue Information einsauge, als wäre sie lebensnotwendig. Natürlich sprechen mich viele politische Themen an, ich würde mich als politisch aktiven Menschen beschreiben.

In welchen Punkten belügst du dich selbst?
Ehrlich gesagt verwende ich keine Lügen, aber ich trickse. Ist das vielleicht ein Euphemismus, der gleichzeitig eine kleine Lüge ist?

Was würdest du gerne erlernen?
Ein Wunsch an mich selbst, den ich mir hoffentlich erfüllen kann, ist nie aufhören zu lernen. Egal in welcher Lebenslage ich mich befinde, ich kann von meinen Mitmenschen lernen, von meinen Fehlern, von mir selbst. Sprachen, die ich endlich fließend sprechen möchte, sind Französisch und Italienisch.

Eine Person auf die du stolz bist:
Meine Mama ist die beste. Den Satz würde ich ohne zu zögern unterschreiben. Sie hat mich nicht nur erzogen ein reflektierter und wissbegieriger Mensch zu werden, sondern mir auch gezeigt, dass Träume verwirklicht werden können. Egal wie irrational sie klingen.

An wen hast du zuletzt einen persönlichen Brief geschrieben?
Ein Brief an mich selbst zählt wohl nicht. Dann dürfte der letzte persönliche Brief an meinen Freund gerichtet worden sein. Schreiben ist meine Passion. Durchs Schreiben erhalten meine Gedanken eine neue Ebene; Gefühle kann ich ein zweites Mal überdenken und es ist kein Handeln aus dem Affekt. Schreiben ist durchaus Kunst, auch simples Briefeschreiben.

Was kannst du im Moment am meisten gebrauchen: Ausdauer, Ruhe, Mut, Fantasie?

Ein klein wenig von allem, bitte. Müsste ich mich festlegen würde ich Mut, Ruhe und Fantasie ausschließen, denn Ausdauer führt ans Ziel. Für ein solches Projekt wie diekremserin brauche ich Ausdauer en masse.

Was wolltest du werden?
Schauspielerin. Der langgehegte Wunsch auf der Bühne zu stehen, in andere Rollen zu schlüpfen und ein Publikum zu bespielen, liegt noch in mir verborgen. Wer weiß schon wann ich mir diesen Traum erfülle.

Aller Anfang ist gar nicht so schwer...

Die Frage aller Fragen stelle ich an den Anfang:

Wieso Krems?

Die Antwort kommt mir fast banal und zu einfach vor, aber tatsächlich gibt es keine Broschüre und keinen Newsletter, die Veranstaltungen in der Stadt Krems zusammenführen und für uns – die Konsumenten – klar aufschlüsseln.
Falsch, gibt es. diekremserin erscheint ab heute wöchentlich mit praktischen Kulturtipps und Rückblicken auf Vergangenes.

Mein Baby ist geboren. Im metaphorischen Sinn meine ich dies, natürlich. Ich bin verliebt in die Stadt Krems und ziehe sie jeder anderen Kleinstadt vor: ein kompaktes Stadtzentrum, in dem sich Student/innen und Schüler/innen tummeln und viel Geschichtliches zu entdecken.

diekremserin tritt als Marke auf um die Lücke zu füllen, die im Kremser Kulturentwicklungsplan von 2006 (Stadtverwaltung Krems) bemerkt und aufgeschrieben wurde; allerdings mangelt es im Kulturbereich am nötigen Geld – das woanders dringender nötig ist als für eine Plattform aller Kultureinrichtungen von Krems. Verständlich?
Als Kunsthistorikerin und Liebhaberin verstehe ich das weniger, denn wieso wird den Leuten nicht geboten, was täglich ansteht? Die Zeit ist knapp: wir alle arbeiten lang, sind zuhause mit Kind und Kegel angebunden und allzeit erreichbar (SSkM) – wer nimmt sich da noch Zeit und ackert Zeitschriften und Emailnewsletter diverser Kulturinstitutionen durch? Wie schön wäre es wenn...

...kurze prägnante Tipps präsentiert werden 

...ein Kalender mögliche kulturelle Veranstaltungen in Krems zusammenfasst 
...Rezensionen von vergangenen Veranstaltungen mit Bildern hinterlegt sind

diekremserin richtet sich an Kremser und Kremserinnen, die gerne abends ausgehen, gute Musik genießen oder einer Lesung lauschen. Oder an jene Bewohnerinnen, die den Vormittag im Museum verbringen – kennt ihr das Kinderatelier der Kunstmeile? Welche Künstler/innen leben im kleineren Umkreis und wie sieht es in ihrem Atelier aus?

Krems liebt mich, ich liebe Krems.
Deshalb lebe ich hier.


Ich wünsche allen, die diesen Blog und meine Beiträge lesen viel Freude an der stressfreien Freizeitgestaltung und am Kulturangebot von Krems. Der Newsletter steht gratis zum Abonnieren für Euch zur Verfügung und ich bin dankbar für jedwede Inputs: von Künstler/innen, von Bürger/innen und Menschen, die die kulturelle Vielfalt von Krems genauso schätzen wie ich.

diekremserin

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