wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

29.04.2014

Ich geh' unter die Detektive

Der Mörder...

...ist immer der ???

Die Ausstellung "Alles klar, Herr Kommissar" im Kremser Karikaturmuseum stellt wichtige Personen rund um den satirischen Kriminalroman und -comic vor. Aus Falcos Kult-Song entnahm man den Titel. Publikumslieblinge, wie Nick Knatterton, Emil und die Detektive oder die rezenteren Detektive aus LasseMaja, unterhalten nicht nur mit witzigen Stories sondern strengen die Lachmuskel an.
© Bernd Ertl, 2014
ausgezeichnet.com


Wer ist eigentlich Kottan?

"Kottan Ermittelt" etablierte sich in den 1970er Jahren zur Kultserie rund um fragwürdige Polizeiarbeit und deren eigenwillige - und v.a. dem Arbeitermilieu entnommenen - Charaktere. Adolf Kottan, mimten von 1976 bis 1983 drei verschiedene Schauspieler. Nach Vogel und Franz Buchrieser entwickelt Lukas Resetarits den Charakter des blutjungen, blonden Kiwaras - Major um genau zu sein - und versucht gemeinsam mit seinen Kumpanen in Wien Mordfälle zu lösen, Slapstick und Wiener Dialekt fehlen nicht. In 19 Episoden (ab Episode 6 spielt Resetarits den Major) lernen wir die verschiedenen Charaktere aus dem Leben von Kottan kennen. Privat sind das seine Mutter, die liebend gerne Kriminalromane liest und ihrem Sohn gerne auch mit hilfreichen Tipps zur Seite steht und seine Frau Ilse, die sich mit Kottan III einen um etwas 20 Jahre jüngeren Mann zur Seite genommen hat. Und was hat Chris Lohner im Fernseher verloren?
Der Saal rund um Kottan zeigt ein Stück österreichische Fernseh- und Filmgeschichte, kultige Szenen sowie Comics und Karikaturen der Darsteller. Einen Hang zum Absurden haben wir schon, wir ÖsterreicherInnen, oder?




Detektiv Knatterton zu Diensten

© Annette Riedhammer, 2014
Etwas gefestigter und vor allem seriöser ist da die Comicfigur Nick Knatterton. Nick, ein Held, der keiner hätte werden sollen. Manfred Schmidt wollte mit seiner Parodie auf Detektivgeschichten die Menschen zum Nachdenken bringen. Stattdessen erreichte er das Gegenteil: sie lasen die Bildgeschichten noch viel lieber. Nick, ein Adeliger, der sein Leben rund um die Verbrecherjagd gestaltet, ist ein Technikfreak der 1950er Jahre. Sein grün-karierter Anzug, seine Pfeife und seine Mütze - ja, von Sherlock Holmes abgekupfert - sind essentiell für den Meisterdetektiv. Welche Abenteuer er löst und wie viele Frauen ihm in jeder Story erliegen, könnt ihr euch ja bestimmt vorstellen... Kombiniere...!

Emil kann man nicht frotzeln...

© Isabel Kreitz und Atrium Verlag
Zürich, 2014
Erich Kästners Klassiker "Emil und die Detektive" wurde von Isabel Kreitz als Comic illustriert. Die Originale dürfen wir uns im 'Kindersaal' des Karikaturmuseums anschauen. Dass der Journalist und Poet Kästner bereits 1929 einen Roman für Kinder schrieb, in dem auch tatsächlich ein Bub, nämlich Emil, die Hauptrolle spielt, ist mehr als spannend. Isabel Kreitz verlegt die Geschichte nicht in die heutige Zeit, sondern geht sensibel mit Bildmaterial und frühen Illustrationen um, und nähert sich dem Zeitstil an - Kleidung, Ausstattung und Farben passen sich an die Zeit an. Emil, der kluge und kombinationsfreudige Junge, knüpft Freundschaften in dem er den Dieb seines Geldes jagt. Gemeinsam mit dem Jungen mit der Hupe und seiner Cousine und vielen anderen Kindern schließen sie sich zusammen und decken das Rätsel letztendlich auf. Spannend, bis zum Schluss! Kinder, solidarisiert euch :-)

bis 16. November ist die Ausstellung "Alles klar, Herr Kommissar!"
im Karikaturmuseum Krems
Steiner Landstraße 3
3500 Krems
zu sehen.

Jeden Sonntag und Feiertag findet um 15.00 Uhr eine Überblicksführung statt. 


25.04.2014

Bring your own Picknick-Decke

Krems unter freiem Himmel

Zusammenkommen, plaudern und die Sonne genießen


Ich möchte euch kennen lernen!
Seit ich als diekremserin in Krems lebe und über die Stadt schreibe, habe ich viele Rückmeldungen bekommen. Meistens gute. Das freut mich. Diese Freude möchte ich mit euch teilen und feiern. 

"Krems unter freiem Himmel" ist eine Plattform zum Austausch, zum Plaudern und zum Kennenlernen von anderen Kunst- und Kulturinteressierten. Gemeinsam mit der Konditorei Hagmann, dem MOYOme und "Coffee to help" von Caritas & Co, lade ich in den Kremser Stadtpark zum Verweilen ein. Musikalisch gibt der Donau-Universitätschor Choryphäen ein paar Schmankerln aus aller Welt zum Besten. 


Sonntag, 25. Mai 2014

ab 14.00 Uhr
Kremser Stadtpark (Pavillon-Seite)

Bring your own Picknick-Decke,
lass dich nieder, 
hab Spaß und
genieße die ersten Fast-Sommer-Sonnenstrahlen. 

Ich freu mich auf euch!
Weitere Informationen kommen via Newsletter am Mo, 28. April!



24.04.2014

Re-defined Highlights

Must-Sees @ donaufestival

10 Jahre - 10 Tipps

Ganz ehrlich tu ich mir schwer zeitgenössische, experimentelle Musik zu verstehen. Dabei erleichtert die Bandbreite an differenzierten Positionen, Musikern und Musikerinnen, Performern uvm. die Auswahl in ein Konzert/eine Performance/eine Eröffnung zu gehen, nicht wirklich. Außerdem bin ich skeptisch. Alles, was neu und mir unbekannt ist, muss ich erst langsam kennen lernen. 

10 Jahre donaufestival haben mir dabei geholfen, mich der zeitgenössischen Musik- und Performancekunst etwas zu nähern, Barrieren abzubauen und Scheuklappen abzulegen. Tomas Zierhofer-Kin, künstlerischer Leiter des Festivals, legt sein Programm feinfühlig sowie experimentell an. Das komplette Programm und Ticketinfos sind unter donaufestival.at abzurufen. 

Do, 1. Mai
Kino im Kesselhaus 15.00 Uhr
Stadtsaal 00.00 Uhr

Zur Einstimmung zum spät-abendlichen Konzert zeigt das Kino im Kesselhaus den, aus dem Anti-Jukebox-Musical entstandenen, Film "Peaches Does Herself". 


Do, 1. Mai
Halle 2 01.00 Uhr

New Yorker Underground Hip Hop at its best. Or beast. Mykki Blanco legt kein Blatt vor den Mund. Roh und mutig präsentieren sich die musikalischen Arbeiten. 
In your face.

Fußgängerzone Krems
ab 25. April 16.00 - 19.00 Uhr
Sa, 26. April bis So, 4. Mai 14.00 - 19.00 Uhr

Zwischen Theater und bildender Kunst bewegt sich die Arbeit von Dries Verhoeven. Er nimmt Krems räumlich ein, denn er gibt seine Bilder - in einem Glaskubus auf der Fußgängerzone - in den öffentlichen Raum frei. Für jedermann und jederfrau zugänglich, bespricht der Performance-Künstler subtil die Werbemaschinerie, die uns mit ihren Bildern gefangen hält und unsere eigene Lebensrealität entwickeln lässt. Dries Verhoeven hält mit seiner Arbeit dagegen: er zeigt keine Ideale, keine vollkommenen Körper, sondern lässt Bilder der Unvollkommenheit und Schwäche walten. 

4. Julie Monaco
FACTORY
während des Festivals tägl. 10.00 - 18.00 Uhr

Bis 22. Juni ist die monographische Ausstellung zum rezenten Oeuvre der Künstlerin in der Factory zu sehen. Julie Monaco spielt mit der menschlichen Auffassungsgabe, mit der Psyche, mit Erinnerungen. Sie kreiert assoziative Bildwelten, die den Betrachter(innen) einerseits kausal andererseits surreal vorkommen. Changierend zwischen genau diesen Realitäten und Irrealitäten begibt man sich mit Julie Monaco auf eine spannende Reise.

Halle 1 
Fr, 25. April 20.30 feierliche Eröffnung
weitere Termine hier

Wir sind alle nur Tiere, dürfte das Motto von God's Entertainment heißen, wenn sie echte Menschen in Käfige sperren. Die anderen - außen - gaffen. Letztes Jahr schlug das progressive Theater- und Performance-Event in Hamburg "ZOO 3000: Occupy Species" Wellen. Und welche Wellen. 
MENSCHEN, MENSCHEN, ATTRAKTIONEN: KOMMEN SIE, GLOTZEN SIE UND FÜTTERN SIE!

© Kate Coffee
6. Samuel Kerridge
Halle 2
Fr, 2. Mai 21.00 Uhr

Anthrazitfarbene Musik.
Anhören
und mögen.


Halle 2
Sa, 26. April 23.00 Uhr

Möchte man Ninos Du Brasil in Musikgenres einordnen, dann wäre wohl "Samba trifft Noise" am zielführendsten. Allerdings hat die "Hospital Productions Label Night" auch etwas von Theater, von Pop und Performance. Im Publikum kommt's auf jeden Fall zu den unterschiedlichsten Tanz-, Hüpf- und Bewegungsstilen. Letztendlich wird aber jeder und jede abgeholt und mitgenommen. Der Beat ist einfach zu gut.

Kunstraum Stein 
Sa, 26. April & Do, 1. Mai 17.00 LIVE-Performance
weitere Termine hier

Die musikalische Zusammenarbeit der beiden Künstler in Krems betrifft eine gebaute Landschaft, die durch technische Gerätschaften Töne und Geräusche von sich gibt, die an einen Wald erinnern. Eine Art Wunderland entsteht, in dem ein ständiger Wandel simuliert wird. "Sobald wir Grenzen überschreiten, über sie hinaus blicken und unsre Welt immer wieder aus anderen und ungewohnten Blickwinkeln betrachten, wird eine neue, andere Welt, wird das Unmögliche möglich."
Künstlerische Positionen, wie diese von Emi Honda und Jordan McKenzie lassen die Betrachter in sich gehen und ihr eigenes Individuum erforschen.


Kunsthalle Krems Zentrale Halle
Fr, 25. April 18.00 - 20.00 Uhr
Sa, 26. April 10.00 - 20.00 Uhr 

Die Kooperation von Sierra mit der Justizanstalt Stein erscheint naheliegend und dennoch fern. Der Künstler holt mit seiner Arbeit beklemmende Bilder aus Lebensrealitäten des kapitalistischen Systems zutage.In Lucia & the Prisoners wird Santiago Sierra mit Häftlingen der Justizanstalt Stein Sessions mit der von Engelbert Winkler (Psychologe und Psychotherapeut) und Dirk Pröckl (Dipl.-Psychologe und Facharzt für Neurologie) entwickelten Lampe „Lucia N°03“ durchführen. Ähnlich wie bei Nahtoderfahrungen, in denen der Körper eigenes Dimethyltryptamin (DMT) ausschüttet, verspricht die Lampe durch die Kombination von flexiblem Stroboskop- und Konstantlicht extrem positive Erlebensweisen wie das Gefühl von Körperlosigkeit oder das Sehen intensiver Farb- und Formenwelten.


10. Keith Hennessy/ Circo Zero "Turbulence (A Dance About Economy)
Kunsthalle Krems Zentrale Halle 
Mi, 30. April 19.30 - 21.15 Uhr 
Do, 1. Mai 19.00 - 20.45 Uhr 

Was ist Ihr persönliches Highlight der Jubiläumsausgabe?
Tomas Zierhofer-Kin: Die Performance von Keith Hennessy. 15 Menschen exponieren sich in einem Raum, um Zwänge abzuschütteln. Da wird Anarchie neu gedacht, in einem Theater, das keines ist. Hennessy will eine ästhetische Antwort auf das Zeckenden der Wirtschaft geben. Nach zwei Stunden geht man da raus und hat ein Gefühl, als wäre man im Wald gewesen. Quelle: Interview mit Tomas Zierhofer-Kin in Die Presse am 24. April 2014

21.04.2014

Kaffeehaus-Gespräche II

Die Liebe zum Sport

im Gespräch mit Rainer Pariasek


Wenn am 2. April (leider hat sich das Wetter seitdem wieder etwas Richtung Winter gewandelt) schon die Sonne so scheint wie sonst Ende Mai, bin ich mehr als dankbar einen der begehrten Tische Wellen.Spiel an der Schiffsstation reserviert zu haben. Punkt 14 Uhr drehe ich mich hin und her – ich bin doch einigermaßen nervös – und entdecke meinen Interviewpartner des Nachmittags. Der Sportreporter und langjährige Sport-am-Sonntag-Moderator Rainer Pariasek sieht sich – chic in dunkelblauem Hemd und dunkler Sonnenbrille - suchend nach mir um.

© upc.at
„Ich erkenne Sie, aber Sie mich nicht.“ Er setzt sich lachend. So dürfte es ihm wohl öfter gehen. Das journalistische Portrait von Rainer Pariasek beginnt mit seinem Schritt in die Sportredaktion der APA (Austria Press Agency). „Ich bin da hineingeraten.“ – als Jus-Student brauchte er das nötige Kleingeld, sei darauf angewiesen und Sport sei für ihn ein spannendes Thema gewesen. Sein Traumberuf – von Wikipedia wurde ich falsch vor-informiert – war seit Kindestagen, der des Strafverteidigers. Dass er an Fragen gewöhnt ist, bemerke ich, als er sich die nächste selbst stellt und beantwortet: „Ich werde von Kollegen oft gefragt, ob ich es bereue diesen Weg nicht gegangen zu sein.“ (kurze Denkpause) „Nein, ich habe keinen Tag, den ich in der Sportredaktion verbracht habe, bereut.“
Dabei erging es ihm in den späten Achtziger Jahren - nach der APA folgten einige Jahre in der Presse ehe er 1996 zum ORF-Fernsehen wechselte – so wie vielen jungen Menschen. Man bleibt im Job 'picken' und ehe man sich versieht wird das Studium zur Nebensache. Der Wahl-Wachauer bestellt einen kleinen Braunen und wir beginnen uns über die Region, über die prominenten Experten bei Fußball und Schifahren und über schwierige Interviewkandidaten zu unterhalten:

Ihren privaten Lebensmittelpunkt haben Sie in die Wachau verlegt. Was schätzen Sie so an dieser Gegend, die Ihnen mehr als 1 Stunde Arbeitsanfahrt beschert?
Eine Stunde ist etwas übertrieben. Ich fahre ja zu Zeiten ins ORF-Zentrum, zu denen die Straßen leer sind. Außerdem verbringe ich mehr Zeit außerhalb des Studios - in Stadien zum Beispiel. Die Anfahrtszeit hat meine Entscheidung hier her zu ziehen nicht beeinflusst.

Nehmen Sie am kulturellen Leben – wenn Sie Zeit haben - in Krems & Umgebung Teil?
Ich bin ein Genussmensch. Gutes Essen und Trinken werden hier an jeder Ecke angeboten - vom Heurigen bis zum Haubenlokal findet man in der Wachau ausschließlich Top-Qualität.

Wie hat sich Krems im Laufe Ihrer Zeit, die Sie hier leben, verändert?
Ich weiß nicht, ob das nur ein Gefühl ist, aber die Zahl der Studenten hat sich in den letzten paar Jahren erhöht. Das bringt neues Leben in die Stadt, man sieht mehr junge Leute.

Was wünschen Sie sich für die Region & für Krems?
Dass die finanzielle Situation für Krems geregelt wird. Man hört ja immer nur, dass die Stadt auf immensen Schulden sitzt. Ich hoffe, dass diese Probleme gelöst werden können.
© orf.at

Wechseln wir zum Thema Sport: Für mich sind Sie DER Sportreporter meiner Generation. 1996 war ich 7 Jahre alt und durfte neben Schifahren, viel Fußball im Fernsehen anschauen. Ihr Gesicht hat mich Jahraus, Jahrein begleitet. Welche Events in Sommer und Winter können Sie nicht auslassen - Kranksein hin oder her?
Puh, abgesehen von olympische Spielen und Weltmeisterschaften, die Highlights sind, freue ich mich jedes Jahr auf das Wochenende in Kitzbühel - weniger auf den Narrenzirkus rundherum. Das ist einfach das beste Rennen. Gleich im Anschluss ist der Nachtslalom in Schladming ein absolutes Muss... Und natürlich sind die Länderspiele im Sommer etwas besonderes,...

Apropos, Nationalmannschaft: wie prognostizieren Sie die nächsten Spiele für die Euro 2016?
Unter Marcel Koller hat es auf jeden Fall eine positive Veränderung gegeben. Ob das reicht ist fraglich. Die anfängliche Euphorie ist abgeklungen, denn für viele war die Veränderung der Euro von 16 auf Mannschaften der Gruppen ein sicheres Ticket in die Meisterschaft. Mit der Auslosung kam die Ernüchterung. Für die Euro ist eine Prognose dennoch schwierig. Ich bin nach wie vor etwas skeptisch.


Sie Sind ja hauptsächlich für die Interviews bei Sportevents zuständig - sind Sie vor dem Interview nervös, vor allem wenn sich das Gegenüber problematisch verhalten könnte?
Nervös nicht, aber es hat natürlich schon einige Situationen gegeben, in denen ich gut auf die möglichen 'depperten' Antworten meiner Interviewpartner vorbereitet sein musste. Da denke ich vor allem an zwei Herren, die nicht mit kritischen Fragen umgehen konnten. Diese Fragen habe ich dann natürlich trotz allem gestellt - und habe mir zuvor schon die Antworten, sowie meine Reaktion überlegt. Das ist extrem hilfreich. Aber nervös bin ich nicht. Das macht auch die langjährige Erfahrung.

Vom schwierigen Interview-Partner zum Promi-Experten: Roman Mählich, Herbert Prohaska, Helge Payer beim Fußball, Armin Assinger, Thomas Sykora, Alexandra Meissnitzer beim Schifahren  - welche Schlüsse ziehen Sie aus diesem Konzept Prominente an Ihre Seite zu stellen? 
Die ehemaligen Profis haben eine unglaubliche Anziehungskraft für die Zuseher. Natürlich, der eine mag den Assinger, der andere nicht - aber im Großen und Ganzen nehmen die Promi-Experten eine Fangemeinde mit, die dann mit ihren Lieblingen Rennen und Matchs ansieht. Lustig ist, dass zum Beispiel der Prohaska als Teamchef nicht wirklich gerne Interviews gegeben hat, auf die eine oder andere Frage patzig geantwortet hat und seit seinem Positionswechsel nun versteht, wieso wir welche Fragen so stellen und stellen müssen.

Vielen Dank für Ihren spannenden Einblick in die Sportwelt und Ihre langjährige Arbeit als Moderator beim ORF. 


18.04.2014

Buntes Spanien

Wenn im El Gozo die Kunst regiert

AnBruFo und Paella


Gerade vom spanischen Grenzland heimgekehrt, ereilt mich die frohe Botschaft (nicht wegen Ostern), dass ich die Ehre habe, eine Ausstellung zu eröffnen. 

Worum geht's mir in der Kunst? Wie viele KunsthistorikerInnen beginne ich sofort zu interpretieren. Was kann ich sehen und was ist damit gemeint? Wohin möchte mich die Künstlerin führen? Dabei finde ich den meist etwas kindlicheren Zugang zum Sehen, Schauen und Erleben sehr hilfreich. Ich versuche mein Wissen, meine Erfahrungen - kurz gesagt mein Hirn - abzuschalten und die Bilder allein auf mich wirken zu lassen.  

Am 24. April eröffnet im spanischen Tapas-Lokal in der Landstraße eine witzig-nachdenkliche Ausstellung der Langenloiserin Andrea Brunner-Fohrafellner, die mit ihren spielerischen Arbeiten ins Konzept des El Gozo passt. 

Um 19.00 Uhr werde ich die Künstlerin, die nicht nur als Malerin tätig ist, sondern auch künstlerische Vermittlugsarbeit leistet und diverse Workshops anbietet, und ihre aktuellen Arbeiten vorstellen. Dass ich um Interpretationsmöglichkeiten nicht herum komme, ist leider verständlich, denn Schauen und Erleben können wir alle am besten in Ruhe ...
Was ich mir allerdings vornehme ist, nicht viel zu sagen und erzählerische Stränge anzubieten, die möglich sind. Vielleicht gebe ich einen Impuls durch eine Geschichte, die zum Nachdenken und vor allem zum Gespräch anregt. Denn besonders bei Vernissagen ist die Basis zum Austausch gegeben.

Ich freue mich auf viele bekannte Gesichter, gute Unterhaltung und die herrliche spanische Küche! 

15.04.2014

Schokolade, Schokolade, Schokolade

Ein Kremser von der Schokoladenseite

Benedict Leutner und die Hagmanns



© bittersüss


Wenn man jemandem vertrauen kann, dann wird das der junge Benedict Leutner sein. So ähnlich musste Thomas Hagmann, Geschäftsführer und Konditormeister der Bäckerei und Konditorei Hagmann Krems, gedacht haben. Ihn und den Mitzwanziger Leutner verbindet eine lange Freundschaft, die unter anderem bei einem 2-monatigen Praktikum in der Konditorei und Backstube geknüpft wurde.

© bittersüss
Seit Jänner 2014 leitet Benedict Leutner die 2. Filiale der Hagmanns. Die Pacht in der Kunsthalle wurde nach der Auflösung der Grasl & Salomon-Partnerschaft neu vergeben. Thomas Hagmann überlegte, war erst weniger interessiert, bis die essentielle Komponente Schokolade miteinfloss. „Mit einer filmischen Präsentation und einem Vortrag, stellen Hagmann Vater und Sohn einem interessierten Publikum die Vorgänge bis hin zur handgeschöpften Schokolade vor.“, so Benedict Leutner. „Den Leuten wird das Schokolade-Machen aber noch näher gebracht. Das Schoko-Rohmaterial, das wir aus Italien bekommen, wird hier veredelt. Gemeinsam mit den Besuchern haben wir die Möglichkeit vier verschiedene Sorten Schokolade zu schöpfen. Zuerst wird geschmolzen, dann veredelt, haltbar gemacht und letztendlich gegossen.“ Schon allein der Gedanke daran, macht Lust auf eine Besichtigung der kleinen Schokoladenfabrik. Eine Verkostung darf natürlich nicht fehlen.

© Manfred Weiss
Mit Krems ist Benedict Leutner verbunden, wie kein anderer. An der Hotelfachschule sammelte er – neben wichtigem Handwerkszeug für die Gastronomie – in verschiedenen Betrieben die obligatorischen Praktika. Eines davon bei Thomas Hagmann, wo er das Unternehmen, das nach wie vor in Familienhand ist, kennen lernte. Neben den Hauptakteuren der Familie, stehen im Geschäft in der Landstraße manche Kellnerinnen schon länger im Geschäft als der junge Vater Thomas Hagmann denken kann. Das bittersüss stellt sich als Neuanfang, als Experiment und als Chance dar. Nicht nur für die Hagmann-Dynastie sondern auch für Benedict Leutner, der am IMC-Krems Unternehmensführung studierte und eigentlich in den Bereich Eventmanagement wechseln wollte. „Die Branche liegt aufgrund der wirtschaftlichen Lage etwas brach. Viele Unternehmen erkennen, dass ihnen Großevents keinen Nutzen sondern eher (finanziellen) Schaden bringen. Aber Thomas Hagmann hat mich wegen dem Know-How der Eventbranche für die leitende Position vorgesehen, denn wir kooperieren mit der Kunsthalle und mit dem Karikaturmuseum, wo wir an Eröffnungstagen bis zu 700 Menschen verköstigen. Da weiß Thomas, dass er mir vertrauen kann.“

Neben dem Stückchen Schokolade, das bei jedem bestellten Kaffee auf der Untertasse liegt, plaudert Benedict Leutner über das nächste Projekt: ab spätestens Mai plant er mit dem Fotografen Manfred Weiss ein Foto-Frühstück. Genaueres über den Ablauf dieses besonderen Workshops wird noch bekannt gegeben. Fotografieren gehört auch zu Benedict Leutners Hobbies: „...wenn ich Zeit dafür finde.“ Denn seit der Eröffnung des Lokals bleibt ihm nicht viel Freizeit übrig. Und die verbringt er dann auch gerne in einem der Altstadtlokale: als Bartender.

© Manfred Weiss

ADRESSE

Café-Restaurant Bittersüss
Franz-Zeller-Platz 3
3500 Krems-Stein




ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag bis Sonntag
9.30 bis 18.00 Uhr
An Feiertagen auch Montags geöffnet.

RESERVIERUNGEN

bitte unter
+43-2732-90 80 10 168
oder
office@bittersuess-krems.at

04.04.2014

Kultur ist Identität

„Kultur ist etwas Kostbares, der höchste Ausdruck unseres Menschseins.“ 

(Peter Simonischek, derStandard, März 2014)

© Leopoldine Tanzberger
Kolomanisaal Stift Melk
Ein dichterisches Werk zum Leben zu erwecken und zuhörenden Menschen in eine neugierige Aufmerksamkeit zu versetzen, dürften die Hauptaufgaben eines Schauspielers sein. Oder Texte so zu lesen, dass sie für das Publikum greifbar werden. Die Lesung am 5. April 2014 im Kolomanisaal des Stiftes Melk im Rahmen des IMAGO DEI-Festivals, erzählt eine Geschichte die inspiriert.
Peter Simonischek, der am Burgtheater in Wien momentan u.a. in Heinrich von Kleists Prinz von Homburg zu sehen ist, hat sich nach einem Berlin-Aufenthalt Zeit genommen, um mit mir über die Bedeutung von Literatur, die Kostbarkeit von Kultur und den Ort der Veranstaltung IMAGO DEI, die Stadt Melk zu sprechen.

Was spricht Sie an einem kleinen Festival wie IMAGO DEI an?
Allein der Ort Melk inspiriert. Die Stadt mit dem Kloster blickt auf eine jahrhundertealte Tradition als kulturelles und geistiges Zentrum zurück. Die Mönche beschäftigen sich mit Spirituellem, mit den Fragen des Lebens. Vor allem vom Alt-Abt Burkhardt, der eine angesehene Person ist, gehen wichtige Impulse aus. Obwohl ich keinen direkten Kontakt zum Stift habe, fühle ich mich dem Stift und dem Festival verbunden. Denn auch ich bin von Benediktinern erzogen worden, in St. Paul im Lavanttal in Kärnten.
Es ist gut, dass die katholische Kirche, den Menschen die auf der Suche nach Spiritualität sind, mit dem Osterfestival IMAGO DEI ein Angebot macht.


Wie passt der Text „Der Mann mit den Bäumen“ des Dichters Jean Giono in das sonst eher musik-orientierte Festival?
© Josef Gallauer
Gionos Text ist praktisch angelegt. Es dominieren Einfachheit und Geschlossenheit. Der Text ist für das Publikum leicht zu erschließen. Außerdem ist „Der Mann mit den Bäumen“ eine positive Erzählung. Sie handelt vom persönlichen Glück, das im Dienst für die Allgemeinheit erreicht wird.
Da wir täglich mit Hiobsbotschaften konfrontiert sind, bereichert ein optimistischer Text wie dieser, der sowohl das persönliche Glück als auch den Dienst am Mitmenschen und der Natur in den Vordergrund stellt.


Nachdem wir um schlechte Nachrichten nicht umhinkommen und diese auch die Kultur betreffen: Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Kostbarkeit der Kultur zu erhalten, damit sie sich auch weiter entwickeln kann?
Ich denke, dass es in Österreich ein allgemeines Bewusstsein dafür gibt, dass Kultur ein Ausdruck eines gewissen Standards einer Gesellschaft ist. Sie zeigt an, auf welchem Niveau wir leben.
Die Kostbarkeit der Kultur ist uns durchaus bewusst, da das kulturelle Leben Identität stiftet. Egal, was passiert, wir sehen tagtäglich was trotz der Krisen in der Ukraine und rund um die Hypo oder die Fragezeichen um die verschwundene Passagiermaschine, auf den Titelseiten zu lesen ist: die Neubesetzung des Burgtheaters. Für mich heißt das sehr wohl, dass ein Grundkonsens in unserem Land über den Stellenwert der Kultur herrscht.


Ich möchte bei Ihren Ausführungen zum Burgtheater einhaken: wie beurteilen Sie die Besetzung der interimistischen Direktion am Burgtheaters, nachdem Direktor Matthias Hartmann entlassen wurde?
Um ehrlich zu sein, ist mir – und ich glaube vielen am Burgtheater – ein Stein vom Herzen gefallen, als die Entscheidung gefällt wurde, Karin Bergmann einzusetzen. Sie ist verantwortungsvoll und geht mit großer Kenntnis in ihre neue Position. Am Theater sind viele Menschen aus unterschiedlichen Abteilungen mit der Herstellung von Kunst beschäftigt. Es ist anders als bei einem Maler, einem Schriftsteller, einem Komponisten, der allein arbeitet und den wir um seine Originalität beneiden. Er ist für alles was er schafft zuständig und trifft jede Entscheidung selbst. Während am Theater dafür verschiedene Komponenten zusammenspielen müssen – nicht nur auf der Bühne, sondern auch dahinter: Autor, Regisseur, Bühnenbildner, Kostümbildner, Maskenbildner, Requisite, Bühnentechniker...
Sie kennen bestimmt den Ausspruch: „Viele Köche verderben den Brei“, wenn aber Theater gut funktioniert, ist ein Gesamtkunstwerk möglich, bei dem diese verschiedenen Ebenen optimal verwoben sind.
Sind Sie nicht auch immer noch aufgeregt, bevor der Vorhang hoch geht und im Theater ein Stück beginnt? Ist das nicht die Hoffnung, dass man Zeuge einer gelungenen Aufführung wird?

© Reinhard Werner, Burgtheater

Ich stimme Ihnen zu. Besonders dieses Gefühl realen – echten – Personen gegenüber zu sitzen bringt eine gewisse Aufregung mit sich.
Wenn es gelingt auf der Bühne, dann ist für mich dieses Live-Erlebnis nachhaltiger als jede Konserve im Fernsehen und Kino.

Sie lesen am Samstag nicht am Burgtheater, sondern in Melk – welche Erwartungen haben Sie ans Publikum und an die Veranstaltung?
Ich hoffe natürlich, dass die Lesung gut besucht ist. Nicht nur der Text ist hervorragend auf die Umgebung und den Inhalt des Festivals abgestimmt ist, sondern auch musikalisch wird dem Publikum etwas geboten (Anm.: Solisten des Klangforum Wien & der Camerata Salzburg). Wie ich schon gesagt habe, die Geschichte über Fantasie, Mut und Ausdauer, ist klar und einfach. Sie ermutigt die Menschen gemeinschaftlich zu handeln. Da Ich-AGs sind heutzutage weitverbreitet sind, denken Menschen an den kommerziellen Zweck und an wirtschaftliches Wachstum. Machen wir uns auf die Suche nach einem anderen Weg! Gehen wir in Richtung Individualität: die Menschen sollen aus der Reihe tanzen. Ich wünsche mir daher, dass verstanden wird, dass Individualität nicht Egoismus bedeutet. Die Geschichte, die ich lesen werde, vermittelt den Glauben an das Individuum im Dienste der Gemeinschaft.


Ich wünsche Ihnen für Ihre Lesung am Samstag ein wundervolles Publikum, das sich durch die Geschichte, die Sie lesen inspirieren lässt. Vielen Dank für Ihre Zeit!

02.04.2014

kitchen stories II

Die Reunion der Kaffeehaus-Kultur

Traditions-Kaffeehäuser neu gedacht


© diekremserin
Makronen perfekt in Szene gesetzt
(gesehen in New York, 2012)


Neben den kleinen Lokalen und hippen Läden, die ich schon in kitchen stories beschrieben habe, entwickelt sich die Kaffeehaus-Kultur in Krems weiter. Die alt-eingesessenen, sehr guten Konditoreien und Cafés bleiben, aber neue etablieren sich, die Spaß machen und Freude bereiten, sich nach einem Spaziergang, einer Stadt-Shopping-Tour oder einem Arbeitstag in die Sonne zu setzen und einfach zu genießen:


bittersüß - inmitten von Kunst und Kultur
Franz-Zeller-Platz 3, 3500 Krems
Französische Makronen auf Österreichisch, mit Marillen- und Himbeer-Füllung. Oder eine echte Esterhazy-Torte? Wie wär's dann noch mit der Hagmann-Kardinalschnitte?
Sofort bestimmen die Tortenklassiker und die Süßspeisen-Vitrine, wenn man das luftig-frische bittersüß in der Kunsthalle Krems betritt. Dabei zahlt sich ein kleiner Brauner, ein Cappuccino oder eine andere Kaffeespezialität aus, denn sogar da reichen Benedict Leutner und sein Team ein Stück handgeschöpfte Schokolade dazu. 
In den Sommermonaten tischt die bittersüße Bedienung gerne herrliches Eis auf! 


Stadtcafé Ulrich - die beste Sonnenterrasse von Krems
Südtirolerplatz 7, 3500 Krems
© diekremserin

Jung bis alt, alles trifft sich im Ulrich. Ob Schüler_innen oder Lehrpersonal, das Stadtcafé ist Anknüpfungspunkt und Schnittstelle zwischen Kremser und der Steiner Landstraße. Meiner Meinung nach, kriegt man neben Touristenmagnet Steiner Tor, die beste Sonne in ganz Krems ab. Am besten auf die Terrasse verfrachten und Mokka trinken. Abends ist "das Ulrich" meist triefend voll mit Menschen, die dann noch einen Sprung in die Altstadt schauen. Im Kaffeehaus werden alle paar Monate neue Arbeiten von regionalen Künstler_innen ausgestellt. 


Café Berger - eins von den ganz Richtigen
Obere Landstraße 8, 3500 Krems
Alteingesessen liegt das Café Berger perfekt in der Kremser Landstraße zwischen MOYOme, Kaufstrasse und anderen Geschäften. Ins Berger geht man nicht schnell auf einen Kaffee. Man nimmt sich Zeit. Setzt sich an einen der kultigen Tische (am besten ganz hinten oder gleich beim Fenster vorne) und liest Zeitung. Daneben nippt man an einer Melange. Beobachtet die hereinkommenden Menschen. Leistet sich ein Mittagsmenü. Oder Einspänner. Und beobachtet weiter. 
Das Café Berger ist ein Traditionskaffeehaus in Krems. Dorthin verschlägt es mich, wenn ich Energie tanken und durchatmen will. Dort kann ich mich Zeitungen und Magazinen widmen. Und die zweite Melange wird fast wie von selbst serviert. 



Cimbalino - hip, hipper, hipster 
Campus West, Dr.-Karl-Dorrek-Straße 23, 3500 Krems

Caffe + Bar am Campus West zählt zu den neueren Errungenschaften von Krems. Gemeinsam mit der Felix-Rösterei aus St. Pölten wird hier erstklassig-gerösteter und frisch gemahlener Kaffee angeboten. Der richtige Ort für Kaffee-Junkies um sich ihren daily joe auch mit auf die Uni zu nehmen. Passend, denn die liegt einen Katzensprung entfernt. Für Mutige bietet das Cimbalino auch einen grünen Matcha Latte an: unbedingt kosten! 


Wellen.Spiel - high life trifft Café Latte
Welterbe-Platz 1, 3500 Krems

Neben der Donau, gleich an der Schiffsstation bettet sich das Wellen.Spiel. Zum Tor der Wachau gehört auch ein gewisser Luxus. Frühstücksvariationen en masse (unbedingt das Deluxe Frühstück für 2 probieren!) und wunderbarem Ausblick auf Stift Göttweig und die vorbeifahrenden Schiffe. Schau einen Sprung in der Vinothek vorbei, da gibt's nette Präsente und schöne Möglichkeiten sich selbst zu beschenken. 


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