wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

29.05.2016

Fotoreise: Der Wagram is where my heart is

Wo du herkommst, dort fühlst du dich dann doch immer am wohlsten. Wieso? Jedes Eckerl zu kennen wie die Westentasche, jede Straße schon zig-Mal abgelaufen zu sein, jede Seele schon zumindest einmal gegrüßt zu haben: das bedeutet für mich der Wagram. Auch wenn ich bei Weitem keine Ahnung von den verschiedenen Hügeln habe, nicht weiß wie welche Lage des Weinbaugebiets heißt oder den einen oder anderen Ort noch nicht einmal genauer betrachtet habe, Großriedenthal bleibt ein wichtiger Teil meines Lebens. Deshalb reise ich heute zurück, wo ich aufgewachsen bin:


Die "Tut-Gut"-Wanderwege führen durch Weingärten, Löss, über Felder und Wiesen. 

Ebene. Das macht mich aus. Keine bergige Gegend, aber hügelig ist es dann doch. Raps im Frühjahr, der blüht und riecht. 

Blick auf meine Heimatgemeinde Großriedenthal vom "Hausberg", der ohne Wanderschuhe in ca. 10 Min von der Ortsmitte erreichbar ist. Der Blick, je nach Wetterlage kann dich bis hin zum Ötscher, zur Rax und zum Schneeberg bringen. Traumhaft! 

Ein von Lucie (@lucietae) gepostetes Foto am

Nach der ganzen Anstrengung MUSS eingekehrt werden. In Großriedenthal tust du das am besten von Donnerstag bis Sonntag im Lösshof, direkt in der Ortsmitte. Das Foto stammt noch aus "Frühstücks-Remniszenzen" von Judith (two drink) und mir... heute isst du hervorragend in der Wirtsstube. 

Kulinarische Highlights am Wagram

  • Do, 9. Juni: Genussrunde #12 mit Winzerin Luisa Obenaus | 4 Gänge inkl. Weinbegleitung | ab 19 Uhr | € 54,- | Anmeldung erforderlich
  • Do, 14. Juli: Genussrunde #13 mit Winzer Arnold Holzer | 4 Gänge inkl. Weinbegleitung | ab 19 Uhr | € 54,- | Anmeldung erforderlich

22.05.2016

Fotoreise: ab in den Süden



An diesem Wahlsonntag (ich hoffe, du hast deinen Stimmzettel abgegeben und Gebrauch von deinem Wahlrecht gemacht!) reise ich in eine der schönsten und faszinierendsten Gegenden Österreichs. Da ich auch diesen Sommer einen Abstecher dorthin machen werde, bereite ich mich selbst darauf vor: die südliche Steiermark rund um Kitzeck im Sausal und Gamlitz. Ich werde mir auf jeden Fall die Wanderkarte besorgen 'wunderbar-wanderbar'!


Enjoy & drink wine :)


Intervalltraining beim Laufen ist hier wunderbar möglich. Denn die teilweise (fast) rechtwinkeligen Steigungen sind für das Läuferherz eine Herausforderung. 
In den Himmel schauen. Vom Weingut Schauer in Kitzeck im Sausal kannst du Ausflüge in die Umgebung machen. Bei so einem Wetter natürlich möglichst nach draußen, zum Beispiel zum Sulmsee. 
Grenzenlos.  Ich hoffe, dass dies so bleiben kann. Die Europäische Union und ein einfaches Übertreten dieser Grenzen innerhalb hat vielfach Großes für mich und mein Leben gebracht. 
Ankerpunkt. Zum Abhängen, schwimmen, Chillen und einfach Urlauben...
Und mitten drin dann doch ein Weingartenhäuschen. Bei so vielen Zeilen in einem Weingarten (wahrscheinlich Sauvignon Blanc?) verdient sich der Winzer/die Winzerin auch mal ein Häuschen...
Im Garten der Schauers. Dort gibt's nicht nur herrliche Weine, sondern auch a gesunde Jaus'n. Übernachten kannst du natürlich auch dort! 
Und dieser Ausblick. Ein Traum! Mit den Schauers jun. Bernhard und Stefan ist auch gut zu plaudern. Denn sie geben gern Bescheid über Ausflugsziele, Wandertouren, die richtigen Weine
Steiermark und Kürbiskernöl. Auch in der Eierspeis. Muss sein, macht Spaß, ist aber gewöhnungsbedürftig. 
In Gamlitz steht das Genuss.Regal. Ein verschiebbares System von Containern, die verschiedene Themen rund um die Genussprodukte der Südsteiermark beinhalten... 
Schnaps....
...und sein Obst

16.05.2016

One night with TEXTA

Unser Herz schlägt noch immer für die Kunst, nicht fürs Geschäft 

Die Jungs von TEXTA kommen nach Krems. Awesome. Nichts dagegen, aber... Das neue Album kannst du dir online anhören, kaufen, downloaden und Spaß dran haben, wie österreichischer Hip Hop funktioniert. Hip. Hipper. Hipster. Oder?

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"brother in mind"-Gerhard Haderer hat das neue Cover gestaltet. Crowdfunding hat das Album möglich gemacht. Die österreichische alternative Musikindustrie ist drauf angewiesen. Um qualitativ hochwertig zu produzieren, muss investiert werden. Über die Plattform wemakeit haben Texta um private Sponsoren angesucht. Und diese 273 Menschen gewonnen. Mit ihren sarkastischen Texten, die die österreichische Seele "aufblattl'n" wie man so schön sagt, reiben sich die Linzer mit den klingenden Namen Flip, Huckey, Laima und Dan an traditionellen Gepflogenheiten des Alpenlandes. Wie treffend, dass vor dem Konzertbesuch im Karikaturmuseum Krems vorbei geschneit werden kann: Think Big! Der nächste zynische Linzer. Auch in Krems.




Es wurde ironisch aber wohlweislich «Nichts dagegen, aber» betitelt, weil dieses fast wie automatisch hingerotzte Pseudostatement symptomatisch als Reaktion auf beinahe alles im österreichischem Kulturkreis verwendet wird. Es geht also um Österreich, aber unter folgenden Gesichtspunkten: 
- Die Verwendung von Samples ausschließlich österreichischer Musik jeder couleur wird in diesem Fall natürlich nicht als verklärter Heimatblick oder gar als Bekenntnis zum Staat, sondern eindeutig zur Vielfalt der Musik und (Sub-)Kultur des Landes gewertet. 
- Auf der Textebene gilt die vom Kritischen bis ins Sarkastische gehende Auseinandersetzung durchgehend dem Verhalten, dem Gebaren, dem Besonderen und dem Typischen, das den ÖsterreicherInnen innewohnt. Es geht vom Persönlichem zum Politischem und zurück. Direkt oder/und subtil, philosophisch oder in your face – nichts wird ausgelassen. 
- Und auch im Cover setzen sich diese Gedanken fort. Nicht nur durch die Illustration selbst, sondern vor allem auch, weil wir den Künstler Gerhard Haderer als «brother in mind» sehen.
Auszug aus der wemakeit-Beschreibung zum Crowdfunding des neuen Albums.

Mit Fokus auf dem Text, mit und ohne Dialekt



Hipster, ja, aber Texta gibt's einfach schon viel länger: seit 1993 existieren Texta, haben nun sieben Studioalben produziert, viele Worte in Texte geschrieben und unzählige Auftritte zwischen Dornbirn und Eisenstadt hinter sich. Und zahlreiche Kollaborationen wie zum Beispiel mit Blumentopf.

Reinhören? Ja, auf jeden Fall.
Hinkommen? Noch viel mehr! 

Recommended track: Alpenraps 

Covergestaltung von Gerhard Haderer.





Fotoreise: Geheimtipp, Bulgarien

Genau schauen, Kopf heben und nicht nur den Boden beachten. Überall gibt's schöne Architekturdetails zu entdecken
Das Rila Kloster im gleichnamigen Gebirge. Eine Nacht im Kloster, abenteuerlich! Denn die Tore sperren um 20 Uhr zur Nachtruhe, Klos sind sehr spartanisch... Frühstück? Nein, das gibt's nur im Cafe nebenan...
Die rote Kirche mitten im Freigelände. Inklusive Kuh.
In Nessebar am schwarzen Meer erlebe ich die Freuden des frischen Fischs. Gebraten, am Grill. Herrlich! 
Unterwegs mit Kunsthistorikerinnen. Die Ausgrabungen rund um den bulgarischen Palast Serdica sind touristisch erschlossen. :)
Wunderbare Wandmalereien, indoor, outdoor, überall. Sehr vieles ist hier noch so unberührt und auf eigene Faust zu erforschen. Macht Spaß! Und die Menschen hier sind großartig :)
Rundreise in Bulgarien. Ich muss zugeben, ich hatte wenige Erwartungen an diese kunstgeschichtlich angelegte Reise. Dass mich dieses Land, mit seinen vielen Geheimnissen, ungeklärten geschichtlichen Hintergründen, versunkenen und gerade wieder entdeckten Jahrhunderten so faszinieren würde, überrascht mich noch heute. Die Einblicke, die du hier erhältst stammen aus einer Studienreisen der Universität Wien, Institut für Kunstgeschichte, im Jahr 2011.

Linktipps

Allgemeines über Bulgarien
Rila Kloster - ein Wahrzeichen Bulgariens
Sofia, mal kunterbunt, mal aber auch aschgrau 



09.05.2016

Ausstellungsrausch: wohin in Wien

5 Werktage = 5 Ausstellungen, die im empfehle:

9. Mai = Archipelago. Käthe Schönle
Die Galerie in der Hollerei kenne ich noch nicht. Spannend, was da im 15. Bezirk so passiert. Käthe Schönles Arbeiten taugen mir, zumindest von den Abbildungen. Noch nicht im Original gesehen. Schöner Artikel im Wien Live.

Käthe Schönle, untitled (island foundation III), 2015 © Claudia Larcher


10. Mai = FINES & PRIMES. Julian Palacz 

Die Kombination zwischen Kunst und Mathematik habe ich vor ca. einem Jahr entdeckt und intensiv daran gearbeitet, wie ich in der Kunstvermittlung damit umgehen kann. Julian Palacz hat in seinen Arbeiten einen durchaus suggestiven Weg gefunden, der mich persönlich anspricht. artunited
Julian Palacz, phone numbers, 2015 © Julian Palacz
11. Mai = CinemaNext Kurzfilmnacht
Das Gartenbaukino ist eine Institution. CinemaNext bringt jährlich viele, viele Kurz- und Langfilme von österreichischen Nachwuchstalenten auf die Leinwand. Filmnacht im Gartenbau. Mit vier Kurzfilmen im Programm, die mich neugierig machen. Da will ich hin!

Ab ins Gartenbau!



12. Mai = 5 Museen. 1 Abend. 0 Euro sponsored by Dorotheum
Interesse an Kaiser FJs 100. Todesjahr? Nein, dann bist du im Literaturmuseum direkt in der Österreichischen Nationalbibliothek am Heldenplatz richtig. Dort wird die erste Sonderausstellung präsentiert: Bleistift, Heft & Laptop. 10 Positionen aktuellen Schreibens

Yes, 5 Museen, 1 Abend und 0 Euro :)


13. Mai = Sound of Wine Festival (verlegt auf 20. Mai!) aber es gibt ein Vorspiel im SASS
Sound of Wine, 30 JungwinzerInnen mit Kunst und Kulinarik und DJ

Zwar keine Ausstellungseröffnung, aber kultureller Hintergrund. Immerhin ist Freitag. Der dreizehnte. Und Kunst gibt's auch von NDCM. Auf ins Wochenende, im Karlsgarten ist es auch einzigartig schön zum Abhängen.



Samstags+ 14. Mai = Weltenflucht 

Einladung zu Weltenflucht

Immer spannend: Gruppenausstellungen mit unterschiedlichen Zugängen: von Fotografen Tim Cavadini (D/A), David Schermann (A), Florian Wenzel (D) und Illustratorin Daria Golab (POL). Let's rock the long weekend...

07.05.2016

Ausflugstipp: #indiegrean zu Pfingsten

Ich wusste gar nicht, dass es dort, im nördlichen Wien, wo ich noch Stadt vermutete, so schön ist. Windig, aber wunderschön hügelig und diese Weite. Zum Bisamberg schaue ich, an schönen Tagen bis hin zum Schneeberg. Diesmal ist es zu diesig.

Eingeladen von Weinviertel Tourismus gehe ich nun in die Grean. Selbst geborene Weinviertlerin, wenn man von den vier Vierteln spricht und nicht in touristischen Destinationen oder Weinbaugebieten (da gehöre ich zum Wagram), bin ich natürlich doppelt gespannt was mich in meiner "Heimat" erwartet. Vor allem habe ich vom Brauch "in die Grean gehen" noch nie etwas gehört. Schön, dass die Kombination zwischen Weinverkostung, Wanderung und geselliger Runde im Grünen wieder ausgegraben wurde. Verbunden ist dieser Brauch nämlich mit dem Verkosten des frischen Weines, dem neuen Jahrgang. Und meist einer zünftigen Heurigenjause. Spaziergang durch die Weinberge inklusive.

Von Wolkersdorf nach Pillichsdorf 

Unterwegs mit anderen ReisebloggerInnen, wie ich schon in meiner windigen Bilder- und Linksammlung gezeigt habe, kommen immer unterschiedliche Blickpunkte zusammen. Josef Pleil, ehemals österreichischer Weinbauvereinspräsident (über zwei Jahrzehnte hinweg!) gebührt ein eigener Hashtag #josefpleil. Die Koryphäe im Bezug auf Weinbau und seiner Geschichte in Österreich begleitet uns in die Grean, in die Kellergasse seines Heimatorts Wolkersdorf, wo er jeden Winkel wie seine Westentasche kennt. "Hier ging früher die Hauptverkehrsader durch.", erwähnt er in einer sog. Hintaus-Straße, die eben nicht die heutige Hauptstraße, sondern einen eher schmalen Weg, der für den landwirtschaftlichen Verkehr wichtig ist. Hintaus geht's Richtung Kellergasse, Richtung Weinberge, Richtung raus aus dem Dorf, rein in die Natur. Mit "früher" meint Josef Pleil die wichtige Verbindung zwischen Norden und Süden, als Handelsknotenpunkt der Seidenstraße (Achtung, nicht genau überprüft!).

Es macht Spaß die Wolkersdorfer Kellergasse zu erkunden, an die windigsten Punkte des Weinviertels zu gelangen und viel über Tradition, Bräuche, Wein und Gesundheit zu erfahren. Dass auch hier, im flachen Hügelland, an Steilhängen geerntet werden muss, verblüfft mich. Der kleine Spaziergang, wir waren dann doch zwei Stunden unterwegs, macht hungrig und wir kehren ein. Authentisch. Sehr, authentisch.

In seinem Element, Josef Pleil mit ReisebloggerInnen im Weingarten © diekremserin on the go
Wo sind nochmal die Weinregionen der Welt? Und wie war das mit dem Anbaugebiet Österreichs? Er weiß alles. © diekremserin on the go 

#aufgschmiert is!

Szenenwechsel in den Nebenort Pillichsdorf, der eine wunderschöne, ungewöhnliche Kellergasse sein Eigen nennt. Die Schönste, die Längste, die Breiteste, die am meisten Zusammenhängende. Ich weiß es nicht, aber die Kellergasse ist tatsächlich herrlich angelegt. Mit einem grünen Mittel, gehen zwei gepflasterte Wege vorbei an Kellerhäusern und Scheunen. An Tagen wie dem Pilichsdorfer Weinfrühling oder Herbst ist hier auch einiges los und überall gibt's Köstlichkeiten zu verkosten. Wir treffen auf den Aufstrichkaiser der Kellergasse Josef Gössinger, der uns den Pfarrkeller zeigt, der auch für Veranstaltungen vermietet wird. Warum Aufstrichkaiser? "Ich bin da hinein gekippt, nachdem meine Schwester in Karenz gegangen ist, habe ich Aufstriche aller Art ausprobiert und das Aufstrichfestival im August gegründet. Letztes Jahr war das ein Marathon von über 40 Aufstrichen...", erzählt Josef Gössinger mit großer Begeisterung. So enthusiastisch, dass ich und auch meine KollegInnen große Lust bekommen zum Festival zu kommen, das zwischen 10. und 15. August in der Kellergasse stattfindet. 

Herzliches Willkommen in Pillichsdorf! © diekremserin on the go
Josef Gössinger erzählt über seine Verbindung zur Kellergasse und seine Leidenschaft, die Aufstriche. © diekremserin on the go
Stärkung am Nachmittag beim Heuriger Faber © diekremserin on the go
Der Ausblick und die Weite verleiten zum Bleiben. Leider ist uns das Wetter nicht positiv gestimmt. Aber bald! © diekremserin on the go

Ergreif deine Chance #indiegrean zu gehen! 

Zu Pfingsten, von 13. bis 15. Mai 2016, in Hagenbrunn gemeinsam mit Rudolf Schwarzböck in die Grean gehen.
2 Übernachtungen im Weinviertel mit Frühstück
ein 5-gängiges Menü mit Weinbegleitung (am Anreisetag, 19.00 Uhr)
1x „Grean gehen“ (am zweiten Tag, 14.00 Uhr):
- eine Riedenwanderung mit einem Winzer
- eine Verkostung von Jungweinen
- eine g'schmackig-frische Heurigenjause
ein kleines Abschiedsgeschenk
Details hier.


Die Reise erfolgte auf Einladung von Weinviertel Tourismus. 

05.05.2016

Fast and Furious: eine ganz besondere Kinogeschichte

Kooperationen zwischen kulturellen Institutionen zeigen mir immer wieder, wie schön interdisziplinäres Arbeiten innerhalb des dehnbaren Kulturbegriffs sein kann. Kino und Karikatur scheinen weit auseinander zu liegen. Kino und Comic, da kommen wir einander schon näher, oder?



Seit diesem Jahr öffnen sich die Ausstellungshäuser der Kunstmeile Krems (Karikaturmuseum Krems, Kunsthalle Krems, Forum Frohner) einmal monatlich abends für einen After-Workshop, mit dem Titel Kunst trifft.... An jedem ersten Mittwoch im Monat treffen die WorkshopteilnehmerInnen auf einen neuen Begriff, in der Vergangenheit waren dies Malerei, Tinte und Trickfilm. Und gestern, am ersten Monat im Mai: Kino.

Im Anschluss an den Workshop zeigt das Kino im Kesselhaus DRIVE von Nicolas Winding Refn mit Ryan Gosling (2011)

Verfolgungsjagden only? Oder gibt's andere Autos im Film...

Unweit des Karikaturmuseum Krems liegt das kleine Programmkino im Kesselhaus direkt am Campus der Universitäten und Fachhochschule - nichts ist also leichter die beiden Häuser näher zusammen zu rücken. Der Einstieg in die Thematik Kino liegt auf der Hand: wir widmen uns nicht nur dem Kino allgemein, sondern werfen gemeinsam mit Kunstvermittlerin Eveline einen Blick auf die Karikaturen und Comics, die in der Ausstellung Kult auf 4 Rädern gesammelt wurden. Die Gruppe ist klein, ganz exklusiv können wir unseren Assoziationen freien Lauf lassen und uns schon fragen wie weit uns die gezeichneten Arbeiten aus den letzten 100 Jahren an Filmsequenzen erinnern.  "Thelma und Louise!" - ganz klar, eines der Originalcomicblätter aus der comic-car-collection von Rochus Kahr wird sofort mit der Schlussszene des Kultfilms mit Susan Sarandon in Zusammenhang gebracht... Aber ich will hier nicht zu viel verraten. 
Inspiriert und mit Inputs aus der Autoausstellung gehen wir gemeinsam mit Eveline und Filmvermittlerin aus dem Kino im Kesselhaus Martina, die uns schon in der Ausstellung immer wieder auf filmische Zusammenhänge oder stilistische Mittel die ComiczeichnerInnen mit FilmemacherInnen verbinden hingewiesen hat, ins Atelier. 

Schauen, Hören und gemütlich Zurücklehnen ist nun angesagt. Martina ist voll in ihrem Element: "Ich bin voll hinein gekippt in der Vorbereitung auf diesen Workshop, denn in so vielen Filmen ist das Auto ein wichtiges Symbol ... für Unheil, Tod oder eine Umkehr." Dass sie sich mehr als intensiv vorbereitet hat, merken wir nicht nur im Enthusiasmus, sondern auch durch die Filme, aus denen sie erzählt.

Geschichte, aber nur kurz!

Nachdem ich vor einigen Jahren am Institut für Romanistik französische Mediengeschichte als Kurs belegte, weiß ich zumindest über die Anfänge des Films Bescheid (oder werde von Martina daran erinnert, was ich alles wissen sollte...). Die Gebrüder Lumière mit ihrem Film- und Abspielapparat, als erstes Homecinema, das aber eher in Gesellschaft in Cafés und Varietés geschaut wurde. Oder die Entdeckung des Stopptricks. Was das ist? Frag Martina!

Fünf Stationen des Workshops, die ich sehr genossen habe: 


1. Arrival of a Train at La Ciotat (The Lumière Brothers, 1895)
Verbunden mit der Legende, dass beim erstmaligen Zeigen des Films die ZuseherInnen aus Angst und Panik aufgesprungen sind und das Lokal verlassen haben, hat dieser Film schon fast alle möglichen Einstellungen einer fixen Kamera. Fun Fact: die Aufnahmen der geschäftigen Menschen haben nicht ausschließlich dokumentarische Eigenschaften. Sie wurden von den Brüdern eingeladen, fesch gemacht und inszeniert...




2. Playtime (Jacques Tati, 1967)
Aufnahmen aus den 1960er Jahren mit wunderbarem Drive und kindlichem Spielgenuss. Tati weiß wie man Menschen zum Schmunzeln bringt...




3. Lost Highway (David Lynch, 1997)
Mit dem Soundtrack von David Bowie (I'm Deranged) lässt das Intro zu Lost Highway schon auf eine typische Lynch Geschichte hindeuten: offenes Ende, offene Interpretation, offene Augen - weil schlaflos...




4. Rebel Without A Cause (Nicholas Ray, 1955)
"You are tearing me apart!" James Dean in seiner Rolle. Nur vier Filme hat der früh verstorbene und zur Legende mystifizierte Dean abgedreht. Erfolgreich. Ein Klassiker der Film-Auto-Geschichte. Und intensiv mit seinem tatsächlichen Ableben verbunden...



5. Drive (Nicolas Winding Refn, 2011)
Der Film wurde nicht im Workshop vorgestellt, sondern dann im Kino gezeigt. Denn nur der Saal, der Sound und die Atmosphäre im Kino kann Emotionen und Einstellungen so rüber bringen, wie vom Regisseur angedacht. Oder?



01.05.2016

Explore. Dream. Discover - darum geht's im Leben!

Ich, die Interviewpartnerin

Im Jahr 2013 schloss ich den Zertifikatskurs Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte in Wien ab. Ich wurde inspiriert, ich lernte viele Menschen kennen, die sich ebenso im Feld Kultur bewegen, die selbst künstlerisch tätig sind, die tolle Projekte verwirklichen, wie z.B. Maria Weiss' Projekt Favola in Musica - alte neue Musik, Silvia Hegyi's Kulturverein grossundklein oder Sabine Jaroschka's vielfältiges Tun.


© diekremserin on the go via Instagram


Deshalb freute es mich umso mehr, als mich das Institut für seinen Blog anfragte und meine Tätigkeit und meinen Werdegang auf sehr schöne Weise präsentiert. Ich bin stolz und freue mich, dass ich im kulturellen Bereich arbeiten kann, vor allem versuche mit den Aktionen Bewusstsein zu bilden und Menschen zu bewegen.

Wie, bewegen? 

© diekremserin on the go
Kunst- und Kulturvermittlung, wie das im Museum so schön genannt wird, geht aktiv auf junge, alte, kleine, große, dünne, dicke, arme, reiche Menschen zu, die vielleicht noch nie in einem Museum waren oder schon ganz oft eine Ausstellung besucht haben. Gespräche mit diesen BesucherInnen oder noch-nicht-BesucherInnen zu führen, macht munter und erfrischt ganz herrlich. Denn, die kleinsten Gäste sind oftmals extrem ehrlich und tauchen wunderbar unvermittelt in Themen ein, mit denen sie noch nie davor konfrontiert waren. Ich könnte stundenlang so weiter schwärmen.

Deshalb liebe ich meinen Job in der Kulturvermittlung und das Bloggen natürlich ganz genauso...





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