wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about

29.03.2017

Council of Giants: Video-Rückblick auf die chilenische Reise

 

Eine eindrucksvolle Reise mit eindrucksvollen Menschen und einer unglaublichen Gegend.  Danke, Chile. 

 

www.marcusoania.com

 

Danke, Marcus. Danke, Jason. Danke, Gwen. Danke, Mike. Danke, Sarah. Danke, Matt. Danke, Jacob. Reisebuddies for Life. Das Video entstand aus 30 Stunden Videomaterial und wurde von marcusoania.com aufgearbeitet. I like! 

21.03.2017

Lillevan: Zwischen Struktur und Chaos

Vor wenigen Wochen saß ich mit Sujin Lim, der südkoreanischen Künstlerin im Cafe Wellen.Spiel und diskutierte mit ihr über den sinnlichen Zugang zu Katastrophen. Nun, Ende März, ist der Gastgarten inoffiziell geöffnet, für jene die der frühlingshaften Kälte strotzen und die ersten, richtigen Sonnenstrahlen intensiv aufnehmen. Ich treffe Lillevan, Artist in Residence in Krems, visueller Animateur, Nachdenker und strukturierter Chaot.


Entschleunigte Zeit

Wir nehmen auf einer Rattancouch mit Blick auf die Donau Platz. Für Lillevan hat das fließende Gewässer, das Nord und Süd trennt, Mautern von Stein distanziert und dennoch mit Brücken verbunden ist, Bedeutung. Seine Umgebung, die er für ein Monat sein Zuhause nennt, nimmt er sehr genau wahr. Mich freut es, dass der ständig reisende Visual Animation Künstler "meine" Laufstrecke der Vergangenheit für sich entdeckt hat. "Ich laufe von der einen Brücke hier, durch das dörfliche Areal dahinter bis zur großen Brücke,..." und ergänzt, "und ich habe ein Radprojekt, so ein kleines Rad, mit dem ich fahre, das ich repariert habe. Allerdings überholen mich sogar die Spaziergänger..." Die Residency bringt Lillevan zurück zu sich selbst, er kennt hier niemanden, hat keine Termine, muss sich keine Gedanken machen zu seiner Meinung über unterschiedliche Situationen der Welt. Gleichzeitig beginnen wir darüber zu sinnieren, welchen globalen Problemen die Gesellschaft gegenüber steht und wie wir Verantwortung von uns schieben, dennoch mit der Aufforderung aller zu allem eine Meinung und einen Standpunkt zu haben.

Reisen bildet

Obwohl Lillevan nicht zum ersten Mal in Krems ist - für Kontraste, Imago Dei und das donaufestival engagierte ihn der langjährige Festivalleiter Jo Aichinger bereits mehrmals - nimmt er die Umgebung erstmals richtig wahr. "Ich habe mich noch nie beworben. Das ist meine erste Residency und ich genieße sehr, dass ich experimentieren und ausprobieren kann, was ich seit Jahren auf meine To-Do-Liste schreibe. Dabei denke ich mir, gut, dass ich das gemacht habe. Manches verwerfe ich, manches werde ich zukünftig weiterführen" Der Künstler ist Weltreisender seit er sich erinnern kann. Der Beruf seines Vaters ließ ihn den ersten acht Jahren seines Lebens auf Reisen sein. Deshalb scheint es ganz natürlich, dass der geborene Ire in Berlin lebend, nur ein Monat im Jahr tatsächlich an seinem Wohnsitz weilt. "Wohnen kann ich es gar nicht nennen,...", meint Lillevan grinsend. In den anderen elf Monaten lebt er an den Orten seiner Projekte: Zentralasien, London, Argentinien, New York, Australien,...

Der spannende Zusammenhang zwischen den Menschen, dem Thema und der Entwicklung eines Projekts lässt Lillevan immer wieder an Orten verweilen, die vorab nicht geplant waren. So zum Beispiel das Projekt in Zentralasien (Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan) zum Gletscherschmelzen, das ihn wiederum durch den Schwerpunkt des diesjährigen Imago Dei Festivals nach Krems brachte. Ein ewiger Kreislauf...



Experiment, Produkt, Performance

Auch in seinen Live-Performances, die ihn, wie er sagt am Leben halten und es lebenswert machen, steht der Kreislauf im Vordergrund. Lillevan nimmt in seinem Badezimmer, das gleichzeitig sein Labor ist (oder umgekehrt) mit seinen Instrumenten, der Kamera und dem Projektor, organische Prozesse auf: schmelzen, zerreissen, kochen, brechen. Zwischen Werden und Vergehen streckt oder verkürzt er die Zeit dieses jeweiligen Vorgangs. Das Fotomaterial speist seine Datenbank auf die er im Live-Prozess zugreift, um mit den Projektpartnern ins Gespräch zu kommen. Kommunikation auf anderen Ebenen, über Bild und Musik, Collage und Ton, Kontakt und Blick. Die visuelle Musik fußt auf viel Erfahrung und der Liebe zum Prozess. "Proben? Nein, keine dieser Aufführungen kann je wiederholt werden. Jedes der Konzerte ist einzigartig, wie ein Dialog, der nicht wiederholt werden kann.", meint er und bezieht sich auf seine eigene Projekte, die nicht mit einem spezifischen, sehr strukturierten Auftraggeber zusammenhängen, wie zum Beispiel einem Opernhaus. Für die Visuals von Opern muss natürlich punktgenau mit Sängern, Musikern und Dirigenten geprobt werden. Hierbei geht es um den sekundengenauen Einsatz.

Imago Dei 2017 in der Minoritenkirche, ein schöner Ort. Aber am wichtigsten ist das Team mit dem ich zusammenarbeite. Das muss stimmen. 

Lillevan spricht dem kompletten Team des Imago Dei Osterfestivals, an dem er für die Videoanimation des Naqsh Duos und Stefan Fraunberger am 31. März 2017 verantwortlich ist, seinen größten Respekt aus. Zukünftige Projekte mit Synthesizer-Erfinder Morton Subotnick und zum Lutherjahr behalte ich im Auge... There is always more to try! 


Ein Beitrag geteilt von David Tozzo (@eyesbomb) am

20.03.2017

Endlich wieder Donaufestival

Abverlangt würde ich nicht sagen, denn ein Besuch beim Donaufestival soll keine Prüfung sein. Wir setzen und hoffen auf Menschen, die mit einem offenen Blick nach Krems kommen.

Thomas Edlinger, Künstlerischer Leiter donaufestival

Keiichi Matsuda : Hyper Reality, Am donaufestival 2017:
28., 29., 30. April, 5., 6. Mai
Party, Party, Party. Das donaufestival war für mich immer eine große Party. Wenn auch mit nachdenklichen und seriösen Momenten. Wenn ich zu Particja German in die Limousine steige. Oder wenn Peaches Amanda Palmer auf der Bühne zum Geburtstag gratuliert. Oder God's Entertainment Zoo spielen lassen. Oder aber die Situation Rooms mögliche, dokumentarische Geschichten erleben lassen, als wäre ich jemand anderer. 

Einstürzende Neubauten © Monte Sinabel
Heuer geht es, mit dem neuen Leiter Thomas Edlinger, um Empathie. Um Zugänglichkeit. Um Einfühlsamkeit. Aber auch um Technik. Letztendlich verhandelt die Gesellschaft wie sich Kunst bzw. Musik in gesellschaftliche Prozesse einfindet.

Zwischen Musik und Geräusch

Meine ersten Recherchen auf der neuen Website des donaufestival ergeben, dass ich mich vorläufig besonders auf den Auftritt der Einstürzenden Neubauten freue. Neubauten-Musiker Alexander Hacke und die Künstlerin Danielle de Picciotto lernte ich im Artist in Residence Programm kennen, während sie zwei Monate in Krems zu Gast waren. Mit ihnen durfte ich spannende Aspekte zum Brechen von Konventionen im Alltag und in der künstlerischen Laufbahn besprechen. Wie sich das auf das Zusammenspiel der Einstürzenden Neubauten in Krems auswirkt, erwarte ich mit Spannung. Das Berliner Kollektiv rund um Blixa Bargeld, N. U. Unruh, Gudrun Gut und Beate Bartel wurde 1980 gegründet (Hacke war mit 15 Jahren schon Teil der Runde) und erreichte in den 1990er-Jahren ihren Höhepunkt - wenn auch musikalisch in keine Schublade zu stecken. Denn neben Geräusch und Melodik und dem jeweiligen Zusammenspiel, wurden künstlerische Projekte neben der Musik für die Mitglieder wichtig. Den letzten Coup landete die Band am 21. Jänner 2017, als sie in der neueröffneten Elbphilharmonie in Hamburg auftraten. Ironie?

„Auf den unterschiedlichsten Tonträgern der unterschiedlichsten Künstler taucht er auf. Von Klezmer-Folklore über Country bis Speed Metal – Alexander Hacke ist nichts fremd. Hacke kennt und kann alles.“ 

David Pfister, Musikjournalist, FM4

Hinterfragen von Realitäten 

Ein weiteres Thema, das sich im menschlichen Zusammenleben auftut, ist die Schnelllebigkeit und die Flexibilität von Realität. Wie real ist dies wirklich? Mit Hyper-Reality versucht der intermediäre Designer Keiichi Matsuda physische und virtuelle Realitäten zu verbinden und zu hinterfragen. In der sechs-minütigen Aufnahme bietet er ein Kaleidoskop von Farben, Erzählungen und Formen, die vermeintlich miteinander in Verbindung stehen. Keiichi arbeitet mit Symbolik und bedient sich moderner Interpretationen aus Augumented Reality und 3D-Technologien. Spannend wird sein, wie dies im Komplex des übrigen Programm eingebunden wird. Mit Kickstarter konnte er sich das Projekt, das in Medellin, Kolumbien produziert wurde, mittels Crowdfunding finanzieren.

A Two Dogs Company /  Kris Verdonck: IN VOID (Ghostlight) © John Ellwood

Wie weit geht Empathie? 

In Zeiten in denen Menschen gefordert werden, anderen gegenüber emphatisch zu sein, wie viel Gefühl bringen sie dann für Szenen auf, die A Two Dogs Company und Kris Verdonck präsentieren? Gibt es Empathie für Etwas? Für Material? Für Dinge? Fragen über Fragen. In der österreichischen Erstaufführung von IN VOID spielen Licht, Schatten, Inszenierung, Objekt und Tanz ohne Menschen im Vordergrund. Wie fühlt sich hier Empathie an?

“There is a place around the corner, where your dead friends live.”

aus Dead Friends, Blixa Bargeld

Das gesamte Programm des donaufestival 2017 findest du hier


18.03.2017

Vom Zauber der Literatur


Wie jedes Jahr seit bereits 19 Jahren lädt das Unabhängige Literaturhaus Niederösterreich (ULNÖ) zu drei Tagen Literatur, Philosophie, Wein und Genuss ein. Dieses Zusammenspiel nennt sich Kulturenfestival, bei dem diverse Spielorte in und um Krems mit literarischen Größen aus dem In- und Ausland lesen, reden und rezitieren.

Von 6. bis 9. April 2017 sind also in Stift Göttweig, im Salzstadl Krems und direkt im ULNÖ junge wie renommierte AutorInnen zu Gast, die sich im Zusammenspiel mit regionalen WinzerInnen einem literaturinteressierten Publikum präsentieren. 



Zwischen Physik, Mathematik und Literatur mit einer Prise Philosophie bewegen sich Rudolf Taschner und John Wray bei ihrer Lesung und dem Gespräch, moderiert von Klaus Zeyringer, am Samstag, 8. April ab 10.30 Uhr. "Vom Zauber der Welt, der Zeit & anderen Wunderlichkeiten" nennen sie ihr Programm, in der es um ein komplexes Weltbild geht - ist es komplex geworden oder hat es durch Beschleunigung und ständige Erreichbarkeit an Undurchsichtigkeit gewonnen ? - und das Spannungsfeld zwischen Entschleunigung und absoluter Flexibilität besprochen.

Tickets gibt es hier! 

Man reiche den (Spritz-)Wein! 

Die Weinbegleitung folgt erst abends, wenn wieder John Wray, aber auch Jonas Lüscher, Sabine Gruber, Michael Krüger, Reinhard P. Gruber und die Tsatsiki Connection zu Wort und Ton kommen. Im schönen Ambiente des Brunnensaals des Stift Göttweig können neben den Lesungen Weine der folgenden Winzer genossen werden. Welche Sorten ich empfehle? Nicht ganz einfach ... Grüne Veltliner reihen sich aneinander, unbedingt überall ein Schlückchen nehmen - aber nur so viel, dass auch noch die Lesung zu genießen ist.

Weingut Fred Loimer 
Weingut Hirsch
Wein & Wohnen Kroneder
Weingut Bruno Kirschbaum
Weingut Johann Topf
Weingut Schloss Gobelsburg

Die Weintradition im Kamp- und Kremstal hat sich in den vergangenen Jahrzehnten professionalisiert und auf einen sehr modernen Stand gebracht. Die WinzerInnen geben Acht auch die richtige Lage, das Terroir, für die richtige Rebe, sodass - richtige Erde, richtige Pflanze - große Weine wachsen. Einfluss darauf haben aber Naturereignisse, wie Frost im Frühjahr, zu feuchte oder zu trockene Jahre, Schädlinge, Naturkatastrophen, wie Hagel, und natürlich dann die jeweilige Linie des Winzers und der Winzerin in der Kellerarbeit. Die Liste aller teilnehmenden WinzerInnen ist online abrufbar.

"Kann man denn außerhalb der Zeit schlafen, atmen, denken? Mit anderen Worten: überhaupt leben?" 

Aus: John Wray, Das Geheimnis der verlorenen Zeit, Rowohlt 2016.

Ich bin gespannt auf die Kombination von Lesegenuss und Gaumenfreude. Entstehen neue Geschichten, behalte ich Geschichten besonders oder gar anders im Kopf, lasse ich mich eher auf Lesungen ein? Mit all diesen Fragen gehe ich auf dieses Festival zu.

Ganztägiges Nachdenken 

Oh und noch dazu ist das Stift Göttweig einen längeren Aufenthalt wert: als #TopAusflug2017 besuche ich nicht nur die Stiftskirche sondern auch den barocken Stiftskomplex mit wunderbarem Garten. Er wird Teil meiner Klösterreise von Stift Altenburg bis Stift Melk werden. Aufregend...

Ein Beitrag geteilt von MGDLN (@mz.ktz) am


14.03.2017

Kinoabend: Jackie

What was real, what was performance? 

Jackie Kennedy, oder Jackie O wie sie später, in ihrer zweiten Ehe mit dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis, genannt wurde, begleitet mich zirka seit 15 Jahren. In der Schulzeit beschäftigte ich mich intensiv mit der mystifizierten Geschichte rund um den Kennedy Clan. Um die vielen Anekdoten, die in Büchern, im Web und in Magazinen, zur gelenkten Darstellung einer faszinierenden Familiengeschichte beitragen. Mit Natalie Portman's Inszenierung der Präsidentenwitwe fügen die Hollywoodschreiberlinge eindeutig ein neues Segment zum Mythos Jackie Kennedy hinzu.

Film Still, Jackie © TOBIS

"Viele Leute glauben tatsächlich, sie haben eine Vorstellung davon, wer meine Mutter war. In Wirklichkeit aber haben sie nicht die Spur einer Ahnung von ihr." 

Caroline Kennedy

Vor dem Ansehen des Films Jackie, für den Natalie Portman nach Black Swan zum zweiten Mal als beste Hauptdarstellerin für die Oscars nominiert wurde, empfehle ich diverse Einblicke in die popkulturelle Aufarbeitung des Kennedy-Mythos. Die gewollte Vermischung zwischen Realität und Beschönigung, die schon zu Lebzeiten des Clans praktiziert wurde, erkennst du am besten in verschiedenen Medien. Ans Herz lege ich jedem das Buch, herausgegeben von Jackie Kennedy, das auch als Vorlage zum Film dient: Gespräche über ein Leben mit John F. Kennedy. Sechs einhalb Stunden gewährt Jackie dem Journalisten Arthur M. Schlesinger direkte, intensive Einblicke in ihr Leben als Präsidentengattin und Frau des vermeintlich präsentierten Selfmade-President.

Was ich an Jackie so mag: 

Natalie Portman / Jackie Kennedy © Generic Medium 

  • Der Wandel des Charakters: ganz ehrlich, Natalie Portman inszeniert die reale Person so getreu den Aufzeichnungen, das sie vorerst unsympathisch erscheint. Darauf baut sich der gesamte Film auf. Wie wird aus Mitleid, Sympathieverlust und Arroganz eine Person, die für die Zuseher dennoch spannend bleibt? 
  • Gänsehautfaktor durch Musik. Ich bin anfällig für gute Filmmusik und merke immer, wie sie eingesetzt wird, Spannungsmomente erzeugt oder ganz einfach untermalend. Besonders eigen sind Filme, die mit wenig Musik auskommen. 
  • Feiner Cast: das Team ist großartig. Natalie Portman würde ohne den (gespielt) unsicheren, aber fordernden Journalisten (Billie Crudup) in ihrer Rolle nicht so brillieren. Jack, John F. Kennedy, und sein Bruder Bobby, Robert, wurden hervorragend ausgewählt: Caspar Phillipson ist dem Präsidenten aus dem Gesicht geschnitten, Peter Sarsgaard erzählt zwischen stoischer Ruhe und aggressiver Angespanntheit die Position des Bruders... 
  • Die Weitwinkeleinstellung im Wechsel mit Close Ups auf die emotionsgeladenen Gesichter der SchauspielerInnen. Kameraführung und Sequenzen: Top! 

Ein weiterer Tipp die Kennedys aus einer anderen, diversen Perspektive kennen zu lernen: The Kennedys von 2011 als Mini-Series produziert.




Nächster Kinoabend: Neo Rauch. Gefährten und Begleiter.

04.03.2017

Kinoabend: Wilde Maus

Unsere Jugend wird dahin sein...

Mit Josef Haders Kabarettprogrammen bin ich aufgewachsen. Ich kann mich erinnern, dass ich in der Bühne im Hof, ganz zu Beginn von Hader muss weg in der ersten Reihe saß und begeistert war von der Vielschichtigkeit seiner Charaktere, in die er skurriler Weise immer schneller und unaufhaltsamer schlüpfte. Aber Kabarett ist nicht alles. War es in der Laufbahn des gebürtigen Oberösterreichers nie. Film, also.



Ich bekenne mich zum Hader-Fan. Nach Indien, den Wolf-Haas-Verfilmungen und dem grotesken Pathologie-Zweiteiler, in denen Hader die Hauptrollen spielte, also Wilde Maus. Diesmal steht er nicht nur nackt, mit und ohne Haube und zersprungenen Brillengläsern vor der Kamera, sondern hat die Zügel auch als Regisseur und Drehbuchautor in der Hand. Die Rolle des exzentrisch-verbitterten, knallharten Musikkritikers Georg verleibt sich der Schauspieler ein. Hader wird zu Georg oder vice versa. Zumindest ich als Zuseherin nehme dies wahr.

© Filmladen


Humor zum Schießen! 

Als harte Verfechterin des dunklen, ostösterreichischen Humors, des Jammerns und unaufhörlich ungut Seins, ist Wilde Maus genau meine Wellenlänge von Witz. Die skurrile, und dennoch realistische Situation des Mitfünfzigers, der gekündigt wird und zum gnadenlosen Grenzgänger der Überschreitungen wird, ist absolut nachvollziehbar. Ich sympathisiere mit dem Hauptdarsteller. Der Chef ist ein Arsch. Selbst als Georg in letzter Verzweiflung und absoluter Unzufriedenheit mit Waffen hantiert... aber zu viel will ich nicht verraten. 

Spannend finde ich, dass vieles ungeklärt bleibt. Die ersten Affekthandlungen sind nachvollziehbar, weiters werde ich als Zuseherin nur bedingt über das emotionale Innenleben des Hauptdarstellers aufgeklärt. Unreflektiert handelt er, unreflektiert sieht man zu. Auch das macht den Film so lebensnah und realistisch. 

Grenzgänger der Gesellschaft

Pia Hierzegger und Georg Friedrich in den Rollen, die Georg am nächsten sind - Frau und Freund - stellen selbst Personen am Rande des Abgrunds dar. Sie, die ein Kind will, aber schon zu alt ist. Er, der keine gesellschaftlichen Vorschriften einhält. Und im Fokus: die wilde Maus. Die Vergnügungsbahn im Wiener Prater, wo einige windige Geschichte ablaufen. 

Ein Beitrag geteilt von BILDERBUCH (@bilderbuchmusik) am


Heißer Tipp I: unbedingt bald anschauen! 
Heißer Tipp II: Filmmusik von Wilde Maus


Ein Beitrag geteilt von Nikolaij Janocha (@nikolaijjanocha) am


Nächster Kinoabend: Jackie

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