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Die Travel Bucket List 2017 - wohin gehe ich, wohin fliege ich, wohin fahre ich und was sehe ich mir an...

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Essen bedeutet Umsorgen, frei nach Olafur Eliasson. Wo gehen wir in Wien und Umgebung zum Speisen?

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20.11.2017

Hundertprozentiger Genuss im Kochatelier

Ich hab gar nicht gewusst wie viel man falsch machen kann.
- Thomas Hüttl
Eine Schürze für jeden... © diekremserin on the go
Eine Schürze für jeden... © diekremserin on the go

Ich auch nicht. Während ich neben dem Koch Thomas Hüttl stehe und ihn beim Schneiden von Zwiebeln beobachte, beim Aufschlagen des Mousse au Chocolat, das zur Nachspeise gereicht wird, erzählt er von seiner Karriere in der Sternegstronomie, der Entscheidung sich selbstständig zu machen und seinem Kochatelier in der Wiener Schönbrunnerstraße.

Thomas Hüttl in Action © diekremserin on the go
Thomas Hüttl in Action © diekremserin on the go 

Wir sind alle mit dabei. Zucchini-Risotto mit Kürbiskernöl © diekremserin on the go
Wir sind alle mit dabei. Zucchini-Risotto mit Kürbiskernöl © diekremserin on the go 

Ob Reiseblitz, Creativelena oder Quintessenz. Wir Blogger machen mit! © diekremserin on the go
Ob Reiseblitz, Creativelena oder Quintessenz. Wir Blogger machen mit! © diekremserin on the go

Weihnachtsessen?  © diekremserin on the go
Weihnachtsessen?  © diekremserin on the go

Das perfekte Dessert darf nicht fehlen... Mousse au Chocolat © diekremserin on the go
Das perfekte Dessert darf nicht fehlen... Mousse au Chocolat © diekremserin on the go



Langsam und mit nachhaltigem Respekt dem eigenen Tempo des Lebens gegenüber hat sich Thomas sein eigenes Labor rund um eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, dem genussvollen Essen, aufgebaut. Aber glücklicherweise nicht nur für sich selbst, um neue Rezepte zu probieren, mit den vielen Ölen zu experimentieren, sondern vor allem um mit und für andere zu kochen. Für andere, weil du Thomas buchen kannst. Bei seinem Angebot Rent a Chef stehen dein Menü, dein Speiseplan, deine genussvollen Ideen im Mittelpunkt. Dann kommt Thomas direkt vor Ort in deine Küche. "Es ist immer wieder eine Herausforderung in einer fremden Küche und mit den Gegebenheiten zu arbeiten." Meint er schmunzelnd während er die Zucchini für das entstehende Risotto stiftelt. Was ihn glücklich macht ist, dass seine Kunden immer wieder - der Top-Returner ist bei seinem 15. Mal - zu den Abendkursen mit Spezialthemen kommen. Ein thematischer Schwerpunkt ist Kochen und vor allem Essen mit Wein. Von der Rückkehr von Wine Food Pairing nach einem Hype in den 1990er Jahren spricht man beim Weingut Erich & Walter Polz in der Südsteiermark. Sohn und Neffe Christoph Polz hat den Traditionsbetrieb bereits übernommen und mit einigen Adaptionen in moderne Produktion und Geschmack übertragen. Wir trinken Spielfelder Sauvignon Blanc als sinnvollen Begleiter. In der Nase fruchtig und blumig, am Gaumen opulent und klar. Ich versuche den Riech-, Trink- und Schmeckanleitungen zu folgen. Beim ersten Schluck geht die Reise geschmacklich wie gedanklich in die Südsteiermark. Dort war ich ja schon mal... in der Gegend zumindest. 

Neben dem Grünen Gold, dem Kürbiskernöl, der goldgelbe Genuss: Sauvignon Blanc aus der Südsteiermark. © diekremserin on the go
Neben dem Grünen Gold, dem Kürbiskernöl, der goldgelbe Genuss: Sauvignon Blanc aus der Südsteiermark. © diekremserin on the go 

Das Kochatelier vereint neben Thomas' Angeboten österreichische Produkte, wie zum Beispiel den herrlichen Käse aus der Käsemacherwelt Heidenreichstein. Dort, im nördlichen Waldviertel, steht Käse am Speiseplan. Begonnen wurde mit dem Schafkäse-Gupferl, das in den Heurigenregionen Niederösterreichs bereits seit ein paar Jahren als Alternative zu Hauerjause und Saure Wurst gereicht wird. Vor Ort kannst du dich aber über die Produktionsprozesse informieren, und die Köstlichkeiten kaufen sowie verspeisen. Genauer ansehen möchte ich mir in Kürze die kulinarische Besonderheit des Frühstücks oder das Jahreszeiten-Menü.

Käse in jeder Variation. Aber, auch das Schafkäse-Gupferl darf nicht fehlen... © diekremserin on the go
Käse in jeder Variation. Aber, auch das Schafkäse-Gupferl darf nicht fehlen... © diekremserin on the go
Spannend finde ich besonders das Kochen mit dem heiligen Gral der Steiermark: Dem Kürbiskernöl. Als Ölbasis und zum Verfeinern nimmt Thomas das schmackhafte Öl, und fügt es großzügig zum Risotto. "Ich bin Ölspezialist...", meint er lachend und weist auf sein Regal, das mit feinen Ölen gespickt einlädt mehr darüber zu erfahren. Die Ölmühle Fandler ist somit ein guter Partner. Denn neben feinsten naturbelassenen Speiseölen können im 1926 gegründeten Familienunternehmen auch Mehle, Salze, Essige und Kerne aller Art verkostet und gekauft werden. Alles Bio.

In Thomas Hüttls Kochatelier kommen mit GenussReisen und KreativReisen also Komponenten zusammen, die stimmig sind und Lust auf mehr machen. Vor allem der nächste Geburtstag kommt bestimmt... oder Weihnachten? Wäre so ein Ausflug in die Steiermark nicht wieder einmal angebracht? Oder lade Thomas doch zu dir in die Küche ein....

Auf Instagram poste ich immer wieder spannende Stories... Bloggers on Tour © diekremserin on the go
Auf Instagram poste ich immer wieder spannende Stories... Bloggers on Tour © diekremserin on the go

Der Artikel entstand auf Einladung von KreativReisen Österreich und GenussReisen Österreich.

05.11.2017

Hit the road, Jack!



Auch wenn Ray Charles hier abgeschrieben wird, für mich ist der Song des legendären Musikers die ultimative Roadtrip-Untermalung. Deshalb war der Track dabei, als ich mir meinen süßen Nissan von Argus Car Hire in Dublin geliehen habe und mich auf den Weg machte. Auf den Weg?

Ein irischer Roadtrip

Du hast in den letzten paar Monaten, sogar Jahren, schon so einiges an meiner Liebe zu Irland mitbekommen. Entweder befand ich mich auf diesen Reisen aber ausschließlich in der Hauptstadt Dublin oder in Obhut meiner lieben Freunde und Freundinnen. Diesmal, auf mich allein gestellt, im Auto. On the road.

Meine Route führte mich von Dublin County Kildare, wo ich in Kildare Town meine Au Pair Familie wieder traf, nach 10 Jahren - in einem Beitrag habe ich schon darüber berichtet. Von dort fuhr ich weiter, gen Südwesten, ins schöne Tipperary. In einer winzigen Ortschaft lebt Lynn Kirkham, Künstlerin, die ich im Studio besucht habe. Sie arbeitet an großen Objekten für öffentliche Plätze und strahlt eine unglaubliche Lebensfreude aus. In ihrem Garten hält sie Gemüse, zieht ihre eigenen Samen daraus und lebt mit ihren Pferden ganz versteckt. Momentan arbeitet sie an einem Buch - ich freue mich darauf es quer zu lesen, ihre spannende Reise durch Irland zu verfolgen und mit ihr zu sein. Nach einer innigen Umarmung und dem obligatorischen "Take it easy!", führte mich mein Weg nach Limerick. Dort, wo beim St. John's Castle viele geheimnisvolle Geschichten erzählt werden, klaubte ich meinen Cousin Peter auf, der sich in den vergangenen Jahren ebenso in Irland verliebte. Mit ihm und seinen Roadstories (begnadeter Hitch-Hiker) im Gepäck tuckerten wir etwa drei Stunden durch die schönsten Landschaften des irischen Westens. Obwohl, nicht ganz. Die kamen erst am Tag darauf. Nach Killarney.

Frühmorgens in den Straßen von Temple Bar, direkt in Dublin. Leere. © diekremserin on the go
Frühmorgens in den Straßen von Temple Bar, direkt in Dublin. Leere. © diekremserin on the go
Mein Auto,... © diekremserin on the go
Mein Auto,... © diekremserin on the go

Fußgänger dominieren die Stadt. Yeah! Zumindest um 8 Uhr morgens, am Samstag. © diekremserin on the go
Fußgänger dominieren die Stadt. Yeah! Zumindest um 8 Uhr morgens, am Samstag. © diekremserin on the go

Mein Au Pair Hündchen. © diekremserin on the go
Mein Au Pair Hündchen. © diekremserin on the go

Ein Highlight meines Trips war eindeutig das Russborough House & Parklands mit Ingrid, meinem Guide © diekremserin on the go
Ein Highlight meines Trips war eindeutig das Russborough House & Parklands mit Ingrid, meinem Guide © diekremserin on the go


Postkartengefühle? Ja, ein bisschen. Hier vor Muckross House im Killarney National Park © diekremserin on the go
Postkartengefühle? Ja, ein bisschen. Hier vor Muckross House im Killarney National Park © diekremserin on the go

Irland ist gut zu mir. Sonnenschein, herrliche Sonnenuntergänge. Mildes Wetter. Und einen bescheidenen Reisepartner © diekremserin on the go
Irland ist gut zu mir. Sonnenschein, herrliche Sonnenuntergänge. Mildes Wetter. Und einen bescheidenen Reisepartner © diekremserin on the go

Lady's Point. Am Ring of Kerry tummeln sich auch im Oktober noch die Touristen. In den warmen Monaten ist es dort nicht auszuhalten. Aber am besten gegen die Rundreiserichtung fahren. Und ausserhalb der Saison. Dann hast du die Ausblicke für dich. Allein. © diekremserin on the go
Lady's Point. Am Ring of Kerry tummeln sich auch im Oktober noch die Touristen. In den warmen Monaten ist es dort nicht auszuhalten. Aber am besten gegen die Rundreiserichtung fahren. Und ausserhalb der Saison. Dann hast du die Ausblicke für dich. Allein. © diekremserin on the go

Ein Treffen der Reisewütigen, Unaufhaltbaren, Wanderern, Foodies und Schreiberlingen

Eine Konferenz für jene, die schreiben, reisen und recherchieren und lieben was sie tun, ist die #TBex Ireland. Dort fand ich viele Inspirationen um mich neu zu orientieren, meinen Blog breiter zu denken, anders zu schreiben und von den besten der besten zu lernen. Danke für die vielen Gedankenreisen, die ich hier unternommen habe. Ich nenne die TBex Quell des Ursprungs meines neuen Blogging-Ziels. 

More to come... 

Welcome to Ireland. Killarney lässt grüßen. © diekremserin on the go
Welcome to Ireland. Killarney lässt grüßen. © diekremserin on the go

Hoi. Ich bims... © diekremserin on the go
Hoi. Ich bims... © diekremserin on the go
Von der Konferenz gefüllt mit Inhalten, Ideen und Kontakten, setzte ich mich wieder ins Auto, zurück nach Dublin. Meine Woche war um. Der Flieger startet pünktlich. Davor noch eine Nacht im wunderbaren Royal Marine Hotel in Dun Laoghaire, wo ich mir durchaus vorstellen könnte etwas länger zu residieren.

Aber, nun wieder: Hit the road, Jack... 


Herrschaftliches Schlafen. Mit Sonnenaufgang vom Feinsten © diekremserin on the go
Herrschaftliches Schlafen. Mit Sonnenaufgang vom Feinsten © diekremserin on the go


Good night, and good luck © diekremserin on the go
Good night, and good luck © diekremserin on the go

Blogs, die ich dir empfehle: 

  • Viajar pela Europa: Gisele Almeida, eine herrlich erfrischende Brasilianerin, die in Stockholm lebt und arbeitet, schreibt über ihre europäischen Entdeckungen. Ehrliche Empfehlung. Auch zum Schmunzeln auf YouTube
  • Small Town Washington: Lara Dunning ist Foodie. Liebt also alles was mit Essen, Trinken und der Zubereitung dessen zu tun hat. 
  • Ann Cavitt Fisher: Writer, Traveler, Cancer Survivor. Eine starke, inspirierende Frau, die ich sofort ins Herz schließen wollte. Ihre Fotos und ihre Geschichten sind fantastisch. 
  • The Curious Explorers: Daniels and Claire sind mir durch ihre Begeisterung zum Marathon Laufen und dem Schreiben im Gedächtnis geblieben. Wahre Entdecker! 

Thanks Ireland, once again. I'll see you. © diekremserin on the go
Thanks Ireland, once again. I'll see you. © diekremserin on the go



22.10.2017

5 Dinge, die du nicht beachten musst, wenn du nach Süd-Osteuropa fährst

Ständig, über Monate hinweg, wurde ich mit der Frage konfrontiert, wieso ich Interesse an einem Urlaub - dem zweiwöchigen Sommerurlaub - in den Ländern des Südens Europas habe. Sprich, Ex-Jugoslawien, die Länder, die vor etwa 30 Jahren von Kriegsschrecken geprägt, zu neuen Republiken heranwuchsen und sich emanzipierten. Und es immer noch tun. Folge Oisin Hoy, einem irischen Instagrammer, der sich seit (gefühlten) Monaten auf Reisen dort aufhält oder Frage Jan Pöltner von 1000 Things To Do in Vienna/Austria, der seinen Sommerurlaub ebenso auf einem Roadtrip durch die südlichen Länder wagte.


Was du nicht beachten musst, wenn du die Reise nach Süd-Osteuropa antrittst

1. Dein Auto bewachen

Einen Satz, den ich auch nicht mehr hören konnte und der sich auf der Reise als Klischee herausstelle: Passt auf euer Auto auf! Egal, ob in Albanien, Serbien, Montenegro oder Bosnien und Herzegovina, das Auto war safe. Es war nicht Objekt der Begierde und nicht zum vermeintlichen Diebstahl freigegeben, weil eine österreichische Nummernplakette angebracht war. Um ehrlich zu sein, gerade in Montenegro, wo in Kotor am Meer die Parkplatzsituation sehr schwierig war, der Skoda Yeti auf einem nicht ausgewiesenen Parkplatz stand, waren viel heißere (und vor allem teurere, somit begehrenswertere) Schlitten unterwegs. Das Auto als Prestigeobjekt, ja, aber nicht von anderen. Klug ist es dennoch in eine gute Versicherung zu investieren, denn vor allem in Städten kommt es leicht zu kleineren Touchierungen mit anderen Fahrzeugen. In Albanien, wo wir in Shkodra übernachteten, sind viele Mopeds, Radfahrer und Fußgänger auf stark befahrenen Straßen unterwegs. Hier sind Vorsicht und vor allem ein waches Auge angebracht!

Die grüne Versicherungskarte ist in jedem Fall zu besorgen, denn sie ist auch an den Grenzen vorzuweisen. Ein internationaler Führerschein ist nicht notwendig.

2. Angst vor öffentlichen Verkehrsmittel haben

Außerdem muss es nicht immer das Auto sein. Auf der Reise begegnete ich Australiern, US-Amerikanern und Spaniern, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln von einem Land ins nächste fuhren. Natürlich ist mehr Zeit einzuplanen, da gerade das sehr gut ausgebaute Bussystem dennoch Lücken hat. Wartezeiten auf Busbahnhöfen oder Staus sind keine Seltenheit. Mit etwas mehr Zeit und weniger geplanten Zielen steht einer Reise mit Bus und Zug nichts im Wege. Die sehr auskunftsfreudigen BewohnerInnen geben auch sehr genau Bescheid, wann welches Verkehrsmittel wo wegfährt. Auch zwischen Reisenden werden Geheimtipps gerne abends im Hostel ausgetauscht. Im schlimmsten Fall übrigens, wenn weder Bus noch Bahn existieren, wirst du von deinem Gastgeber von Ort A nach B gebracht. Auch drei Stunden lang.

3. Stress machen beim Buchen von Hotels/Hostels oder ähnlichem 

Vorab-Buchen erzeugt zusätzlich Stress. Eine zu geplante Reise durch den Balkan führt eher zum eiligen Durchfahren der einzelnen Länder, die alle eine spannende Geschichte und diverse Kulturen sowie damit zusammenhängend Religionen mit sich bringen.

South and East in Europe
Frische Zutaten und mit Liebe gekocht © diekremserin on the go


Zum Beispiel auf der Wanderung zwischen Valbona und Theth in Albanien, hätte ich gerne noch ein bis zwei Tage angehängt. Wieso? Es gibt so viele herrliche Wanderrouten, die im Tal von Valbona möglich sind. Dass die Tageswanderung dennoch eine große Errungenschaft ist, siehst du auch im Video der Nomadasaurus. Mehr Zeit, um besser anzukommen und vor allem das herrliche Essen bei Arben, unserem Host, auszukosten. Alles kommt aus dem eigenen Garten, das Brot wird frisch gebacken und am Bach neben dem Haus kannst du dich im Sommer wunderbar abkühlen. Auch im kleinen Dorf Theth selbst ist ein längerer Aufenthalt empfehlenswert. Einerseits um die Wanderung, die zwischen sechs und acht Stunden dauern kann zu verarbeiten und andererseits um auch hier die Wanderrouten auszuforschen.

South and East in Europe
Ausblicke im Nebel © diekremserin on the go 


South and East in Europe
Hier wird draussen gekocht bei Arbens Familie © diekremserin on the go

4. Kultur aktiv zu suchen, denn...

...sie kommt einfach zu dir. So wie in Shkodrä, Albanien, wo wir am Internationalen Tag der Fotografie ankamen, Lucien den Kurator des Marubi Museums kennenlernten und über digitale Kunst und Medienkunst sprachen, über Fotografie und die Möglichkeit seines Museums internationaler Player zu sein. Was für ein Ort! 

South and East in Europe
Marubi Museum am Internationalen Tag der Fotografie © diekremserin on the go

5. Vorab über Geschichte Bescheid wissen 

Geschichte überkommt dich ganz einfach, wenn du zum Beispiel nach Sarajevo kommst. Die Kriegswehen sind spürbar, fast greifbar. Du stehst an der Trennlinie zwischen Osten und Westen, die durch eine tatsächliche Grenze mitten in der Stadt zu besuchen ist. Dort, wo sich habsburgisch-anmutende Architektur von islamisch-geprägter Bauweise trennt, blüht das Leben. Ich stolpere von einer Geschichte in die nächste, treffe Menschen, die mir ihre Sichtweise erzählen und ich mache mir selbst ein Bild von den vielen Perspektiven. Danke an Adnan und Ajla, die mich in Sarajevo durch ihre Heimatstadt begleiten. 

Ich war anfangs etwas eingeschüchtert, sehe aber nach und nach wie sich Diversität in den zusammenkommenden Kulturen erhalten hat, auch wenn es nach dem Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 schwieriger wurde und auch hier ein starker Nationalgedanke vorherrscht. Sichtbar gemacht wurde die Geschichte der im Kreuzfeuer stehenden Stadt durch die Rosen von Sarajevo, die an Straßen und Gebäuden angebracht sind, um von den Einschlägen der Granaten zu erzählen.

South and East in Europe
Rosen von Sarajevo erzählen Geschichte beläufig © diekremserin on the go


Im Tee- und Kaffeehaus Čajdžinica Džirlo hingegen lerne ich über den Gastgeber Husein Kaffeezubereitungsarten kennen, von deren Existenz ich nicht wusste. Den Osmanischen Kaffee zeichnet eine intensive Süße aus, die von Zucker und Gewürzen kommt. Eher puddinghaft aufbereitet, schmeckt das Getränk wie eine herrliche Nachspeise. Trotz Lonely Planet Erwähnung ein absolutes Juwel, denn Husein nimmt sich Zeit über seine Stadt zu berichten, teilt Bücher und Magazine aus, spricht etwas Deutsch und kümmert sich um den perfekten Aufguss. Des Tees natürlich. 

South and East in Europe
In Ruhe genießen. © diekremserin on the go

Tipps für GeschichtsliebhaberInnen 

  • Galerija 11/07/95: Ausstellung als Mahnmal und zur Erinnerung an die Besetzung Sarajevos sowie den Genozid an 8.000 Bosniaken in Srebrenica
  • Tunnel Museum Sarajevo: Etwas außerhalb der Stadt nahe zum Flughafen befindet sich der Eingang zum Tunnel, der während der Besetzung Sarajevos als einziges (und stark umkämpftes) Schlupfloch für Nahrungsmittel und Flucht diente. 

Sarajevo, Theth, Shkodra: Orte, an denen ich gedanklich durchatmen und Geschichte inhalieren konnte. Orte, die mich nachhaltig begeistern und die ich auf jeden Fall noch ein zweites Mal besuchen möchte. Ohne Pläne, ohne Angst und ohne Bedenken. Denn die Reise nach Süd-Osteuropa ist leichter als gedacht. 

Safe trip! 


South and East in Europe

Aussicht von einem Hügel in Sarajevo © diekremserin on the go


12.10.2017

ReiseGlück in der Bloggerlounge

ReiseBesuch zum Träumen


Im letzten Jahr erinnere ich mich an einen ganz besonderen Moment im Reisesalon, der Reisemesse für Reiseglück im Apothekertrakt der Orangerie im Schloss Schönbrunn. Ein Gespräch mit der Destination Flandern in den Niederladen stellte sich als kunsthistorische Perle heraus, die mich nachhaltig beeindruckte. Jemand, der beim großen Georg Dehio studierte, jemand, der sich mit der flandrischen Geschichte hervorragend auskannte und jemand, der mit Leib und Seele Reisender ist. Ich war begeistert von der Begeisterung.

Neben den einzelnen, ausgewählten Reisezielen und Hotels und anderen Partnern, die sich im sehr schönen Ambiente des Reisesalons präsentieren, stellt die BloggerLounge seit 2016 einen Fixpunkt dar. Blogger aus ganz Österreich erzählen ihre Geschichten, präsentieren ihre ganz persönlichen Einblicke in Reisen und kommen mit anderen Reisesehnsüchtigen ins Gespräch. So kommt man von der hundertsten Reisegeschichte in die Tausendste.

South and East in Europe
Komm, reise mit mir! © diekremserin on the go


Im Jahr 2017 bin ich dabei im Reisesalon! 

Ich besetze die Bloggerlounge zu folgenden Terminen, Daten und Fakten... aber worüber ich berichten und womit ich dich überraschen werde, das verrate ich natürlich noch nicht. Wär ja sonst fad!

Wo geht deine nächste Reise hin? 


Öffnungszeiten des ReiseSalon:
Samstag, 18.11.: 10.00-20.00 (erstmals länger geöffnet)
Sonntag, 19.11.: 10.00-17.00

Ort:
Schloss Schönbrunn Orangerie und Apothekertrakt
Schönbrunner Schlossstraße 47, 1130 Wien
Eingang über Schönbrunner Schlossstraße

#ReiseGlück #ReiseSalon
Finde den Reisesalon auf Facebook.

Dein Ticket zum ReiseSalon:



11.09.2017

TOP Märchentour

Hoch droben wo Märchen und Sagen erzählt werden, befindet sich die Burgruine Aggstein. Direkter Blick zur Donau gewährleistet. Sonnenuntergänge der herrlichen Art vorprogrammiert. Ein märchenhaftes Top Ausflugsziel in Niederösterreich.

In Echtzeit, heute und gestern

Im Herbst plant Ursula Strauss das Programm für dich. Und bringt Frankenstein. Wachau in Echtzeit belebt die Wachau in ihrer stillen, zurückgezogenen Zeit mit feingliedrigen Erzählungen, lustigen Musikrunden oder theatralischen Aufführungen. Auf der Burgruine Aggstein erzählt August Zirner von Frankenstein. Gänsehaut garantiert.

Ansonsten birgt die Burgruine Aggstein viele Geheimnisse für die ganze Familie. Der Weg vom Parkplatz im Ort Aggstein hinauf zur versteckten Burg ist steil und zum Geschichten Erzählen bleibt atemtechnisch kaum Zeit oder Luft. Aber eventuell lässt sich trotzdem die eine oder andere Sage vortragen. Es muss ja nicht gesungen sein.

Ruine Aggstein
Die Ruine gegen die Sonne von Isaak


Das Rosengärtlein auf Aggstein

Nach der Kuenringer ruhmlosen Ende blieb die Burg Aggstein beinahe ein und ein halbes Jahrhundert Ruine, ein ödes Haus, von Untat wegen mit Recht gebrochen. Hierauf gab es Herzog Albrecht V. seinem vertrauten Rate und Kammerherrn Georg Scheck vom Walde zu Lehen, begabte ihn auch in seiner landesherrlichen Huld mit dem Mautrecht über die den Strom befahrenden Schiffe, und so hub der Scheck im Jahre 1423, wie heute noch auf einer Steintafel ob dem dritten Tore zu lesen, das ,Purgstal' zu bauen an. "Das Purgstal hat angevangen cze pauen her Jorig der Scheckh von wald des nächsten Mantag nach unser Frawntag nativitatis da uon Krist gepurd warn ergangen 1429 Jar."
In harter Frone schichteten die armen Untertanen sieben Jahre lang Stein auf Stein, bis der Bau vollendet war und nun der Ewigkeit zu trotzen schien. Der Scheck aber, übermütig geworden, verwandelte sich aus einem verdienten und allseits geachteten Staatsmanne in einen gefährlichen Raubritter und Schnapphahn, in einen Schreck im Wald und im ganzen Donautale.
Ein nieder Türlein führte wie noch heute in der Hochburg auf eine gar schmale Felsplatte in schwindelnder Höhe.
Ist ein wunderreicher Ausblick in eine Welt göttlicher Schönheit. Unter den Füßen des Wanderers rauscht der Wald geheimnisvolle Weisen und erzählt alte Mären von kühner Recken Streiten, aber auch von Weinen und von Klagen. Der mächtige Strom, den das Dampfschiff furcht, blinkt aus der Tiefe auf. Drüben steigt von Markt Aggsbach und Schwallenbach der Jauerling mit seinen gegen die Donau abfallenden Talrissen, seinen Waldungen, Wiesen und Gehöften bis zur Grenze der alpinen Flora empor. Im fernen Süden schließt das Hochgebirge im bläulichen Dufte das herrliche Bild ab.
Sein Rosengärtlein nannte der Scheck, zur Grausamkeit noch den Hohn fügend, die Platte und stieß die Gefangenen herzlos hinaus, so daß ihnen nur die Wahl blieb, entweder Hungers zu sterben oder ihren Leiden durch einen Sprung in die schauerliche Tiefe ein schnelles Ende zu bereiten.
Ein Gefangener aber hatte das Glück, in die dichte Laubkrone eines Baumes zu fallen und sich so zu retten, ein anderer wurde durch einen hochgemuten Junker, den Sohn der Herrin von Schwallenbach, befreit. Während aber die dem Tode entronnenen Männer nach Wien eilten, um dem Herzog von des Schecken Übeltaten nach Wahrheit zu berichten, entlud sich der Ingrimm des Burgherrn über den armen Jüngling. Scheck warf den Knaben ins Verlies, ja als Späher die Kunde brachten, der Herzog rüste gegen Aggstein, gebot er seinen Schergen, den Gefangenen zu fesseln und über die Felsen des Rosengärtleins in die Tiefe zu stürzen. Schon wollten die Schergen dem Auftrage grinsend Folge leisten, da klang feierlich-leise vom Westufer das Ave-Glöcklein herüber und der Scheck gönnte dem Junker auf seine inständigen Bitten so lange Frist, seine Seele Gott zu empfehlen, bis der letzte Ton des Glöckleins in den Lüften verhallt sei.
Es ertönte aber durch Gottes gnädige Fügung das Glöcklein fort und fort, nicht enden wollte der über des Stromes Wellen zitternde Schall, zur Ein- und Umkehr mahnend des Schecken Herz ... vergeblich; denn nur greuliche Flüche darob, daß das verdammte Geläute nicht verstummen wollte, waren des Schalles Widerhall im verstockten Gemüte des Unmenschen.
Inzwischen aber hatte der Feldhauptmann Georg von Stein auf des Herzogs Befehl in nächtlicher Weise die Burg umzingelt, klingende Münze und die Zusicherung völliger Straflosigkeit öffneten die Tore, und so wurde die letzte Missetat verhindert. Der Scheck wurde gefangen, vom Herzog aller Güter verlustig erklärt und endete sein Leben in Armut und Verachtung.

Quelle: Wachausagen, Erzählt und allen Freunden der goldenen Wachau gewidmet von Josef Wichner. Krems an der Donau. [1920]. S. 53 - 56.


Burgruine Aggstein, Wachau
Sonnenuntergänge wie diese, fotografiert von Jürgen Nejedly

Feste feiern wie sie fallen

Auf der Ruine finden auch traditionell jährlich ein paar Feste statt. Besonders bekannt ist das Mittelalterfest im April (nach dem Fest im vor dem Fest!). Aber das ist natürlich viel zu weit weg. Wie wärs deshalb stattdessen mit einem Christkindlmarkt mit Kunsthandwerk, auf den du dich freuen kannst? An drei Wochenenden im November können dort handwerkliche Schönheiten erworben werden, die schon verpackt versteckt für den oder die zu Beschenkenden bereit sind... 

Ruine Aggstein
Wie im Märchen... von Christian He

Märchenhaft oder? 

07.09.2017

TOP Abenteuertour

Die Vorbereitungen für die Schneebergbesteigung laufen auf Hochtouren. Nachdem ich es auf die Hohe Wand nicht zum gewünschten Zeitpunkt geschafft habe - Nachholbedarf! - steht nun der Schneeberg an. In meiner Heimat, am Wagram, sieht man bei gutem Wetter bis dorthin. Diesen Gupf, wie wir ihn lieblich nennen. Mit einem Jahr erklomm ich ihn zum ersten Mal. Mit meinem Opa. Der mich in der Bahn mitnahm und umsorgte. Und meine Eltern kletterten die steilen Pfade nach oben.

Diesmal? Ich bleibe beim gemütlichen Teil. Die Schneebergbahn. 



Hier macht Rausschauen noch Spaß. Denn der Salamander, wie die Bahn im gelb-grünen Kleid, umgangssprachlich genannt wird, betrieben von NÖVOG, die auch für die Wachaubahn und die Mariazellerbahn zuständg ist, schlängelt sich nach oben. Im Sitzen und im Staunen werde ich hier das Paradies Schneeberg genießen. Die Fahrt nach oben bringt einiges an Kosten mit sich, die sich aber auszahlen, denn nur eine Strecke Wanderung würden dich mehr als doppelt so viel Zeit kosten. Da lebt sich's doch besser mit etwas Gemütlichkeit... 

Auch der Kaiser liebte die Bahn übrigens. Am 18. Juni 1902 fährt Kaiser Franz Joseph I. mit der Schneebergbahn und besucht das Elisabeth Kircherl am Gipfel. Siehst du noch Spuren der kaiserlichen Besuche? Tafeln, Inschriften, Statuen...? 


Herrliche Stimmung, eingefangen von krewenka.com

Und oben wartet weiterer Genuss auf mich! 

Buchten bei Baumgartner. Das muss laut Webseite sein. Ich lasse mich überraschen, denn ich liebe die süße Germteigspeise am liebsten mit frischer Vanillesauce und Marillenmarmeladenfülle. 
Adieu, Sommer, Willkommen, Herbst! © Harald Töltl
Auch abenteuerlich, Galerie VOKA gleich beim Bahnhof Puchberg am Schneeberg.

More to come...

03.09.2017

Irland: Eine Entscheidung auf Lebenszeit

Back in time and fast forward


Liffey by Night

Vor genau 10 Jahren habe ich mich entschlossen nach Irland zu ziehen. Für ein paar Monate, für eine kleine Auszeit, zum Erwachsen Werden. Ich dachte dabei an einen Tapetenwechsel, an Spracherwerb und vielleicht noch daran, neue Menschen kennenzulernen. Ich dachte nicht, dass ich mich verlieben werde und mich dieses Land, sogar schon über ein Jahrzehnt, begleiten wird. In einigen vorangegangenen Beiträgen ist dir schon klar geworden, dass Irland meine große Liebe ist... zum Beispiel in Die irische Seele oder in der Fotoreise: Mein irisches Zuhause. Aber Irland hat mich geprägt mit seinen prächtigen grünen Wiesen, seinen kargen Felsen, an denen die See zerschellt, die rauen, regnerischen Winter und vor allem durch seine herzlichen Menschen, die jeden Regentag zum Sonnentag umwandelten.




Start ohne Ende.

Aus meinen Notizen, die ich fast akribisch genau in mein Reisetagebuch schrieb, entnehme ich ein paar Sequenzen, die anzeigen, dass es nicht einfach war für mich, mein geregeltes Leben zurück zu lassen, aber dass ich fast täglich lernte.

Untitled

The very new world. I'm quite exhausted, my plane was late and everything in me is hurting. I think and I hope I will sleep long to be ready for the kids tomorrow. My host parents are great, they have got an awesome sense of humor - 8. September 2007

I feel alone, desperately without anyone else around. Die ganze Woche ist so gut gelaufen und heute verliere ich die Nerven. Mir fehlen Freunde. Mir fehlt es zu reden, stundenlang irgendwas zu machen und zu lachen. Habe ich hier jemals richtig gelacht? I want a friend so badly, loneliness makes me sad and unhappy - 17. September 2007 

Time is passing so quickly I have really fallen in love with the family. The kids are gorgeous, the parents absolutely lovely and I really enjoy almost every second of my time here - 14. Oktober 2007

Mein Leben hat sich den Gegebenheiten angepasst. Die Zeit, in der ich mich in meiner Haut unwohl fühlte, verging sehr schnell. Mit Freunden, die ich über die damalige Internetseite myspace kennenlernte und real traf. Mit anderen Au Pairs, aus aller Welt, mit denen ich Freundschaften schloss und bis heute in Kontakt bin. Entdeckungsreisen am Wochenende, nach Galway, Inismor oder Cork, lehrten mich über das Land, das mich immer weiter an sich band.

I left earlier yesterday to meet up with my friends. It was my last time with them.. Aoife was there too, I really appreciated her to be there because she was the first person I have talked to. I want to come back so soon - 13. Februar 2008


Dass ich in den kommenden Jahren etwa zehn Mal den Weg zurück in meine zweite Heimat antreten werde, war mir damals noch nicht klar. Den 21. Geburtstag meines Vertrauten, meinen eigenen 21. Geburtstag und viele andere Geburtstage feierte ich dort. Ich verbrachte Sommerurlaube, Silvesterabende und viele Stunden in Pubs, in Wohnungen von Freunden oder auf Konzerten. Ich war und bin immer willkommen.

So I went to Electric Picnic for the whole weekend. What up! 2.-4. September 2011 
Ein Beitrag geteilt von Sarah Slattery (@sarah_slat) am


Ich weiß nicht, ob du auch so eine Verbindung mit einem Land, einer Gegend und ihren Menschen verspürt hast und dieses innere Gefühl nicht los wirst: irgendwann werde ich dort leben (müssen). Selbst auf einem Festival, das mehr verregnet, kälter und ungemütlicher war, als alles was ich bisher erleben durfte (trotz gesalzenen Eintrittspreisen und einer wahnsinnig genialen Performance von Arcade Fire), fühlte ich mich zuhause, wohl und vor allem gut aufgehoben. Immer passt jemand auf mich auf. Immer steht mir jemand zur Seite. Niemals bin ich allein. Selbst in den Stunden nicht, in denen ich mich allein fühlte.

Eire, tá grá agam dhuit.

(Sorry, falls ich "Ich liebe dich" noch immer nicht richtig schreiben kann in Gälisch)

Ein Beitrag geteilt von Dublin, my darling (@dublinmydarling) am

06.08.2017

TOP Glitzerwochenende aufs stille Land


Hier bliebt kein Stein auf dem anderen... 

Maissau am Manhartsberg, an der Grenze zweier niederösterreichischer Viertel (dem Wein- und Waldviertel) war für mich lange Zeit ein weißer Fleck auf der Landkarte. Aber mit dem Fund des Amethyst und danach dem Aufbau der grandiosen Amethystwelt, die zu den Top Ausflugszielen Niederösterreich gehört, ist der Ort (mit einer MEGA Konditorei) nicht mehr von der Ausflugszielkarte wegzudenken. 

Den Besuch in der Amethystwelt Maissau kannst du ganz einfach in einen Wochenendtrip verwandeln. In nur wenigen Autominuten entfernt liegt der Heldenberg, wo Geschichte und Natur ineinanderfließen. Mein gemütlicher Reisevorschlag sieht folgendes vor:

Wochenendtrip Maissau und Heldenberg
Reiserouten-Vorschlag für das südliche Waldviertel. © diekremserin on the go

Tag 1 Für Diamantenschleifer und Lebkuchenliebhaberinnen


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Einblick in die Ausstellung © Tauralbus, flickr.com

  • Anreise mit Unterkunft in Gars am Kamp, der Bauernmarkt am Samstag dort ist wirklich ein Traum.
  • Besuch von Stift Altenburg und die wunderschönen Gärten Vielleicht mach Sophie sogar eine Führung durch die barocke Pracht. Mittagessen kannst du dort im Restaurant, basic, aber gut. Für diesen Vorschlag gibt's sogar ein wunderbar geschnürtes Paket
  • Weiterfahrt in die Amethystwelt Maissau. Unbedingt vorher checken ob eine Familienführung, Schatzgraben oder eine Sonderveranstaltung stattfindet. Besonders schön ist die Diamantennacht, die heuer am 7. Juli begeistert hat. Die Sonderausstellung Fancy Diamonds bietet sich an, den Beruf des Diamantenschleifers doch noch in Erwägung zu ziehen (Seitenhieb auf meinen Papa, dessen Traumberuf dies wohl immer bleiben wird...). Tipp: unbedingt am Traumplatz verweilen und die Stille genießen. 
  • Ein Highlight am Abend ist der Ausblick der weinbeisserei ins Kamptal. Vom Plateau zwischen Weingärten und Sitzplätzen auf der Terrasse ist an klaren Tagen traumhaftes Fernsehen möglich. Neben dem Essen. Und Trinken. Matthias Hager tischt wahnsinnig intensive Qualität auf. Naturmaterialien, Regionalität, Bio-Produkte, Naturwein. Herz, erfreu dich dran! 

Nach dem gelungenen Tag ins Bettchen. Denn du wirst merken, hier kommst du runter. Kein Mucks. Hier sagen sich Hase und Fuchs Gute Nacht, und sie flüstern. 

Tag 2 Parkspaziergänger und Weinverkosterinnen

  • Nach dem Frühstück in Gars am Kamp Abfahrt zum Heldenberg
Du fragst dich vielleicht: Was gibt's dort eigentlich zu sehen?
  • Ich habe einen meiner ersten Volksschulausflüge dorthin in Erinnerung. Am Heldenberg, der seinen Namen natürlich nicht umsonst trägt ist die letzte Ruhestätte zweier k.u.k. Kriegsherren, die dort ein Denkmal erhalten haben. Herr Radetzky ist landesweit für den Marsch bekannt. Herrn Wimpffen musste ich erstmal googeln. Maximilian von hat ein durchaus langes Leben hinter sich und stirbt 1854 in Wien, wird aber in Niederösterreich begraben. Wo ihm wenig später der zweite im Bunde folgt. Die Grabstätte ist wirklich sehenswert, weil gut instand gehalten und sehr spannend welchen Stellenwert ein Feldmarschall in der Österreich-ungarischen Monarchie hatte. Die Verherrlichung von erfolgreichen Kämpfern und Strategen wird hier par excellence auch mit den Büsten im Park betrieben. Dennoch: Geschichte findet statt und ist begehbar. 2005 fand am Heldenberg die Niederösterreichische Landesausstellung statt, die sich auf jene Zeitreise begeben hat.  Fragen, wie diese wurden gestellt: Wer ist eigentlich ein Held und was tun Helden heute so? Wie hat sich das Bild des Helden und der Heldin verändert? Gab es früher schon Heldinnen? Ich denke sofort an Jeanne d'Arc von Orléans und gleichzeitig frage ich mich, wieso das Heldentum noch immer intuitiv mit Krieg in Verbindung steht... Antworten, jemand, bitte? 
  • Pferde, Pferde, Pferde. Und zwar die royal-eleganten Schimmel des Lippizaner-Geschlechts. Die sind dort zum Training und Muskelaufbau untergebracht. Besucherinnen und Besucher sind herzlich willkommen zuzusehen wie die weißen Pferde dressiert werden. In der Sommerfrische sind sie dort anzutreffen um sich auch auszurasten und vielleicht für die eine oder andere Streicheleinheit? 
Reithalle der Spanischen Hofreitschule © derheldenberg.at
Reithalle der Spanischen Hofreitschule © derheldenberg.at
  • Nach einem Spaziergang im Englischen Garten, der sehr liebevoll bis 2005 von der Verwahrlosung gerettet wurde und zum Lustwandeln einlädt, kann der angebrochene Tag mit einer Weinverkostung im Kamptal abgeschlossen werden. Eventuell auch mit einem Besuch im Gasthaus Haag in Haitzendorf

Und zu guter Letzt. Glitzer:





26.07.2017

TOP Wanderziele in Niederösterreich: Naturpark Hohe Wand

Ich habe mich für den Naturpark Hohe Wand entschieden. Es waren mehrere Wanderausflugsziele der TOP Ausflugsziele Niederösterreichs zur Auswahl. Zur Gemeindealpe geht's gemeinsam mit Angelika von wiederunterwegs.com und Gudrun, der Reisebloggerin.

Ein Beitrag geteilt von Didi 👑 (@didis_photography) am


Ist es zu glauben, dass ich es noch nicht persönlich hingeschafft habe, trotz diesem Argument: 40 Minuten von der Stadtgrenze Wiens entfernt liegt das Hochplateau des Naturparks Hohe Wand. Ich wohne quasi in Gehnähe. Ich kann mit öffentlichen Verkehrsmittel direkt aus Wien anreisen. Unglaublich.

Fünf Dinge, die ich machen werde, sobald ich die Hohe Wand erklimme:


1. Lamas und Alpakas. 

Sie sind dort. Du kannst sie angreifen. Sie können dich anspucken. Herz, was willst du mehr? Außerdem lernst du bei einer Exklusivführung jeden ersten Sonntag im Monat die handzahmen Tiere kennen...

Ein Beitrag geteilt von Betty (@mrsbatman91) am


2. Rundwanderwege.

Unmengen an Wanderwegen bietet das Hochplateau der Hohen Wand. Zum Beispiel hier zu sehen. Ums ernst zu nehmen: drei an der Zahl. Zwei davon sind 10km und einer 8km lang. Vorbei kommst du an Labstationen, an herrlichen Ausblicken ins Land hinein, an waldigen Abschnitten und Wiesen. Ein paar Klettersteige fordern die Mutigen unter euch... ;)

3. Ausblicke.




Bank hohe Wand
© Martin von flickr.com



hohe wand
© tyrosin von flickr.com 


Dazu brauche ich doch eher nichts sagen,... genug gesehen, oder?

4. Speisen wie Kaiser.

In der Turmsteighütte der Familie Müllner, die immer Samstag, Sonn- und Feiertage geöffnet ist. Also genau richtig. Dort hätte ich gerne Grammelknödel oder ein gutes Gulasch. Eventuell einen Kaiserschmarren? Erinnerst dich an meine Wanderung in den Ötschergräben letztes Jahr?

5. Wachse über dich hinaus.

Egal ob als Paraglider oder Fallschirmspringer, ob auf der Aussichtsplattform oder in der Wand. Versuch etwas neues, auf der Hohen Wand ist es möglich. Und zwar für die ganze Familie.

Hohe Wand
© Andrij Bulba





Es folgt: ein Nachbericht zum Besuch am 6. August. Und ob meine fünf Wünsche in Erfüllung gehen...

21.07.2017

Portlandia: More to come in Oregon

Über die Bier, Bike und Bart-fanatischen Portlanders habe ich bereits berichtet, meine Begeisterung ist nach wie vor groß. Wenn du allerdings 'the real deal' in Oregon kennenlernen willst, fahre in folgende Regionen aus:

  • Columbia Gorge
  • Oregon Pacific Coast
  • Oregon Wine Country
Wieso real deal, denkst du dir vielleicht, wo ich doch schon so geschwärmt habe und Portland für sich ein Traum für uns Radfahrende, zu Fuß gehende EuropäerInnen ist. Weil du dort Mikroklima und Naturschauspiele vereint siehst, die ich zwar vereinzelt in Regionen Toskana, Südfrankreich oder in der Wachau kenne. Dort ist alles auf einem Fleck. Amerika, wie du liebst zu übertreiben. 

Wenn sich Toskana, Südfrankreich und die Wachau vereinen, bist du in Oregon angekommen. 

Fast tropisch muten die Wälder an, gleichzeitig erinnern mich die bewaldeten Hügel der Weinregion dann doch ans niederösterreichische Waldviertel. Einzig die Spitze des Vulkanbergs Mt. Helen irritiert. Noch mit Schnee bedeckt ist sie an klaren Tagen von der Stadt aus zu sehen und beeindruckt. Aber die drei genannten Regionen durfte ich in der kurzen Zeit selbst besuchen und mit einigen fantastischen Menschen sprechen, die Oregon als ihre (Wahl-)Heimat bezeichnen. 

Wasserfall-Overload

Multnomah Falls. Dort musst du hin, wenn du in Portland bist und die Gegend erkundest. Aber nur mit all den anderen Touristen. Die tummeln sich dort auf der Straße - jeder mit dem eigenen Gefährt - und auf der Brücke, um einen Blick auf die Kaskade zu erhalten, die sich 189 Meter in die Tiefe stürzt. 

Sei nicht so negativ, denk ich mir selbst und höre auf der Fahrt mit - halte dich fest - öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Ausgangspunkt des ca. acht Kilometer langen Spaziergangs durch Wälder und viele, viele weitere Wasserfälle, Matt zu, der seit einem Jahrzehnt in Portland lebt. Matt ist Volunteer, der freiwillig und ohne auch nur Trinkgeld anzunehmen Touren organisiert, die mit Öffis zu bewältigen sind. Mit nur 10 $ in der Tasche komme ich hin und retour, bin ganztägig unterwegs und habe meine Verpflegung selbst im Rucksack mit. Wasser nicht vergessen, denn auch im Wald kann es hitzig werden. Matt also erzählt, dass das nahe Ziel für die Bewohner Portlands zum wichtigen Erholungsort wurde, denn in nur 40 Minuten sind sie raus aus der Stadt und drin im Grünen. Dass sich die meisten aber mit dem Anblick des Doppelwasserfalls begnügen beruhigt mich. Recht viel weiter trauen sich die meisten dann nicht, schon gar nicht einen ganzen Tag lang. Somit weiß ich schon nach dem ersten Anstieg über die Wasserfälle hinaus, dass uns wohl keine Touristen mehr entgegen kommen werden. 

Portland, the hippest place in Oregon
Ausblick vom Weg auf den Fluß und Bundesstaat Washington © diekremserin on the go


Anfahrt mit dem MAX Light Rail (Red) in Portland Richtung Flughafen, Ausstieg Gateway Transit Center, Columbia Gorge Express direkt zu Multnomah Falls

An die Küste!

Von der Portland Greyhound Station direkt am Bahnhof fährt der gemütliche, mit WLan ausgestattete Bus Richtung Cannon Beach (oder andere Küstenorte). Portland verlasse ich bei strahlend blauem Himmel, weiß aber, dass der Pazifik sein eigenes Wetter macht. Meine erste Erfahrung mit diesem Ozean! Ich bin aufgeregt und sprühe vor Energie für diesen besonderen Ort. Ich möchte das kleine Örtchen erkunden, das sie als Touristenfalle herausstellt, möchte die Hügel rundherum unsicher machen und ganz einfach am Strand sitzen und aufs Meer blicken. Es reicht für mich den Wellen zu zu sehen (auch in Griechenland gut möglich...)

Portland, the hippest place in Oregon
Panorama über Cannon Beach © diekremserin on the go

Ankunft Cannon Beach: eher triste Aussichten. Nieselregen. Ich bin ausgestattet mit Wanderhose und Regenjacke und entscheide mich für einen ersten Strandspaziergang zum Haystack Rock, der aufgrund der noch zurückgehenden Flut im Wasser liegt. Hat was dieses Wetter. Vor allem der Strand in seiner Endlosigkeit verblüfft mich. Ich wate durchs Wasser, das mich nicht zum Reingehen anspricht, aber vielleicht wird's noch. In die entgegengesetzte Richtung entdecke ich ein gestrandetes Segelboot, einige Krebse, die ans Ufer gespült wurden und ein paar Schilder, die den Oregon Pacific Trail anzeigen. 

Portland, the hippest place in Oregon
Hier geht's lang! © diekremserin on the go

Mit meinen on-Trailschuhen (nicht wasserdicht, aber eh Wurscht) wieder zurück an den sandigen Füßen, gehe ich vorbei an Ferienhäusern und Wohnungen, biege das ein oder andere Mal falsch ab in eine Sackgasse, die auch für Fußgänger und Wanderer nicht in einen Weg umgewandelt wird, und befinde mich plötzlich im Dickicht eines Regenwaldes. Ecola State Park nennt sich das Wäldchen, das mich zum einsamen Crescent Beach führt. Dort ist das Leben trotz Regen in Ordnung. Ein Wasserfall sucht sich seinen Weg über die Felsenwand zum Strand ins Meer. Die einzigen Besucher sind am anderen Ende des Strandes und ich sitze auf Schwemmholz und blicke hinaus, in die Ferne (soweit der Nebel dies zulässt). Nach der zwei-stündigen Wanderung und dem vielen Meer bin ich hungrig und entscheide mich für die Public Brewery, Root Beer (nicht meins) und Fish Tacos, die hervorragend mit frischgefangenem Fisch belegt sind. 

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Yum. Fish Tacos. © diekremserin on the go



Für die ca. 50-minütige Fahrt mit dem Bus zahlst du 17 $ und wirst direkt im Ortszentrum abgesetzt. Der Ecola State Park ist gratis.

Yes, please, Pinot Noir! 

Einen Tag vor Konferenzbeginn (der eigentliche Grund wieso ich einen 10-Tagestrip nach Oregon gewagt habe) starte ich soft mit einer Gruppe in den Wine Country Oregon. Drei Estates stehen auf unserer To Do-Liste und wir werden von unserem Guide und Busfahrer Michael wunderbar betreut. Michael, finde ich heraus, ist Wahl-Oreganer, ursprünglich aus New Orleans, aber Weltenbürger. Denn drei Monate des Jahres verbringt er bei Freunden in Neuseeland. Schon habe ich ihn ins Herz geschlossen: 

"You know Lucie, it's most important to open your heart to open your mind."

Danke, Michael für das schöne Gespräch, das am dritten Estate und einige Weine später stattfand. Zu Beginn war ich aber eindeutig überwältigt von der Schönheit dieses US-Bundesstaats. Außerdem lief mir während der Führung durch das biodynamische Demeter-Weingut King Estate im Willamette Valley das Wasser im Mund zusammen. Nicht nur auf Wein, sondern vorwiegend auf das saisonal-regional zubereitete Essen im dazugehörigen Restaurant. 

Portland, the hippest place in Oregon
King Estate, ein Traum © diekremserin on the go

Portland, the hippest place in Oregon
Alles muss seine Ordnung haben. © diekremserin on the go
Neben der typischen Sorte Pinot Noir wird hier hervorragender Pinot Gris - Grauburgunder - gehegt und gepflegt und letztendlich gekeltert. Die Philosophie des Estates ist im Auftreten der Mitarbeiter und im Verständnis der Geschichte des Weinguts gegenüber spürbar. Dass vor nicht allzu langer Zeit, 1991, ein Unternehmer dieses Estate gegründet und vorangetrieben hat, ist unvorstellbar, aber dennoch löblich. Die Familie King ist spürbar, vor Ort und setzt sich mit den Produkten, die hier entstehen - im Garten, im Weingarten und im Restaurant - vollends auseinander. 

Portland, the hippest place in Oregon
Durch diese Rohre wird Wein von einem Ort zum anderen gepumpt. Begeisterung! © diekremserin on the go


Nachhaltigkeit und Regionalität seit Anbeginn einen hohen Stellenwert zu geben begeistert mich natürlich. Das ist High Class und ich würde fünf Sterne vergeben. 

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es hier nicht, aber Oregon Wine Shuttles, die dich von einem Estate zum nächsten bringen. Das ist sicher und unkompliziert.

Jetzt, aber los, nach Portland. There is more to come... 






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