wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about
Oh Wagram!
Portlandia: Bier, Bikes und...
TOP Wein und Garten Tour: Garten Tulln und Winzer Krems er-radelt

Zusammen Reisen

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Die Travel Bucket List 2017 - wohin gehe ich, wohin fliege ich, wohin fahre ich und was sehe ich mir an...

Zusammen Speisen

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Essen bedeutet Umsorgen, frei nach Olafur Eliasson. Wo gehen wir in Wien und Umgebung zum Speisen?

Zusammen Arbeiten

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03.07.2017

TOP Wein- und Garten Tour Volume Two

Letztes Mal habe ich mir die Kittenberger Erlebnisgärten und die Weinerlebniswelt Loisium angesehen, diesmal treibt es mich entlang der Donau in die Garten TULLN und zu dem wein.sinn in der Sandgrube 13.

Ein Keller voll Wein

Die Kellergeister der Winzer Krems begleiten Besucherinnen und Besucher mit ihren Geschichten durch den traditionellen Keller bis hin zur heutigen Produktionsstätte, in der tagtäglich Flaschen abgefüllt werden. Das Unternehmen der Winzer Krems ist eine Genossenschaft und hat sich die Vermittlung des Vorgangs der Traubenverarbeitung und Keltern des vergorenen Safts zum Vorsatz genommen. Mit vielen Details und schönen Erzählungen schaffen sie dies auch.


In acht Stationen bringt dir das Weinerlebnis mit viel Emotion näher, welche Weine hier gemacht werden und mit welcher Liebe gearbeitet wird. Besonders die Umsetzung auf sehr kreative und verständliche Art und Weise überzeugt mich. Wir schreiten über die Riedenkarte des Kremstals, schauen uns Landkarten an und lernen die Riedennamen kennen, auf denen die Weinstöcke stehen. Momentan ist Zeit des Traubenwachstums, damit viele kleine Perlen in Trauben zusammen hängen und im Herbst geerntet werden können.

NÖ Festivals & Kultur
Wir stehen auf Krems. © Elena Paschinger von creativelena.com
Die Kunst kommt nicht zu kurz, denn Georgia Kreimer hat mit ihrer Videoinstallation den Kellergang in ein spannendes Erlebnis zwischen Sozialraum und virtuellem Raum verwandelt. Wie begegnen wir einander? Was lassen die Hände schließen? Wie viel Nähe geben Finger und Hände vor?



Hoch hinaus im Garten der Gärten

Wenn du deinen richtigen Garten suchst oder einfach mal ausspannen möchtest, ist der Weg nach Tulln bestimmt der richtige. Von den Winzern Krems weg, donauabwärts den Radweg entlang, erreichst du Tulln in 42 km.

Die Garten TULLN wurde als große Gartenschau vor ca. einem Jahrzehnt angelegt und bereichert Niederösterreich - auch als TOP Ausflugsziel - seitdem. In der Mission der riesengroßen Gartenanlage stehen Umweltmanagement, Nachhaltigkeit und Ökologie im Vordergrund. Zusätzlich

Drei Kernkriterien bilden im Naturgarten die Grundlage:

  • Verzicht auf Pestizide („Gifte”)
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger („Kunstdünger”)
  • Verzicht auf Torf

Neben diesen sehr vorbildlichen Kriterien eine Gartenschau Instande zu halten, ist der Baumwipfelweg mein Favorit. Uber 700m Geländer kommst du über die Baumwipfel des Gartens hinaus und überblickst das ganze Areal.

Ja, dann wäre da auch noch die Kunst im Garten, von Nils Norman, Klaus Weber, Ines Doujak, Emese Benczúr und Dan Perjovschi.

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Kunst © eSeL.at

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Sehr net ist auch das Kanu fahren durch die Au in Tulln © Esel.at


Die nächste Veranstaltung, die ich sehr spannend finde ist die Kombination zwischen Musik, Garten und dem Vollmond. Mit Swing und dem richtigen Eckchen im Garten macht dies bestimmt viel, viel Spaß!

Das Fahrrad am besten stehen lassen und gemütlich mit dem Zug weiterreisen. Oder gar in Tulln übernachten...

20.06.2017

Portlandia: Bier und Bikes und...

16 Stunden. Warten, sitzen, fliegen, essen, trinken, warten. Vor allem mit Warten hat Reisen zu tun. Vor allem, wenn ich mich entscheide von Wien nach Portland in Oregon, ganz im Nordwesten der USA zu reisen. Angenehm ist dennoch die Condor-Verbindung Frankfurt/Main nach Portland. So kann 11 Stunden lang direkt gechillt werden (ich empfehle für den Flug auch noch die 8 Euro Premium Filmgebühr auszugeben).

Freiheitsgefühl... © diekremserin on the go

Hipster City, here I come

Untergebracht bin ich im HI Hostel im Nordwesten der Stadt. Dort werde ich sehr herzlich in Empfang genommen. Im Hostel werden neben kostenlosen Bagels zum Frühstück auch Bier, Cider und (Achtung!) Kombucha on Tap angeboten. Obwohl ich in einem Shared Room untergebracht bin, verspüre ich kaum Störungen - es gilt die 10pm Regel: keinen Lärm mehr nach 22 Uhr - und die Badezimmer sind herrlich geräumig. Direkt im Nordwesten der Stadt befindet sich auch der Washington Park, mit Rosengarten und Oregon Zoo, und der Anschluss nach Downtown ist fußläufig oder (Achtung!) mit dem Fahrrad erreichbar. Absolut heißer Tipp! Das Providence Park Stadium ist gleich um die Ecke. Da wird tatsächlich Fussball gespielt: die Portland Timbers spielen mit dem runden Leder. Die Tickets sind leider immer extrem schnell vergriffen. 

Portland bei Nacht. 
Zur Vor- und Nachbereitung auf die Portlander, auf die du treffen wirst, empfehle ich die Netflix-Serie Portlandia... hilarious! 

Biketown powered by Nike 

Biketown by Nike © diekremserin on the go
Biketown by Nike © diekremserin on the go

In Portland bzw. rund um Portland wurde vor einigen Jahrzehnten gemeinsam mit Michael Jordan der Nike-Air Shoe entwickelt. Neben dem Nike-Factory Store, in dem ich brav eingekauft habe, ist diese Verbindung des Konzerns mit der Stadt vor allem auch durch die orangefarbenen Fahrradständer spürbar. Für 12 $ pro Tag oder 2.50 $ pro 1/2 Stunde können hier die vielen Fahrradbahnen unsicher gemacht werden. Portland ist tatsächlich ein Traum für RadfahrerInnen: nicht nach dem Autostraßenverkehr sondern nach den Fußgängern und Radelnden richten sich hier die Regeln. Das bedeutet, dass für Gehsteige gesorgt wurde und das Fahrradverkehrsnetz umwerfend ist. Natürlich ist auch hier noch Verbesserungsbedarf: nicht über all sind die Wege befahrbar und nachdem die Autos auch hier immer "dicker" werden, fühle ich mich am Rad nicht ganz so wohl. Aber: Radfahren ist neben zu Fuß gehen eine schnellere, sehr viel angenehmere Option. 

The History of Air Jordan © diekremserin on the go
The History of Air Jordan, ausgestellt im Nike-Store Downtown © diekremserin on the go

Ach, und da war doch noch dieses Kunstwerk von Jeff Koons... © diekremserin on the go
Ach, und da war doch noch dieses Kunstwerk von Jeff Koons... © diekremserin on the go

Einblick in "Quest of Beauty" im PAM © diekremserin on the go
Einblick in "Quest of Beauty" im PAM © diekremserin on the go
Der Farmer's Market und der Saturday Market an der Waterfront des Willamette Rivers bringen mich zum Portland Art Museum, das im University District liegt. Die Kunstsammlungen, die dort präsentiert werden, sind sehr stark europäisch orientiert. Einen großen Pluspunkt gibt es für die Native American Art / First Nations, die sich bis in die zeitgenössische Kunst zieht. Allerdings beschäftige ich mich am meisten mit John B. Yeon, einem amerikanischen Architekten, der sich mit minimalistischer Architektur in und um Portland einen Namen machte. Allerdings werden nicht nur seine architektonischen Arbeiten dokumentarisch gezeigt, sondern auch seine Sammlung asiatischer Kunst. Eine andere Ausstellung, die sich mit der afro-amerikanischen Community befasst, behandelt das Thema Identität.

In 21st-century America, questions of race and identity are being explored as never before. This exploration has prompted many artists of color to investigate what constitutes identity, community, and the idea of a so-called post-racial society. Constructing Identity: Petrucci Family Foundation Collection of African-American Art brings together paintings, sculpture, prints, and drawings by prominent contemporary African-American artists along with a selection of historical works from the 1930s, 1940s, and Civil Rights era.
© diekremserin on the go
© diekremserin on the go
Gelungen ist für mich hier die Möglichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Ausstellung zuzugehen - ich habe mir die mit "Gender" und "Abstraction" markierten Arbeiten genauer angesehen. Denn die gesamte Ausstellung wurde vom Kurator gegliedert um mit einem fokussierten Blick auf einzelne Arbeiten heranzugehen. Die separate Aktion #TheArtIsOurs finde ich ebenso bemerkenswert. Einerseits erhalten Künstlerinnen und Künstler Platz sich mit dem Identitätsthema zu befassen, andererseits sind auch die Arbeiten von Schulkindern ausgestellt. Gemeinsam mit dem ersten mobilen Museum, das sich vor allem um Community Building und Outreach (Museum of Impact) kümmert, ist diese Aktion gestaltet worden. 


The Art is Ours - Einblick in die Präsentation © diekremserin on the go
The Art is Ours - Einblick in die Präsentation © diekremserin on the go

Beertown: Wo gibt's das beste Bier? 

Nach so viel Kunst und kulturellem Nachdenken bietet sich eines der vielen Biere an, das hier in Beertown gebraut wird. 

Auf jeden Fall reinschauen und reinschmecken lohnt sich bei folgenden Microbrauereien:


Allerdings bin ich eher die Cider-Konsumentin und leider auch nicht in den Nordosten der Stadt vorgedrungen, wo sich noch weitere ausgezeichnete Brauereien tummeln. 60 an der Zahl sollen es tatsächlich sein. Bevor es weiter geht mit Essen, Trinken, Sitzen, Warten, setze ich mich noch ein paar Mal in den Bus um einerseits zu den Multnomah Falls zu kommen und andererseits am Cannon Beach den Haystack Rock zu sehen und eventuell bei gutem Wetter den pazifischen Ozean (abermals) kennenzulernen. 

More to come...

Essen und Trinken bei Fat Head's... © Matthew Tharp

P.S.: ... Neben Bier und Bikes sind Bärte in Portland wohl sehr gern gesehen... 


15.06.2017

TOP Wein- und Gartentour Volume One

Vom Wein ins grüne Gartenparadies

Den optimalen Ausflug aus Wien z.B. plane ich am liebsten mit den TOP Ausflugszielen, wo ich versuche Unterkunft, Wein, Erlebnis und Natur miteinander zu verbinden. Dass hierbei kurze Fahrzeiten im Vordergrund stehen, ist klar. Sogar mit dem Rad könntest du die Tour Weinerlebniswelt Loisium in Langenlois und die Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern verbinden. 


Alles für die Familie in der Loisium Weinerlebniswelt: Von Familien wird die Kellerwelt geliebt. Mit einer Führung startet die Reise der Weinperle durch den Keller bis in die Flasche. Was da alles passiert! Am 24. und 25. Juni kannst du dieses Spektakel beim großen Sommer-Familienfest erleben.

Groß und Klein sind ganz begeistert von dem Erlebnis rund um den Wein... 

Alles für Pärchen: Von Pärchen ist das Package mit Übernachtung im Loisium Spa sicher ein Highlight - ich selbst habe den Wellnessbereich und den schieren Überfluss an Frühstücksangebot schon genossen. Die Weinverkostung von Kamptaler und Kremstaler Tropfen ist da das spektakuläre Tüpfelchen auf dem i, am besten draußen auf der Terrasse zu genießen.

Alles für Networker: Ein Fixpunkt im Jahr ist die After-Work-Veranstaltung mit Heurigenjause (neuinterpretiert) und schönem Rahmenprogramm. Hier kann vernetzt und gefeiert werden: die Loisium Lounge bietet einen wirklich guten Rahmen dafür. Triff doch deinen nächsten Lieblingswinzer und kommt ins Gespräch...

Alles für Freundinnen: Oder aber du kommst mit deinen Freundinnen und lässt es dir gut gehen - auch schon probiert -, unternimmst eine kleine Wanderung auf die Weinhügel rundum und genießt danach ein Achtel Grüner Veltliner bevor du in der gut sortierten Vinothek auch noch einkaufst...

Auch architektonisch hat das Loisium einiges zu bieten...  Designed von Stephen Holl im Jahr 2003 © Keith Erwing
Retreat: Wein und Unterkunft
Repeat: Gute Gesellschaft mit Erlebnis.

Überzeugt? In der Loisium Weinwelt ist für jeden was drin. 



Der nächste Stop, nach einem ausgiebigen Frühstück im Loisium, ist Schiltern, wo neben der Arche Noah auch noch andere schöne Dinge zu entdecken sind, wie zum Beispiel die Kittenberger Erlebnisgärten. Jede Jahreszeit bietet ihre Eigenheiten und was mich so fasziniert ist, dass der Wechsel von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter hier so anschaulich verfolgt werden kann. Mit Charme und Witz, mit Humor und mit viel Bedacht arbeiten die Gärtnerinnen und Gärtner an Programm für Groß und Klein. Geschichten und viele Details verraten, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr viel konzipieren, dem Gras wortwörtlich beim Wachsen zusehen um wieder neue Erlebnisse zu erfinden und einzupflanzen. 

Der Sommer bringt ganz herrliche Farben - wie jede andere Jahreszeit ihre eigenen Farbtöne mit sich bringt: 

  • Rosa und lila Rosen- und Lavendelmeer 
  • Blau-grüne Schwimmteiche, Naturpools und Minibiotope
  • Familienrutsche am Abenteuerplatz 
  • Alpakas und Ponys im Bauerngarten
Wenn das Frühstück im Loisium nicht gereicht hat, kannst du auch hier noch Nachschub holen! 

Zum erfolgreichen Abschluss des Gartentages solltest du im Kofferraum noch etwas Platz gelassen haben: Balkonpflanzen, Naschgarten, Gartendekor, neue Pflanzen für den Vorgarten: alles gibt's hier zu kaufen und sofort mitzunehmen. Vor allem hast du Spezialisten und Expertinnen vor Ort, die dir auch zur richtigen Bearbeitung Tips mitgeben. 
Fein schmausen im Wintergarten. Oder für ein Päuschen zur Ruhe kommen... © diekremserin on the go

Auf, auf, das Beet ruft! 

30.05.2017

TOP Stiftetour: Vom Waldviertel in die Wachau Teil 2

Klösterliche TOP Ausflugstipps 

Klosterleben im Heute: Stift Göttweig

Täglich blicke ich auf die Klosteranlage am Göttweiger, täglich gehe ich am Göttweigerhof vorbei, der in Stein liegt. In Krems und Umgebung ist das Benediktinerstift Göttweig omnipräsent. Dennoch ist es nur eine Miniversion von dem, was es hätte werden sollen. Auch damals, im 18. Jahrhundert - trotz stetiger Bautätigkeit - war Geldknappheit mit Abwurfpaketen in Zusammenhang zu bringen. Aber Paul Troger, von Stift Altenburg bereits bekannt, wurde auch in Göttweig beauftragt sein bekanntes Blau an die Decke zu werfen, sogar für die Kaiserstiege, die besonders prachtvoll ausgefallen ist.

Stift Göttweig


Der größte Teil der Gebäude wurde nach dem Brand von 1718 errichtet und hat im Grundriss nach dem Vorbild des Escorial die Form eines Gitterrostes. Von den vier geplanten Ecktürmen des Idealplans wurden nur drei ausgeführt: der Sebastianiturm im Nordwesten, der Frauenturm im Nordosten und der Altmanniturm im Südosten. In der Hauptachse (Ost-West-Achse) liegen die Stiftskirche, der Kapitelsaal (heute Chorkapelle) und die Bibliothek; der westlich vorgelagerte Festsaal wurde zwar geplant, aber nicht ausgeführt. Im Osttrakt befinden sich die meisten Mönchszellen. Einen großen Teil des Nordtraktes bis hin zur Kaiserstiege nehmen das Museum im Kaisertrakt sowie das Archiv und die beiden Refektorien ein. Im Südtrakt sind die Verwaltung und das Jugendhaus untergebracht. Das Vorgebäude im Westen dient als Exerzitienhaus. Nicht auf den Plan Hildebrandts gehen die älteren Bauteile im Südwesten der Stiftsanlage zurück: die „Burg“ und die Erentrudiskapelle sowie die dahinter liegenden erst 1911 errichteten Wirtschaftsgebäude. Quelle
Egal ob vom Rad, Schiff oder zu Fuß unterwegs, Göttweig blickt stets auf uns herunter. Als ich zum ersten Mal auf der Terrasse, bei Sonnenuntergang an einem herrlichen Sommertag, stand, wusste ich, wieso dieses Plätzchen zum Bau gewählt wurde. Rund um den Hügel, der als heutiges Hochplateau offenbar Ufer des Urmeers war, liegt noch der Dunkelsteinerwald. Von Furth, der nächsten Ortschaft kannst du in wenigen Stunden direkt am Stiftsplatz ankommen, eventuell einen Kaffee genießen und eine Tour durch das Museum machen. Die Göttweiger Mönche (Benediktiner) brillieren mit modernen Zugängen und haben mit Pater Clemens sogar einen Tourismusspezialisten, der auf so manchen Messen anzutreffen ist. Auch mit ihrem Blog geben sie sich äußerst progressiv und versuchen mit den Menschen Kontakt aufzunehmen. Eine herrliche Möglichkeit das Kloster in seiner "Nebentätigkeit" als Wissenschaftslabor kennenzulernen, ist die Graphische Sammlung, die auch online zugänglich ist. Oh, und da wäre noch die Ansage das Leben im Kloster am eigenen Leib auszuprobieren: Zu Gast im Kloster! 


Krems & Wachau Valley during Winter


Zum Lernen ins Kloster: Stift Melk 

Das zweite Kloster im Bunde, das gemeinsam mit Göttweig die Außenflanken der Weltkulturerbelandschaft mit dem Stadtkern von Krems, ausmacht, ist Stift Melk. Melk und ich sind seit meiner Kindheit eng verbunden, denn in den Siftshöfen, in den Gärten und in den leeren Gängen des Konvikts verbrachte ich einige Sommer. Dort entdeckte ich geheimnisvolle, stille Höfe, erlebte die Sonnenfinsternis, fühlte erstmals wie kalt Marmor im Sommer bleiben kann und lauschte den Gesängen in der prunkvollen Stiftskirche, die von Gold nur so strotzt. Im Studium traf ich dann wieder auf die Stiftskirche, mit der ich mich intensiv beschäftigte (ich mache gerne einen kleinen Rundgang,...) und besichtigte Neu- und Zubauten rund um den Stiftskomplex. Jakob Prandtauer, der für den Bau der Benediktiner zuständig war, legte auch einen eigenen Kaisertrakt (siehe Kaiserstiege in Göttweig) an. Eine riesengroße, allumfassende Bibliothek mit Zwischenstock und Freskierung des Kaiserlichen Haus- und Hofkünstlers Bergl (auch im Sommerrefektorium und in Schönbrunn tätig) diente zur Wissenssammlung und als Ort des Durchschreitens und Nachdenkens. Ach, und mit einem Tafelbild von Lucas Cranach d. J. wird der rote Salon eingeläutet. Imperial!

Beim Rundgang durch die prächtigen, hohen Räume, durch die Gänge, die tagsüber und außerhalb der Ferien mit Schülern gefüllt sind, fühle ich mich stets wohl aufgenommen und aufgehoben. Fast wie Zuhause.


Melk Stift Melk

Eine schöne Neuerung in der Nordbastei hebe ich als Kunstvermittlerin, die gerne mit Schulprojekten kooperiert hervor: Hier werden Ausstellungen von Schülern und Schülerinnen des Stiftsgymnasiums, den Museumsmachern, gestaltet. Momentan ist "Das Farbstift" zu sehen. Außerdem blickst du von der Aussichtsterrasse der Nordbastei direkt über die Stadt Melk, in den Stiftsgarten und noch viel weiter übers Land. 

Es lohnt sich die beiden Stifte mit der UNESCO Kulturlandschaft Wachau dazwischen zu besuchen. Gerne am Rad und in Kombination mit dem Schiff. Oder auch über den niederösterreichischen Jakobsweg zu Fuß. Ja, es lohnt sich! 

27.05.2017

Oh, Wagram, dort ist wirklich Natur zuhause

#naturgemäsz

Am Wagram treffen sich Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Natur. Im Lösshof, der Wein- und Genusswerkstatt in Großriedenthal, ist Christoph Mehofer ein Zusammenschluss von klimabewusstem Leben und Arbeiten gelungen. 

Andi Santner und Eva Mehofer betreiben das Wirtshaus im Lösshof, eine Institution, die noch vor zwei Jahren als Gasthaus Andre - Zum Schwarzen Adler bekannt war. Gitti, die Wirtin hat sich nach einigen Jahrzehnten hinterm Herd und in der Gaststube, zur Ruhe gesetzt. Aber still ist sie nicht geworden. Die begnadete Dichterin und Naturliebhaberin begleitet nach wie vor Gäste - einheimisch wie auswärtig - in Großriedenthals Auwälder und Elefantengraswiesen. Gemeinsam mit Angelika (wiederunterwegs) und Pamela (Lust auf Krems) steht im Wirtshaus erst genial-genüssliche Wirtshausküche am Plan. Zwischen Fritatten- und Leberknödelsuppe und Mohntorte (aus Waldviertler Mohn) wird Donaurind herrlich rosa gebraten, serviert. In der Wirtshausstube ist es gemütlich, die nächste Feier lässt nicht lange auf sich warten und die Biere der Culturbrauer sind bereits eingekühlt. Im ersten Geschoss haben die Betreiber einen ca. 100 Jahre alten Saal in Stand gesetzt, der zu mieten ist und in dem alle Wünsche von Brautpaaren erfüllt werden. Die nächste Vintage-Hochzeit kommt bestimmt. 


#naturgemäsz reisen
Meine Lieblingssuppe ist die Fritattenrindssuppe. Dazu gibt's Bier von Loncium und Grüner Veltliner Klassik vom Weingut Mehofer. © diekremserin on the go

Yum. Mohntorte aus Andis Küche... © Andreas Wartak

Der Losshof besteht aus dem Wirtshausgebäude, einem ehemaligen Wirtschaftshof und Wohnbauten, die auch Gästezimmer beinhalten. © Andreas Wartak 

Aus dem Garten... © Andreas Wartak 

Nach einem Menü, einem kurzen Gespräch mit dem Koch, der Sonntag mittags zwischen Schnitzel, Rehbraten und frühsommerlichem Salat hantiert, packt uns kurzerhand die ehemalige Wirtin Gitti André ins Auto und zeigt uns ihre Lieblingsplatzerl, die alle auch zu erwandern sind. In der angrenzenden Ortschaft Neudegg treffen wir auf Karl Mehofer, der sich seit Jahrzehnten mit der Bewahrung von landwirtschaftlichen Gerätschaften beschäftigt und sein eigenes Museum eröffnet hat. Im Rahmen des Museumsfrühlings Niederösterreich zeigt er uns nicht nur die Baumpresse aus dem 18. Jahrhundert, sondern auch die angesammelten Utensilien vom Fernsehapparat bis hin zur Zither.

Ausblick über Großriedenthal. Das Donaufestival ist auch noch dabei... © Andreas Wartak

Karl und Judith Mehofer erzählen Familien- und Dorfgeschichten © Andreas Wartak 

Der Neudeggerhof, wo sich das Weingut Mehofer befindet, geht urkundlich bis ins 17. Jahrhundert zurück und vermittelt einen ganz wunderbaren Flair um zu verweilen. © Andreas Wartak 
Daraufhin stellt sich das Weingut vor: Stephan Mehofer, der Winzer aus Berufung und Martin Mehofer, der Schnapsbrenner aus Leidenschaft, lassen uns ihre Köstlichkeiten aus Keller und Destillerie kosten. Neben Grünem und Rotem Veltliner spricht mich vor allem die Cuvée Lösspiration aus Bronner, Johanniter und Muscaris an. Vor allem weil wir am ca. 3,5 km langen Weinweg alle Weingärten durchschreiten und die verschiedenen Lagen während des Gehens kennenlernen. Terroir, Untergrund, Sonneneinstrahlung, Witterung und die Umwelt des jeweiligen Weingartens haben schon vor der sog. Vinifizierung Einfluss auf den speziellen Geschmack. Das Aushängeschild des Wagrams ist nicht nur der Lössboden, der locker ist und als Wasserspeicher bis in tiefste Tiefen dient, sondern auch die Lage Wadenthal, die wie eine Arena angelegt sich gen Sonne Strecke.

Stephan Mehofer, der das Weingut engagiert leitet. © Andreas Wartak 

Martin Mehofer begleitet uns in die Weingärten, die gerade vor der Blüte stehen, die im Juni von statten geht. © diekremserin on the go

Direkt am Weinweg. Gut beschildert geht's voran... © Andreas Wartak 
Der kleine Spaziergang lässt uns wieder im Weingut ankommen, wo wir die kurze Reise nach Großriedenthal in die Zimmer im Lösshof antreten, wo wir auf Christoph Mehofer und seine Frau Elisabeth und die Mädels Nora, Emma und die kleinste Marlene treffen. Mit seinem Konzept des Lösshofs als Wohn- und Arbeitsstätte, in der gekocht, geschlafen, gewerkt und gelebt wird, hat er den Österreichischen Klimaschutzpreis gewonnen. Sofort - als Einheimische bin ich besonders kritisch - fühle ich mich wohl in meinem Zimmer. Praktisch und sehr geschmackvoll eingerichtet, habe ich alles was ich brauche und zusätzlich vollständige Ruhe. Das Frühstück am folgenden Morgen stillt nicht nur meinen knurrenden Magen, sondern ist liebevoll angerichtet mit besten Zutaten... 

Hier in und um den Lösshof lässt sich's Urlaub machen. Mit Rad, Kind und Wanderschuhen... 

Die Einladung erfolgte von Familie Mehofer, dem Weingut Mehofer Neudeggerhof und Lösshof im Rahmen des Österreichischen Klimaschutzpreises. 

#naturgemäsz reisen am Wagram
Mehr Fotos von der #naturgemäsz Reise findest du hier auf Flickr

24.05.2017

#Museumsfrühling 2017: Einblick, Ausblick, Rückblick



Schon in meinen Vorbereitungen zum Museumsfrühling 2017 habe ich bemerkt, dass es unmöglich ist alle Museen, nämlich 100 an der Zahl, an nur einem Wochenende zu besuchen. Allerdings habe ich neben den bereits Angekündigten noch ein paar im Kremser Raum besucht.

Römermuseum Mautern

Alea iacta est. Die Würfel sind gefallen. So heißt das römische Sprichwort, das ich zuerst in Asterix & Obelix Comics lesen musste, um später zu erkennen, dass es doch nicht aus der Feder der Cartoonisten kommt... Das Römermuseum, direkt im ehemaligen Favianis direkt an der Donau, besteht aus alten Gemäuern und einem Entdeckungsweg rund um das Lager.

Im Museum selbst fokussiert man sich auf Spiele. Bereits beim römischen Literaten Ovid ist belegt, dass Spiele omnipräsent waren. Jünglinge, die mit Nüssen (Walnüsse, denn die haben eine so schön natürlich ovale Form) ihre Geschicklichkeit und Geduld überprüften. Oder junge Mädchen, die mit Knöchelchen spielten. Ein beliebtes Instrument hierzu war der 12-seitige Würfel oder gar Spielfiguren aus Glas.

Spannend, was du dort alles entdecken kannst. Der Raum ist klein, aber sehr, sehr fein! Nimm am besten Freunde und Freundinnen mit um die Spiele direkt vor Ort auch ausprobieren zu können.


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Schloss Traismauer

Ein Archiv einer Stadt gibt viel her. Da gibt es einiges zu entdecken und zu sehen. Vor allem der Innenhof des Schlosses hat mich begeistert, mit all seinen gemeißelten Steinen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich obwohl ich seit langem in der Gegend lebe und arbeite mich noch nie nach Traismauer vorgewagt habe. Schade. Zum Glück serviert mir das Museumsfrühlingswochenende die Stadt am Silbertablett. Angeblich verweilte hier laut Nibelungensage die königliche Kriemhild...



White Cube in Krems 

Forum Frohner, das als Ort des Austauschs und der Begegnung errichtet und in den mittelalterlichen Komplex des Minoritenklosters eingegliedert wurde, zeigt bis Oktober die Schau „Hommage an Werner Hofmann. Biennale Des Jeunes De Paris“ … wer nicht viel mit Werner Hofmann anfangen kann, verüble ich ein gewisses Unverständnis nicht. Aber sehenswert ist die Schau aus kunsthistorischer Sicht auf jeden Fall: was macht einer der wichtigsten Kuratoren der Moderne anders? Wie gehen Künstler mit der Gegenwart der 1960er Jahre um? Wie wird diese Spurensuche von zwei Kuratorinnen und Kunsthistorikerinnen in die heutige Zeit übersetzt? Erst wirkt die Schau nüchtern und dokumentarisch, dennoch erzählt sie so viele Geschichten vom großen Werner Hofmann, von seiner Belesenheit, seinem Kunstgeschmack und nicht zu letzt von seinen treffenden Aussagen:

„Kunst ist - wie Kitsch - Verhandlungssache.“


Mehr davon, nächstes Jahr!

10.05.2017

Naschen und Staunen: #SlowFood bei Retter in Pöllau



Zum sechsten Mal die Produzenten hochleben lassen. Am Slow-Food-Bio-Fest im Hotel Retter, das als Seminardestination schon sehr bekannt ist, lerne ich also gemeinsam mit Kollegin Creativelena kennen, was Uli Retter und ihrem Team am Herzen liegt: Bewusster Geschmack, umweltfreundliche Lösungen und biologisch-produzierenten Lieferanten. Gemeinsam finden wir also heraus, wieso gerade das Hotel Retter mit dem #umweltzeichen so vertraut ist...

Für eineinhalb Tage nach Pöllau in der Steiermark zu reisen, zahlt sich aus. Das große, vorwiegend aus Holz gebaute Vier Sterne Hotel ist in Hanglage auf mehreren Ebenen gebaut. Schon beim Ankommen im Foyer - wo es herrlich nach ätherischen Ölen und nach Hirschbirnsaft riecht, der als Aperitif angeboten wird - erklärt Sonja an der Rezeption an welchen Liftfarben (es gibt fünf Aufzüge, die an Farben erkennbar sind) und Nummern wir uns orientieren sollen. Überforderung! Doch letztendlich wird alles gleich sehr überschaubar. Für unseren Aufenthalt im Hotel Retter zum 6. Slow Food Bio Fest an dem diesmal knapp 750 Menschen erwartet werden (Hotelgäste wie auswärtige Einheimische), quartieren wir uns ganz am Ostende des Hotels ins Turmzimmer ein. Großzügig und geschmackvoll gestaltet, bietet das Zimmer Rückzug. Die Badewanne mitten im Raum, die sich als Licht- und Musikspektakel entpuppt, und der Balkon zum Garten der Sinne hin, sind meine Lieblingsplätze. Aufgeweckt werde ich von der Sonne direkt, die zu dieser Jahreszeit frühmorgens durch die flächigen Fenster blitzt.

Die Retter-Gummiente hilft beim Baden © diekremserin on the go
Die Retter-Gummiente hilft beim Baden © diekremserin on the go

Abseits des großen Festes, das wie ein Markt des Genusses im ganzen Hotel verteilt aufgebaut ist, spricht mich vor allem der Freundinnen-Urlaub an. Einerseits steht Entspannung auf dem Programm. Im großzügigen Spabereich mit Außenpool, Whirlpool, verschiedenen Saunen und einem Dampfbad, lässt es sich wunderbar relaxen. Neben viel Lesevergnügen werden Sonnentor-Tees und andere Köstlichkeiten zum Runterkommen zur Verfügung gestellt. Die Gesichtsmassage bei Doris ist ein Traum - ich befinde mich im sogenannten Halbschlaf.

Kräuterwanderung mit Stefan Käfer © diekremserin on the go

Die Chefs sind mitten drin! 

In der Vorbereitung zum Slow Food Bio Fest entsteht keinerlei Hektik. Die Programme - von der Kräuterwanderung mit Stefan am Rauschenbachweg über Gymnastikeinheiten mit Doris oder Morgenyoga mit Christa - finden alle statt. Nach und nach bemerke ich als Hausgast, dass hier ein Stehtisch aufgestellt wird und dort ein Aussteller eintrudelt. Ulrike Retter ist ganz in ihrem Element, als sich ca. 50 Gäste am Vorabend des Festes im Weinkeller einfinden. 



Ganz in ihrem Element: Das Beschreiben der Weine führt bis hin zur korrekten Hühner- und Schweinehaltung und der Definition von Bio für ihr Haus © diekremserin on the go

Die Gäste stehen ganz im Zentrum, für die Chefin und für alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das bemerke ich auch im Umgang mit anderen Hotelgästen. Hier herrscht automatisch ein reger Austausch, man kommt leicht ins Gespräch und winkt sich nach einer erfolgreich absolvierten Wanderung auch noch einen Tag später zu. Es fühlt sich alles sehr vertraut an.




Am Pöllauberg kommt die Sonne so richtig durch und nach einer angenehmen, kurzen Laufrunde (die super steil bergauf geht) erreiche ich endlich die Spitze und es geht nur mehr bergab... © diekremserin on the go

Produzenten hautnah! 

Beim Slow Food Bio Fest finden sich also die Produzenten ein, denen Ulrike Retter vertraut, die sie besucht, die sie persönlich mag und kennt, deren Produkte ihren Anforderungen entsprechen. Ich bin schwer begeistert, dass so viele Bio-Winzer aus ganz Österreich anwesend sind, zum Beispiel Herbert Zillinger aus dem Weinviertel oder das Weingut Iby aus Horitschon. 

Aber auch Gerti, die fast täglich Brot für die Hotelgäste bäckt, ist mit ihrem mobilen Ofen vor Ort und präsentiert ihre neuesten Kreationen: Brennnesselweckerl! Ich liebe Brennnesseln! 

Gerti am Erklären: Brot backen ist keine Leichtigkeit! Da gehört viel Muße und Lernfähigkeit dazu... © diekremserin on the go 
Die Jungs in der Küche leisten Großes und verköstigen die Hungrigen unglaublich entspannt. Kein Anstellen, kein Warten. Alles unter Kontrolle © diekremserin on the go



Verkostung der Äpfel: Eher süß oder eher sauer? © diekremserin on the go
Ein Gast ist Käse-Sommelière und weicht dem Käselieferanten Krogger nicht von der Seite. Denn hier kann sie noch ganz viel lernen und tischt Elena und mir die perfekten Häppchen auf. © diekremserin on the go

Das Gebäck zum Gulasch von glücklichen Kühen vom Biohof Grombauer. © diekremserin on the go 


Nicht zum Nachtisch, aber einfach mittendrin koste ich auch noch ein Stück selbstgebackenes Brot mit Steirererdn von Liebe isst. © diekremserin on the go

Infos zu allen weiteren Lieferanten und Produzenten gibt es hier. Biologische Produkte stehen eindeutig im Vordergrund und Ulrike Retter kommt ihrem Ideal nahe, dass Bio nicht mehr hinterfragt wird. Hier steht Qualität im Fokus!

Auch beim Kunsthandwerk, das beim Fest nicht fehlen darf, gesellt sich altes Handwerk, wie Spinnen oder Klöppeln unter die Gäste.





Auf ein Wiedersehen in Pöllau! 

Dieser Betrag entstand auf Einladung des Umweltzeichen. 

09.05.2017

#museumsfruehling2017: Wenn Nonsense zum Usus wird

"Hier wird lauthals gelacht."

Susanne, die Leiterin des Nonseum, das in Herrnbaumgarten, dem verruckten Dorf sein Zuhause hat, kann sich nur zwischen einer schnellen Pausenzigarette und der nächsten Eintrittskarte mit mir unterhalten. Es ist beginnender Hochbetrieb im nördlichen Weinviertel. Deutsch, Englisch und Tschechisch sind hier die Labels für die Einzelstücke angeschrieben. Gekommen war ich grundsätzlich um das Erste österreichische Küchen- und Greisslereimuseum zu besuchen. In einem süßen Hof am vermeintlichen Ende der Welt, tun sich neue Welten auf. Verrückt!



Lachyoga. Es wird lauthals gelacht. Draußen, drinnen. Es tummeln sich Kinder und Erwachsene jeden Alters gleichermaßen und verweilen auch ganz gemütlich draußen in der Buschenschank. Mein Lieblingsstück ist der Adventskalender mit Ostermotiven. Wieso? Keine Ahnung. Aus dem Schmunzeln wurde bei mir auf jeden Fall mehr. Finde doch an deinem Besuch beim Museumsfrühling am 20. oder 21. Mai das Ausstellungsstück... 

Museumsfrühling 2017
Einzelsocken-Sammelbox. Auch beim mir Vertschüssen sich Socken ständig... © diekremserin on the go
Am Wochenende des Museumsfrühlings bemühen sich auch die Kenner der Lachmuskeln und haben großes Programm zusammengestellt. Um eventuell das ganze Wochenende im nördlichen Weinviertel zu verbringen, bietet sich eine Unterkunft hier im Weingut Bohrn, inklusive Radtouren oder Traktorausfahrten, an oder noch mehr ein Besuch bei Buchinger's Gasthof zur Alten Schule in Riedenthal ob Wolkersdorf.

Das zweite Museum ist zweigeteilt, in eine alte Greisslerei mit charmanten, freiwilligen Pensionistinnen, die gerne erzählen wofür das ein oder andere Ausstellungsstück früher gebraucht wurde. Und die ultimativen OMO-Töpfe sind im Küchen- und Geschirrwirrwarr auf der anderen Seite des Hofs untergekommen. Am meisten fasziniert hat mich der Praktika. Ein Topf für alle Gerichte: Keine Überwachung.

Museumsfrühling 2017
Hier ist er, der Wundertopf. Gestapelt. © diekremserin on the go


Museumsfrühling 2017
Schau auf die Brotmaschine! © diekremserin on the go
Vom Nonseum mit genügend Nonsense versorgt, bin ich inmitten von Geschirr überfordert. Die Kredenz finde ich herrlich, kann mich kaum losreißen. Eine junge Familie mit zwei Söhnen betritt die Ansammlung von Topf und Deckel, Ausstecher und Lilienporzellan. Die Jungs sind mäßig begeistert, können aber nicht glauben, dass so eine Küche jemals hat aussehen können.

Währenddessen sitzen Maria und ihre Kollegin draußen und plaudern über das herannahende Gewitter. Das mich voll erwischt. Susanne hat hoffentlich Zeit für eine weitere Pausenzigarette und die Lachyoga-Gruppe vom Garten in den Stadel gewechselt.

Museumsfrühling 2017
Neben der wunderbaren Betreuung bin ich immer noch vom Hof angetan, von den herrlich-frischen Freiwilligen und ihrer Begeisterung für die Museen. Ein absolutes Highlight © diekremserin on the go

PS: Ich besuchte das Nonseum am Weltlachtag, was für ein Zufall! Das ist übrigens der 7.5. 
PPS: Ein längerer Aufenthalt lohnt sich!



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