wanderlust = n, [won-der-luhst], a strong innate desire to rove or travel about
Oh Wagram!
Portlandia: Bier, Bikes und...
TOP Wein und Garten Tour: Garten Tulln und Winzer Krems er-radelt

Zusammen Reisen

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Die Travel Bucket List 2017 - wohin gehe ich, wohin fliege ich, wohin fahre ich und was sehe ich mir an...

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Essen bedeutet Umsorgen, frei nach Olafur Eliasson. Wo gehen wir in Wien und Umgebung zum Speisen?

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06.08.2017

TOP Glitzerwochenende aufs stille Land


Hier bliebt kein Stein auf dem anderen... 

Maissau am Manhartsberg, an der Grenze zweier niederösterreichischer Viertel (dem Wein- und Waldviertel) war für mich lange Zeit ein weißer Fleck auf der Landkarte. Aber mit dem Fund des Amethyst und danach dem Aufbau der grandiosen Amethystwelt, die zu den Top Ausflugszielen Niederösterreich gehört, ist der Ort (mit einer MEGA Konditorei) nicht mehr von der Ausflugszielkarte wegzudenken. 

Den Besuch in der Amethystwelt Maissau kannst du ganz einfach in einen Wochenendtrip verwandeln. In nur wenigen Autominuten entfernt liegt der Heldenberg, wo Geschichte und Natur ineinanderfließen. Mein gemütlicher Reisevorschlag sieht folgendes vor:

Wochenendtrip Maissau und Heldenberg
Reiserouten-Vorschlag für das südliche Waldviertel. © diekremserin on the go

Tag 1 Für Diamantenschleifer und Lebkuchenliebhaberinnen


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Einblick in die Ausstellung © Tauralbus, flickr.com

  • Anreise mit Unterkunft in Gars am Kamp, der Bauernmarkt am Samstag dort ist wirklich ein Traum.
  • Besuch von Stift Altenburg und die wunderschönen Gärten Vielleicht mach Sophie sogar eine Führung durch die barocke Pracht. Mittagessen kannst du dort im Restaurant, basic, aber gut. Für diesen Vorschlag gibt's sogar ein wunderbar geschnürtes Paket
  • Weiterfahrt in die Amethystwelt Maissau. Unbedingt vorher checken ob eine Familienführung, Schatzgraben oder eine Sonderveranstaltung stattfindet. Besonders schön ist die Diamantennacht, die heuer am 7. Juli begeistert hat. Die Sonderausstellung Fancy Diamonds bietet sich an, den Beruf des Diamantenschleifers doch noch in Erwägung zu ziehen (Seitenhieb auf meinen Papa, dessen Traumberuf dies wohl immer bleiben wird...). Tipp: unbedingt am Traumplatz verweilen und die Stille genießen. 
  • Ein Highlight am Abend ist der Ausblick der weinbeisserei ins Kamptal. Vom Plateau zwischen Weingärten und Sitzplätzen auf der Terrasse ist an klaren Tagen traumhaftes Fernsehen möglich. Neben dem Essen. Und Trinken. Matthias Hager tischt wahnsinnig intensive Qualität auf. Naturmaterialien, Regionalität, Bio-Produkte, Naturwein. Herz, erfreu dich dran! 

Nach dem gelungenen Tag ins Bettchen. Denn du wirst merken, hier kommst du runter. Kein Mucks. Hier sagen sich Hase und Fuchs Gute Nacht, und sie flüstern. 

Tag 2 Parkspaziergänger und Weinverkosterinnen

  • Nach dem Frühstück in Gars am Kamp Abfahrt zum Heldenberg
Du fragst dich vielleicht: Was gibt's dort eigentlich zu sehen?
  • Ich habe einen meiner ersten Volksschulausflüge dorthin in Erinnerung. Am Heldenberg, der seinen Namen natürlich nicht umsonst trägt ist die letzte Ruhestätte zweier k.u.k. Kriegsherren, die dort ein Denkmal erhalten haben. Herr Radetzky ist landesweit für den Marsch bekannt. Herrn Wimpffen musste ich erstmal googeln. Maximilian von hat ein durchaus langes Leben hinter sich und stirbt 1854 in Wien, wird aber in Niederösterreich begraben. Wo ihm wenig später der zweite im Bunde folgt. Die Grabstätte ist wirklich sehenswert, weil gut instand gehalten und sehr spannend welchen Stellenwert ein Feldmarschall in der Österreich-ungarischen Monarchie hatte. Die Verherrlichung von erfolgreichen Kämpfern und Strategen wird hier par excellence auch mit den Büsten im Park betrieben. Dennoch: Geschichte findet statt und ist begehbar. 2005 fand am Heldenberg die Niederösterreichische Landesausstellung statt, die sich auf jene Zeitreise begeben hat.  Fragen, wie diese wurden gestellt: Wer ist eigentlich ein Held und was tun Helden heute so? Wie hat sich das Bild des Helden und der Heldin verändert? Gab es früher schon Heldinnen? Ich denke sofort an Jeanne d'Arc von Orléans und gleichzeitig frage ich mich, wieso das Heldentum noch immer intuitiv mit Krieg in Verbindung steht... Antworten, jemand, bitte? 
  • Pferde, Pferde, Pferde. Und zwar die royal-eleganten Schimmel des Lippizaner-Geschlechts. Die sind dort zum Training und Muskelaufbau untergebracht. Besucherinnen und Besucher sind herzlich willkommen zuzusehen wie die weißen Pferde dressiert werden. In der Sommerfrische sind sie dort anzutreffen um sich auch auszurasten und vielleicht für die eine oder andere Streicheleinheit? 
Reithalle der Spanischen Hofreitschule © derheldenberg.at
Reithalle der Spanischen Hofreitschule © derheldenberg.at
  • Nach einem Spaziergang im Englischen Garten, der sehr liebevoll bis 2005 von der Verwahrlosung gerettet wurde und zum Lustwandeln einlädt, kann der angebrochene Tag mit einer Weinverkostung im Kamptal abgeschlossen werden. Eventuell auch mit einem Besuch im Gasthaus Haag in Haitzendorf

Und zu guter Letzt. Glitzer:





26.07.2017

TOP Wanderziele in Niederösterreich: Naturpark Hohe Wand

Ich habe mich für den Naturpark Hohe Wand entschieden. Es waren mehrere Wanderausflugsziele der TOP Ausflugsziele Niederösterreichs zur Auswahl. Zur Gemeindealpe geht's gemeinsam mit Angelika von wiederunterwegs.com und Gudrun, der Reisebloggerin.

Ein Beitrag geteilt von Didi 👑 (@didis_photography) am


Ist es zu glauben, dass ich es noch nicht persönlich hingeschafft habe, trotz diesem Argument: 40 Minuten von der Stadtgrenze Wiens entfernt liegt das Hochplateau des Naturparks Hohe Wand. Ich wohne quasi in Gehnähe. Ich kann mit öffentlichen Verkehrsmittel direkt aus Wien anreisen. Unglaublich.

Fünf Dinge, die ich machen werde, sobald ich die Hohe Wand erklimme:


1. Lamas und Alpakas. 

Sie sind dort. Du kannst sie angreifen. Sie können dich anspucken. Herz, was willst du mehr? Außerdem lernst du bei einer Exklusivführung jeden ersten Sonntag im Monat die handzahmen Tiere kennen...

Ein Beitrag geteilt von Betty (@mrsbatman91) am


2. Rundwanderwege.

Unmengen an Wanderwegen bietet das Hochplateau der Hohen Wand. Zum Beispiel hier zu sehen. Ums ernst zu nehmen: drei an der Zahl. Zwei davon sind 10km und einer 8km lang. Vorbei kommst du an Labstationen, an herrlichen Ausblicken ins Land hinein, an waldigen Abschnitten und Wiesen. Ein paar Klettersteige fordern die Mutigen unter euch... ;)

3. Ausblicke.




Bank hohe Wand
© Martin von flickr.com



hohe wand
© tyrosin von flickr.com 


Dazu brauche ich doch eher nichts sagen,... genug gesehen, oder?

4. Speisen wie Kaiser.

In der Turmsteighütte der Familie Müllner, die immer Samstag, Sonn- und Feiertage geöffnet ist. Also genau richtig. Dort hätte ich gerne Grammelknödel oder ein gutes Gulasch. Eventuell einen Kaiserschmarren? Erinnerst dich an meine Wanderung in den Ötschergräben letztes Jahr?

5. Wachse über dich hinaus.

Egal ob als Paraglider oder Fallschirmspringer, ob auf der Aussichtsplattform oder in der Wand. Versuch etwas neues, auf der Hohen Wand ist es möglich. Und zwar für die ganze Familie.

Hohe Wand
© Andrij Bulba





Es folgt: ein Nachbericht zum Besuch am 6. August. Und ob meine fünf Wünsche in Erfüllung gehen...

21.07.2017

Portlandia: More to come in Oregon

Über die Bier, Bike und Bart-fanatischen Portlanders habe ich bereits berichtet, meine Begeisterung ist nach wie vor groß. Wenn du allerdings 'the real deal' in Oregon kennenlernen willst, fahre in folgende Regionen aus:

  • Columbia Gorge
  • Oregon Pacific Coast
  • Oregon Wine Country
Wieso real deal, denkst du dir vielleicht, wo ich doch schon so geschwärmt habe und Portland für sich ein Traum für uns Radfahrende, zu Fuß gehende EuropäerInnen ist. Weil du dort Mikroklima und Naturschauspiele vereint siehst, die ich zwar vereinzelt in Regionen Toskana, Südfrankreich oder in der Wachau kenne. Dort ist alles auf einem Fleck. Amerika, wie du liebst zu übertreiben. 

Wenn sich Toskana, Südfrankreich und die Wachau vereinen, bist du in Oregon angekommen. 

Fast tropisch muten die Wälder an, gleichzeitig erinnern mich die bewaldeten Hügel der Weinregion dann doch ans niederösterreichische Waldviertel. Einzig die Spitze des Vulkanbergs Mt. Helen irritiert. Noch mit Schnee bedeckt ist sie an klaren Tagen von der Stadt aus zu sehen und beeindruckt. Aber die drei genannten Regionen durfte ich in der kurzen Zeit selbst besuchen und mit einigen fantastischen Menschen sprechen, die Oregon als ihre (Wahl-)Heimat bezeichnen. 

Wasserfall-Overload

Multnomah Falls. Dort musst du hin, wenn du in Portland bist und die Gegend erkundest. Aber nur mit all den anderen Touristen. Die tummeln sich dort auf der Straße - jeder mit dem eigenen Gefährt - und auf der Brücke, um einen Blick auf die Kaskade zu erhalten, die sich 189 Meter in die Tiefe stürzt. 

Sei nicht so negativ, denk ich mir selbst und höre auf der Fahrt mit - halte dich fest - öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Ausgangspunkt des ca. acht Kilometer langen Spaziergangs durch Wälder und viele, viele weitere Wasserfälle, Matt zu, der seit einem Jahrzehnt in Portland lebt. Matt ist Volunteer, der freiwillig und ohne auch nur Trinkgeld anzunehmen Touren organisiert, die mit Öffis zu bewältigen sind. Mit nur 10 $ in der Tasche komme ich hin und retour, bin ganztägig unterwegs und habe meine Verpflegung selbst im Rucksack mit. Wasser nicht vergessen, denn auch im Wald kann es hitzig werden. Matt also erzählt, dass das nahe Ziel für die Bewohner Portlands zum wichtigen Erholungsort wurde, denn in nur 40 Minuten sind sie raus aus der Stadt und drin im Grünen. Dass sich die meisten aber mit dem Anblick des Doppelwasserfalls begnügen beruhigt mich. Recht viel weiter trauen sich die meisten dann nicht, schon gar nicht einen ganzen Tag lang. Somit weiß ich schon nach dem ersten Anstieg über die Wasserfälle hinaus, dass uns wohl keine Touristen mehr entgegen kommen werden. 

Portland, the hippest place in Oregon
Ausblick vom Weg auf den Fluß und Bundesstaat Washington © diekremserin on the go


Anfahrt mit dem MAX Light Rail (Red) in Portland Richtung Flughafen, Ausstieg Gateway Transit Center, Columbia Gorge Express direkt zu Multnomah Falls

An die Küste!

Von der Portland Greyhound Station direkt am Bahnhof fährt der gemütliche, mit WLan ausgestattete Bus Richtung Cannon Beach (oder andere Küstenorte). Portland verlasse ich bei strahlend blauem Himmel, weiß aber, dass der Pazifik sein eigenes Wetter macht. Meine erste Erfahrung mit diesem Ozean! Ich bin aufgeregt und sprühe vor Energie für diesen besonderen Ort. Ich möchte das kleine Örtchen erkunden, das sie als Touristenfalle herausstellt, möchte die Hügel rundherum unsicher machen und ganz einfach am Strand sitzen und aufs Meer blicken. Es reicht für mich den Wellen zu zu sehen (auch in Griechenland gut möglich...)

Portland, the hippest place in Oregon
Panorama über Cannon Beach © diekremserin on the go

Ankunft Cannon Beach: eher triste Aussichten. Nieselregen. Ich bin ausgestattet mit Wanderhose und Regenjacke und entscheide mich für einen ersten Strandspaziergang zum Haystack Rock, der aufgrund der noch zurückgehenden Flut im Wasser liegt. Hat was dieses Wetter. Vor allem der Strand in seiner Endlosigkeit verblüfft mich. Ich wate durchs Wasser, das mich nicht zum Reingehen anspricht, aber vielleicht wird's noch. In die entgegengesetzte Richtung entdecke ich ein gestrandetes Segelboot, einige Krebse, die ans Ufer gespült wurden und ein paar Schilder, die den Oregon Pacific Trail anzeigen. 

Portland, the hippest place in Oregon
Hier geht's lang! © diekremserin on the go

Mit meinen on-Trailschuhen (nicht wasserdicht, aber eh Wurscht) wieder zurück an den sandigen Füßen, gehe ich vorbei an Ferienhäusern und Wohnungen, biege das ein oder andere Mal falsch ab in eine Sackgasse, die auch für Fußgänger und Wanderer nicht in einen Weg umgewandelt wird, und befinde mich plötzlich im Dickicht eines Regenwaldes. Ecola State Park nennt sich das Wäldchen, das mich zum einsamen Crescent Beach führt. Dort ist das Leben trotz Regen in Ordnung. Ein Wasserfall sucht sich seinen Weg über die Felsenwand zum Strand ins Meer. Die einzigen Besucher sind am anderen Ende des Strandes und ich sitze auf Schwemmholz und blicke hinaus, in die Ferne (soweit der Nebel dies zulässt). Nach der zwei-stündigen Wanderung und dem vielen Meer bin ich hungrig und entscheide mich für die Public Brewery, Root Beer (nicht meins) und Fish Tacos, die hervorragend mit frischgefangenem Fisch belegt sind. 

Portland, the hippest place in Oregon
Yum. Fish Tacos. © diekremserin on the go



Für die ca. 50-minütige Fahrt mit dem Bus zahlst du 17 $ und wirst direkt im Ortszentrum abgesetzt. Der Ecola State Park ist gratis.

Yes, please, Pinot Noir! 

Einen Tag vor Konferenzbeginn (der eigentliche Grund wieso ich einen 10-Tagestrip nach Oregon gewagt habe) starte ich soft mit einer Gruppe in den Wine Country Oregon. Drei Estates stehen auf unserer To Do-Liste und wir werden von unserem Guide und Busfahrer Michael wunderbar betreut. Michael, finde ich heraus, ist Wahl-Oreganer, ursprünglich aus New Orleans, aber Weltenbürger. Denn drei Monate des Jahres verbringt er bei Freunden in Neuseeland. Schon habe ich ihn ins Herz geschlossen: 

"You know Lucie, it's most important to open your heart to open your mind."

Danke, Michael für das schöne Gespräch, das am dritten Estate und einige Weine später stattfand. Zu Beginn war ich aber eindeutig überwältigt von der Schönheit dieses US-Bundesstaats. Außerdem lief mir während der Führung durch das biodynamische Demeter-Weingut King Estate im Willamette Valley das Wasser im Mund zusammen. Nicht nur auf Wein, sondern vorwiegend auf das saisonal-regional zubereitete Essen im dazugehörigen Restaurant. 

Portland, the hippest place in Oregon
King Estate, ein Traum © diekremserin on the go

Portland, the hippest place in Oregon
Alles muss seine Ordnung haben. © diekremserin on the go
Neben der typischen Sorte Pinot Noir wird hier hervorragender Pinot Gris - Grauburgunder - gehegt und gepflegt und letztendlich gekeltert. Die Philosophie des Estates ist im Auftreten der Mitarbeiter und im Verständnis der Geschichte des Weinguts gegenüber spürbar. Dass vor nicht allzu langer Zeit, 1991, ein Unternehmer dieses Estate gegründet und vorangetrieben hat, ist unvorstellbar, aber dennoch löblich. Die Familie King ist spürbar, vor Ort und setzt sich mit den Produkten, die hier entstehen - im Garten, im Weingarten und im Restaurant - vollends auseinander. 

Portland, the hippest place in Oregon
Durch diese Rohre wird Wein von einem Ort zum anderen gepumpt. Begeisterung! © diekremserin on the go


Nachhaltigkeit und Regionalität seit Anbeginn einen hohen Stellenwert zu geben begeistert mich natürlich. Das ist High Class und ich würde fünf Sterne vergeben. 

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es hier nicht, aber Oregon Wine Shuttles, die dich von einem Estate zum nächsten bringen. Das ist sicher und unkompliziert.

Jetzt, aber los, nach Portland. There is more to come... 






03.07.2017

TOP Wein- und Garten Tour Volume Two

Letztes Mal habe ich mir die Kittenberger Erlebnisgärten und die Weinerlebniswelt Loisium angesehen, diesmal treibt es mich entlang der Donau in die Garten TULLN und zu dem wein.sinn in der Sandgrube 13.

Ein Keller voll Wein

Die Kellergeister der Winzer Krems begleiten Besucherinnen und Besucher mit ihren Geschichten durch den traditionellen Keller bis hin zur heutigen Produktionsstätte, in der tagtäglich Flaschen abgefüllt werden. Das Unternehmen der Winzer Krems ist eine Genossenschaft und hat sich die Vermittlung des Vorgangs der Traubenverarbeitung und Keltern des vergorenen Safts zum Vorsatz genommen. Mit vielen Details und schönen Erzählungen schaffen sie dies auch.


In acht Stationen bringt dir das Weinerlebnis mit viel Emotion näher, welche Weine hier gemacht werden und mit welcher Liebe gearbeitet wird. Besonders die Umsetzung auf sehr kreative und verständliche Art und Weise überzeugt mich. Wir schreiten über die Riedenkarte des Kremstals, schauen uns Landkarten an und lernen die Riedennamen kennen, auf denen die Weinstöcke stehen. Momentan ist Zeit des Traubenwachstums, damit viele kleine Perlen in Trauben zusammen hängen und im Herbst geerntet werden können.

NÖ Festivals & Kultur
Wir stehen auf Krems. © Elena Paschinger von creativelena.com
Die Kunst kommt nicht zu kurz, denn Georgia Kreimer hat mit ihrer Videoinstallation den Kellergang in ein spannendes Erlebnis zwischen Sozialraum und virtuellem Raum verwandelt. Wie begegnen wir einander? Was lassen die Hände schließen? Wie viel Nähe geben Finger und Hände vor?



Hoch hinaus im Garten der Gärten

Wenn du deinen richtigen Garten suchst oder einfach mal ausspannen möchtest, ist der Weg nach Tulln bestimmt der richtige. Von den Winzern Krems weg, donauabwärts den Radweg entlang, erreichst du Tulln in 42 km.

Die Garten TULLN wurde als große Gartenschau vor ca. einem Jahrzehnt angelegt und bereichert Niederösterreich - auch als TOP Ausflugsziel - seitdem. In der Mission der riesengroßen Gartenanlage stehen Umweltmanagement, Nachhaltigkeit und Ökologie im Vordergrund. Zusätzlich

Drei Kernkriterien bilden im Naturgarten die Grundlage:

  • Verzicht auf Pestizide („Gifte”)
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger („Kunstdünger”)
  • Verzicht auf Torf

Neben diesen sehr vorbildlichen Kriterien eine Gartenschau Instande zu halten, ist der Baumwipfelweg mein Favorit. Uber 700m Geländer kommst du über die Baumwipfel des Gartens hinaus und überblickst das ganze Areal.

Ja, dann wäre da auch noch die Kunst im Garten, von Nils Norman, Klaus Weber, Ines Doujak, Emese Benczúr und Dan Perjovschi.

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Kunst © eSeL.at

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Sehr net ist auch das Kanu fahren durch die Au in Tulln © Esel.at


Die nächste Veranstaltung, die ich sehr spannend finde ist die Kombination zwischen Musik, Garten und dem Vollmond. Mit Swing und dem richtigen Eckchen im Garten macht dies bestimmt viel, viel Spaß!

Das Fahrrad am besten stehen lassen und gemütlich mit dem Zug weiterreisen. Oder gar in Tulln übernachten...

20.06.2017

Portlandia: Bier und Bikes und...

16 Stunden. Warten, sitzen, fliegen, essen, trinken, warten. Vor allem mit Warten hat Reisen zu tun. Vor allem, wenn ich mich entscheide von Wien nach Portland in Oregon, ganz im Nordwesten der USA zu reisen. Angenehm ist dennoch die Condor-Verbindung Frankfurt/Main nach Portland. So kann 11 Stunden lang direkt gechillt werden (ich empfehle für den Flug auch noch die 8 Euro Premium Filmgebühr auszugeben).

Freiheitsgefühl... © diekremserin on the go

Hipster City, here I come

Untergebracht bin ich im HI Hostel im Nordwesten der Stadt. Dort werde ich sehr herzlich in Empfang genommen. Im Hostel werden neben kostenlosen Bagels zum Frühstück auch Bier, Cider und (Achtung!) Kombucha on Tap angeboten. Obwohl ich in einem Shared Room untergebracht bin, verspüre ich kaum Störungen - es gilt die 10pm Regel: keinen Lärm mehr nach 22 Uhr - und die Badezimmer sind herrlich geräumig. Direkt im Nordwesten der Stadt befindet sich auch der Washington Park, mit Rosengarten und Oregon Zoo, und der Anschluss nach Downtown ist fußläufig oder (Achtung!) mit dem Fahrrad erreichbar. Absolut heißer Tipp! Das Providence Park Stadium ist gleich um die Ecke. Da wird tatsächlich Fussball gespielt: die Portland Timbers spielen mit dem runden Leder. Die Tickets sind leider immer extrem schnell vergriffen. 

Portland bei Nacht. 
Zur Vor- und Nachbereitung auf die Portlander, auf die du treffen wirst, empfehle ich die Netflix-Serie Portlandia... hilarious! 

Biketown powered by Nike 

Biketown by Nike © diekremserin on the go
Biketown by Nike © diekremserin on the go

In Portland bzw. rund um Portland wurde vor einigen Jahrzehnten gemeinsam mit Michael Jordan der Nike-Air Shoe entwickelt. Neben dem Nike-Factory Store, in dem ich brav eingekauft habe, ist diese Verbindung des Konzerns mit der Stadt vor allem auch durch die orangefarbenen Fahrradständer spürbar. Für 12 $ pro Tag oder 2.50 $ pro 1/2 Stunde können hier die vielen Fahrradbahnen unsicher gemacht werden. Portland ist tatsächlich ein Traum für RadfahrerInnen: nicht nach dem Autostraßenverkehr sondern nach den Fußgängern und Radelnden richten sich hier die Regeln. Das bedeutet, dass für Gehsteige gesorgt wurde und das Fahrradverkehrsnetz umwerfend ist. Natürlich ist auch hier noch Verbesserungsbedarf: nicht über all sind die Wege befahrbar und nachdem die Autos auch hier immer "dicker" werden, fühle ich mich am Rad nicht ganz so wohl. Aber: Radfahren ist neben zu Fuß gehen eine schnellere, sehr viel angenehmere Option. 

The History of Air Jordan © diekremserin on the go
The History of Air Jordan, ausgestellt im Nike-Store Downtown © diekremserin on the go

Ach, und da war doch noch dieses Kunstwerk von Jeff Koons... © diekremserin on the go
Ach, und da war doch noch dieses Kunstwerk von Jeff Koons... © diekremserin on the go

Einblick in "Quest of Beauty" im PAM © diekremserin on the go
Einblick in "Quest of Beauty" im PAM © diekremserin on the go
Der Farmer's Market und der Saturday Market an der Waterfront des Willamette Rivers bringen mich zum Portland Art Museum, das im University District liegt. Die Kunstsammlungen, die dort präsentiert werden, sind sehr stark europäisch orientiert. Einen großen Pluspunkt gibt es für die Native American Art / First Nations, die sich bis in die zeitgenössische Kunst zieht. Allerdings beschäftige ich mich am meisten mit John B. Yeon, einem amerikanischen Architekten, der sich mit minimalistischer Architektur in und um Portland einen Namen machte. Allerdings werden nicht nur seine architektonischen Arbeiten dokumentarisch gezeigt, sondern auch seine Sammlung asiatischer Kunst. Eine andere Ausstellung, die sich mit der afro-amerikanischen Community befasst, behandelt das Thema Identität.

In 21st-century America, questions of race and identity are being explored as never before. This exploration has prompted many artists of color to investigate what constitutes identity, community, and the idea of a so-called post-racial society. Constructing Identity: Petrucci Family Foundation Collection of African-American Art brings together paintings, sculpture, prints, and drawings by prominent contemporary African-American artists along with a selection of historical works from the 1930s, 1940s, and Civil Rights era.
© diekremserin on the go
© diekremserin on the go
Gelungen ist für mich hier die Möglichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Ausstellung zuzugehen - ich habe mir die mit "Gender" und "Abstraction" markierten Arbeiten genauer angesehen. Denn die gesamte Ausstellung wurde vom Kurator gegliedert um mit einem fokussierten Blick auf einzelne Arbeiten heranzugehen. Die separate Aktion #TheArtIsOurs finde ich ebenso bemerkenswert. Einerseits erhalten Künstlerinnen und Künstler Platz sich mit dem Identitätsthema zu befassen, andererseits sind auch die Arbeiten von Schulkindern ausgestellt. Gemeinsam mit dem ersten mobilen Museum, das sich vor allem um Community Building und Outreach (Museum of Impact) kümmert, ist diese Aktion gestaltet worden. 


The Art is Ours - Einblick in die Präsentation © diekremserin on the go
The Art is Ours - Einblick in die Präsentation © diekremserin on the go

Beertown: Wo gibt's das beste Bier? 

Nach so viel Kunst und kulturellem Nachdenken bietet sich eines der vielen Biere an, das hier in Beertown gebraut wird. 

Auf jeden Fall reinschauen und reinschmecken lohnt sich bei folgenden Microbrauereien:


Allerdings bin ich eher die Cider-Konsumentin und leider auch nicht in den Nordosten der Stadt vorgedrungen, wo sich noch weitere ausgezeichnete Brauereien tummeln. 60 an der Zahl sollen es tatsächlich sein. Bevor es weiter geht mit Essen, Trinken, Sitzen, Warten, setze ich mich noch ein paar Mal in den Bus um einerseits zu den Multnomah Falls zu kommen und andererseits am Cannon Beach den Haystack Rock zu sehen und eventuell bei gutem Wetter den pazifischen Ozean (abermals) kennenzulernen. 

More to come...

Essen und Trinken bei Fat Head's... © Matthew Tharp

P.S.: ... Neben Bier und Bikes sind Bärte in Portland wohl sehr gern gesehen... 


15.06.2017

TOP Wein- und Gartentour Volume One

Vom Wein ins grüne Gartenparadies

Den optimalen Ausflug aus Wien z.B. plane ich am liebsten mit den TOP Ausflugszielen, wo ich versuche Unterkunft, Wein, Erlebnis und Natur miteinander zu verbinden. Dass hierbei kurze Fahrzeiten im Vordergrund stehen, ist klar. Sogar mit dem Rad könntest du die Tour Weinerlebniswelt Loisium in Langenlois und die Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern verbinden. 


Alles für die Familie in der Loisium Weinerlebniswelt: Von Familien wird die Kellerwelt geliebt. Mit einer Führung startet die Reise der Weinperle durch den Keller bis in die Flasche. Was da alles passiert! Am 24. und 25. Juni kannst du dieses Spektakel beim großen Sommer-Familienfest erleben.

Groß und Klein sind ganz begeistert von dem Erlebnis rund um den Wein... 

Alles für Pärchen: Von Pärchen ist das Package mit Übernachtung im Loisium Spa sicher ein Highlight - ich selbst habe den Wellnessbereich und den schieren Überfluss an Frühstücksangebot schon genossen. Die Weinverkostung von Kamptaler und Kremstaler Tropfen ist da das spektakuläre Tüpfelchen auf dem i, am besten draußen auf der Terrasse zu genießen.

Alles für Networker: Ein Fixpunkt im Jahr ist die After-Work-Veranstaltung mit Heurigenjause (neuinterpretiert) und schönem Rahmenprogramm. Hier kann vernetzt und gefeiert werden: die Loisium Lounge bietet einen wirklich guten Rahmen dafür. Triff doch deinen nächsten Lieblingswinzer und kommt ins Gespräch...

Alles für Freundinnen: Oder aber du kommst mit deinen Freundinnen und lässt es dir gut gehen - auch schon probiert -, unternimmst eine kleine Wanderung auf die Weinhügel rundum und genießt danach ein Achtel Grüner Veltliner bevor du in der gut sortierten Vinothek auch noch einkaufst...

Auch architektonisch hat das Loisium einiges zu bieten...  Designed von Stephen Holl im Jahr 2003 © Keith Erwing
Retreat: Wein und Unterkunft
Repeat: Gute Gesellschaft mit Erlebnis.

Überzeugt? In der Loisium Weinwelt ist für jeden was drin. 



Der nächste Stop, nach einem ausgiebigen Frühstück im Loisium, ist Schiltern, wo neben der Arche Noah auch noch andere schöne Dinge zu entdecken sind, wie zum Beispiel die Kittenberger Erlebnisgärten. Jede Jahreszeit bietet ihre Eigenheiten und was mich so fasziniert ist, dass der Wechsel von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter hier so anschaulich verfolgt werden kann. Mit Charme und Witz, mit Humor und mit viel Bedacht arbeiten die Gärtnerinnen und Gärtner an Programm für Groß und Klein. Geschichten und viele Details verraten, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr viel konzipieren, dem Gras wortwörtlich beim Wachsen zusehen um wieder neue Erlebnisse zu erfinden und einzupflanzen. 

Der Sommer bringt ganz herrliche Farben - wie jede andere Jahreszeit ihre eigenen Farbtöne mit sich bringt: 

  • Rosa und lila Rosen- und Lavendelmeer 
  • Blau-grüne Schwimmteiche, Naturpools und Minibiotope
  • Familienrutsche am Abenteuerplatz 
  • Alpakas und Ponys im Bauerngarten
Wenn das Frühstück im Loisium nicht gereicht hat, kannst du auch hier noch Nachschub holen! 

Zum erfolgreichen Abschluss des Gartentages solltest du im Kofferraum noch etwas Platz gelassen haben: Balkonpflanzen, Naschgarten, Gartendekor, neue Pflanzen für den Vorgarten: alles gibt's hier zu kaufen und sofort mitzunehmen. Vor allem hast du Spezialisten und Expertinnen vor Ort, die dir auch zur richtigen Bearbeitung Tips mitgeben. 
Fein schmausen im Wintergarten. Oder für ein Päuschen zur Ruhe kommen... © diekremserin on the go

Auf, auf, das Beet ruft! 

30.05.2017

TOP Stiftetour: Vom Waldviertel in die Wachau Teil 2

Klösterliche TOP Ausflugstipps 

Klosterleben im Heute: Stift Göttweig

Täglich blicke ich auf die Klosteranlage am Göttweiger, täglich gehe ich am Göttweigerhof vorbei, der in Stein liegt. In Krems und Umgebung ist das Benediktinerstift Göttweig omnipräsent. Dennoch ist es nur eine Miniversion von dem, was es hätte werden sollen. Auch damals, im 18. Jahrhundert - trotz stetiger Bautätigkeit - war Geldknappheit mit Abwurfpaketen in Zusammenhang zu bringen. Aber Paul Troger, von Stift Altenburg bereits bekannt, wurde auch in Göttweig beauftragt sein bekanntes Blau an die Decke zu werfen, sogar für die Kaiserstiege, die besonders prachtvoll ausgefallen ist.

Stift Göttweig


Der größte Teil der Gebäude wurde nach dem Brand von 1718 errichtet und hat im Grundriss nach dem Vorbild des Escorial die Form eines Gitterrostes. Von den vier geplanten Ecktürmen des Idealplans wurden nur drei ausgeführt: der Sebastianiturm im Nordwesten, der Frauenturm im Nordosten und der Altmanniturm im Südosten. In der Hauptachse (Ost-West-Achse) liegen die Stiftskirche, der Kapitelsaal (heute Chorkapelle) und die Bibliothek; der westlich vorgelagerte Festsaal wurde zwar geplant, aber nicht ausgeführt. Im Osttrakt befinden sich die meisten Mönchszellen. Einen großen Teil des Nordtraktes bis hin zur Kaiserstiege nehmen das Museum im Kaisertrakt sowie das Archiv und die beiden Refektorien ein. Im Südtrakt sind die Verwaltung und das Jugendhaus untergebracht. Das Vorgebäude im Westen dient als Exerzitienhaus. Nicht auf den Plan Hildebrandts gehen die älteren Bauteile im Südwesten der Stiftsanlage zurück: die „Burg“ und die Erentrudiskapelle sowie die dahinter liegenden erst 1911 errichteten Wirtschaftsgebäude. Quelle
Egal ob vom Rad, Schiff oder zu Fuß unterwegs, Göttweig blickt stets auf uns herunter. Als ich zum ersten Mal auf der Terrasse, bei Sonnenuntergang an einem herrlichen Sommertag, stand, wusste ich, wieso dieses Plätzchen zum Bau gewählt wurde. Rund um den Hügel, der als heutiges Hochplateau offenbar Ufer des Urmeers war, liegt noch der Dunkelsteinerwald. Von Furth, der nächsten Ortschaft kannst du in wenigen Stunden direkt am Stiftsplatz ankommen, eventuell einen Kaffee genießen und eine Tour durch das Museum machen. Die Göttweiger Mönche (Benediktiner) brillieren mit modernen Zugängen und haben mit Pater Clemens sogar einen Tourismusspezialisten, der auf so manchen Messen anzutreffen ist. Auch mit ihrem Blog geben sie sich äußerst progressiv und versuchen mit den Menschen Kontakt aufzunehmen. Eine herrliche Möglichkeit das Kloster in seiner "Nebentätigkeit" als Wissenschaftslabor kennenzulernen, ist die Graphische Sammlung, die auch online zugänglich ist. Oh, und da wäre noch die Ansage das Leben im Kloster am eigenen Leib auszuprobieren: Zu Gast im Kloster! 


Krems & Wachau Valley during Winter


Zum Lernen ins Kloster: Stift Melk 

Das zweite Kloster im Bunde, das gemeinsam mit Göttweig die Außenflanken der Weltkulturerbelandschaft mit dem Stadtkern von Krems, ausmacht, ist Stift Melk. Melk und ich sind seit meiner Kindheit eng verbunden, denn in den Siftshöfen, in den Gärten und in den leeren Gängen des Konvikts verbrachte ich einige Sommer. Dort entdeckte ich geheimnisvolle, stille Höfe, erlebte die Sonnenfinsternis, fühlte erstmals wie kalt Marmor im Sommer bleiben kann und lauschte den Gesängen in der prunkvollen Stiftskirche, die von Gold nur so strotzt. Im Studium traf ich dann wieder auf die Stiftskirche, mit der ich mich intensiv beschäftigte (ich mache gerne einen kleinen Rundgang,...) und besichtigte Neu- und Zubauten rund um den Stiftskomplex. Jakob Prandtauer, der für den Bau der Benediktiner zuständig war, legte auch einen eigenen Kaisertrakt (siehe Kaiserstiege in Göttweig) an. Eine riesengroße, allumfassende Bibliothek mit Zwischenstock und Freskierung des Kaiserlichen Haus- und Hofkünstlers Bergl (auch im Sommerrefektorium und in Schönbrunn tätig) diente zur Wissenssammlung und als Ort des Durchschreitens und Nachdenkens. Ach, und mit einem Tafelbild von Lucas Cranach d. J. wird der rote Salon eingeläutet. Imperial!

Beim Rundgang durch die prächtigen, hohen Räume, durch die Gänge, die tagsüber und außerhalb der Ferien mit Schülern gefüllt sind, fühle ich mich stets wohl aufgenommen und aufgehoben. Fast wie Zuhause.


Melk Stift Melk

Eine schöne Neuerung in der Nordbastei hebe ich als Kunstvermittlerin, die gerne mit Schulprojekten kooperiert hervor: Hier werden Ausstellungen von Schülern und Schülerinnen des Stiftsgymnasiums, den Museumsmachern, gestaltet. Momentan ist "Das Farbstift" zu sehen. Außerdem blickst du von der Aussichtsterrasse der Nordbastei direkt über die Stadt Melk, in den Stiftsgarten und noch viel weiter übers Land. 

Es lohnt sich die beiden Stifte mit der UNESCO Kulturlandschaft Wachau dazwischen zu besuchen. Gerne am Rad und in Kombination mit dem Schiff. Oder auch über den niederösterreichischen Jakobsweg zu Fuß. Ja, es lohnt sich! 

27.05.2017

Oh, Wagram, dort ist wirklich Natur zuhause

#naturgemäsz

Am Wagram treffen sich Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Natur. Im Lösshof, der Wein- und Genusswerkstatt in Großriedenthal, ist Christoph Mehofer ein Zusammenschluss von klimabewusstem Leben und Arbeiten gelungen. 

Andi Santner und Eva Mehofer betreiben das Wirtshaus im Lösshof, eine Institution, die noch vor zwei Jahren als Gasthaus Andre - Zum Schwarzen Adler bekannt war. Gitti, die Wirtin hat sich nach einigen Jahrzehnten hinterm Herd und in der Gaststube, zur Ruhe gesetzt. Aber still ist sie nicht geworden. Die begnadete Dichterin und Naturliebhaberin begleitet nach wie vor Gäste - einheimisch wie auswärtig - in Großriedenthals Auwälder und Elefantengraswiesen. Gemeinsam mit Angelika (wiederunterwegs) und Pamela (Lust auf Krems) steht im Wirtshaus erst genial-genüssliche Wirtshausküche am Plan. Zwischen Fritatten- und Leberknödelsuppe und Mohntorte (aus Waldviertler Mohn) wird Donaurind herrlich rosa gebraten, serviert. In der Wirtshausstube ist es gemütlich, die nächste Feier lässt nicht lange auf sich warten und die Biere der Culturbrauer sind bereits eingekühlt. Im ersten Geschoss haben die Betreiber einen ca. 100 Jahre alten Saal in Stand gesetzt, der zu mieten ist und in dem alle Wünsche von Brautpaaren erfüllt werden. Die nächste Vintage-Hochzeit kommt bestimmt. 


#naturgemäsz reisen
Meine Lieblingssuppe ist die Fritattenrindssuppe. Dazu gibt's Bier von Loncium und Grüner Veltliner Klassik vom Weingut Mehofer. © diekremserin on the go

Yum. Mohntorte aus Andis Küche... © Andreas Wartak

Der Losshof besteht aus dem Wirtshausgebäude, einem ehemaligen Wirtschaftshof und Wohnbauten, die auch Gästezimmer beinhalten. © Andreas Wartak 

Aus dem Garten... © Andreas Wartak 

Nach einem Menü, einem kurzen Gespräch mit dem Koch, der Sonntag mittags zwischen Schnitzel, Rehbraten und frühsommerlichem Salat hantiert, packt uns kurzerhand die ehemalige Wirtin Gitti André ins Auto und zeigt uns ihre Lieblingsplatzerl, die alle auch zu erwandern sind. In der angrenzenden Ortschaft Neudegg treffen wir auf Karl Mehofer, der sich seit Jahrzehnten mit der Bewahrung von landwirtschaftlichen Gerätschaften beschäftigt und sein eigenes Museum eröffnet hat. Im Rahmen des Museumsfrühlings Niederösterreich zeigt er uns nicht nur die Baumpresse aus dem 18. Jahrhundert, sondern auch die angesammelten Utensilien vom Fernsehapparat bis hin zur Zither.

Ausblick über Großriedenthal. Das Donaufestival ist auch noch dabei... © Andreas Wartak

Karl und Judith Mehofer erzählen Familien- und Dorfgeschichten © Andreas Wartak 

Der Neudeggerhof, wo sich das Weingut Mehofer befindet, geht urkundlich bis ins 17. Jahrhundert zurück und vermittelt einen ganz wunderbaren Flair um zu verweilen. © Andreas Wartak 
Daraufhin stellt sich das Weingut vor: Stephan Mehofer, der Winzer aus Berufung und Martin Mehofer, der Schnapsbrenner aus Leidenschaft, lassen uns ihre Köstlichkeiten aus Keller und Destillerie kosten. Neben Grünem und Rotem Veltliner spricht mich vor allem die Cuvée Lösspiration aus Bronner, Johanniter und Muscaris an. Vor allem weil wir am ca. 3,5 km langen Weinweg alle Weingärten durchschreiten und die verschiedenen Lagen während des Gehens kennenlernen. Terroir, Untergrund, Sonneneinstrahlung, Witterung und die Umwelt des jeweiligen Weingartens haben schon vor der sog. Vinifizierung Einfluss auf den speziellen Geschmack. Das Aushängeschild des Wagrams ist nicht nur der Lössboden, der locker ist und als Wasserspeicher bis in tiefste Tiefen dient, sondern auch die Lage Wadenthal, die wie eine Arena angelegt sich gen Sonne Strecke.

Stephan Mehofer, der das Weingut engagiert leitet. © Andreas Wartak 

Martin Mehofer begleitet uns in die Weingärten, die gerade vor der Blüte stehen, die im Juni von statten geht. © diekremserin on the go

Direkt am Weinweg. Gut beschildert geht's voran... © Andreas Wartak 
Der kleine Spaziergang lässt uns wieder im Weingut ankommen, wo wir die kurze Reise nach Großriedenthal in die Zimmer im Lösshof antreten, wo wir auf Christoph Mehofer und seine Frau Elisabeth und die Mädels Nora, Emma und die kleinste Marlene treffen. Mit seinem Konzept des Lösshofs als Wohn- und Arbeitsstätte, in der gekocht, geschlafen, gewerkt und gelebt wird, hat er den Österreichischen Klimaschutzpreis gewonnen. Sofort - als Einheimische bin ich besonders kritisch - fühle ich mich wohl in meinem Zimmer. Praktisch und sehr geschmackvoll eingerichtet, habe ich alles was ich brauche und zusätzlich vollständige Ruhe. Das Frühstück am folgenden Morgen stillt nicht nur meinen knurrenden Magen, sondern ist liebevoll angerichtet mit besten Zutaten... 

Hier in und um den Lösshof lässt sich's Urlaub machen. Mit Rad, Kind und Wanderschuhen... 

Die Einladung erfolgte von Familie Mehofer, dem Weingut Mehofer Neudeggerhof und Lösshof im Rahmen des Österreichischen Klimaschutzpreises. 

#naturgemäsz reisen am Wagram
Mehr Fotos von der #naturgemäsz Reise findest du hier auf Flickr

24.05.2017

#Museumsfrühling 2017: Einblick, Ausblick, Rückblick



Schon in meinen Vorbereitungen zum Museumsfrühling 2017 habe ich bemerkt, dass es unmöglich ist alle Museen, nämlich 100 an der Zahl, an nur einem Wochenende zu besuchen. Allerdings habe ich neben den bereits Angekündigten noch ein paar im Kremser Raum besucht.

Römermuseum Mautern

Alea iacta est. Die Würfel sind gefallen. So heißt das römische Sprichwort, das ich zuerst in Asterix & Obelix Comics lesen musste, um später zu erkennen, dass es doch nicht aus der Feder der Cartoonisten kommt... Das Römermuseum, direkt im ehemaligen Favianis direkt an der Donau, besteht aus alten Gemäuern und einem Entdeckungsweg rund um das Lager.

Im Museum selbst fokussiert man sich auf Spiele. Bereits beim römischen Literaten Ovid ist belegt, dass Spiele omnipräsent waren. Jünglinge, die mit Nüssen (Walnüsse, denn die haben eine so schön natürlich ovale Form) ihre Geschicklichkeit und Geduld überprüften. Oder junge Mädchen, die mit Knöchelchen spielten. Ein beliebtes Instrument hierzu war der 12-seitige Würfel oder gar Spielfiguren aus Glas.

Spannend, was du dort alles entdecken kannst. Der Raum ist klein, aber sehr, sehr fein! Nimm am besten Freunde und Freundinnen mit um die Spiele direkt vor Ort auch ausprobieren zu können.


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Schloss Traismauer

Ein Archiv einer Stadt gibt viel her. Da gibt es einiges zu entdecken und zu sehen. Vor allem der Innenhof des Schlosses hat mich begeistert, mit all seinen gemeißelten Steinen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich obwohl ich seit langem in der Gegend lebe und arbeite mich noch nie nach Traismauer vorgewagt habe. Schade. Zum Glück serviert mir das Museumsfrühlingswochenende die Stadt am Silbertablett. Angeblich verweilte hier laut Nibelungensage die königliche Kriemhild...



White Cube in Krems 

Forum Frohner, das als Ort des Austauschs und der Begegnung errichtet und in den mittelalterlichen Komplex des Minoritenklosters eingegliedert wurde, zeigt bis Oktober die Schau „Hommage an Werner Hofmann. Biennale Des Jeunes De Paris“ … wer nicht viel mit Werner Hofmann anfangen kann, verüble ich ein gewisses Unverständnis nicht. Aber sehenswert ist die Schau aus kunsthistorischer Sicht auf jeden Fall: was macht einer der wichtigsten Kuratoren der Moderne anders? Wie gehen Künstler mit der Gegenwart der 1960er Jahre um? Wie wird diese Spurensuche von zwei Kuratorinnen und Kunsthistorikerinnen in die heutige Zeit übersetzt? Erst wirkt die Schau nüchtern und dokumentarisch, dennoch erzählt sie so viele Geschichten vom großen Werner Hofmann, von seiner Belesenheit, seinem Kunstgeschmack und nicht zu letzt von seinen treffenden Aussagen:

„Kunst ist - wie Kitsch - Verhandlungssache.“


Mehr davon, nächstes Jahr!

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